Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 35 (29.8.1866)
- Date
- 1866-08-29
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2447245-2447274--04448-2459904- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
575 eitis-sus der großen Metropole so beliebt gemacht, daß man allgemein glaubt, er würde am St. Michaelistage zum zweiten Male gewählt werden. Der Alderman, der dem Gebraus nach diesen Posten einnehmen sollte, ist Aldermann Gabriel; jedoch stehen alle Chancen sür den jetzigen Lordmajor. Es ist dieses das schönste Lob, des Herrn Phillips gespendet werden konnte. Wie Jedermann weiß, sügt der „International", der diese Thatsache berichtet, hinzu, ist derselbe Jude und Kolonialwaarenhändler. Rußland. Petersburg. Professor vr- Chwolson hat unlängst ein Werk über verschiedene biblische Studien veröffentlicht, in welchem er erwähnt, daß er jüngst in der Krimm sehr alte hebräische Grabsteine gefunden habe. vr. Chwolson sagt, daß man schon sehr lange von der Existenz alter Bücher und Monumente unter den kara'itischen Juden der Krimm gewüßt habe, daß jedoch gründliche und eingehende Nachforschungen erst in jüngster Zeit veranstaltet worden. Im Jahr 1839 fand man 51 alte Manuskripte der Bibel und 59 Copien alter Grabsteine. Eins dieser Bibelmanuscripte trägt das Alter von 122 > Jahren. Acht dieser Grabsteine wurden im Jahre 1883 in das asiatische Museum zu Petersburg gebracht, vr. Chwolson veröffentlicht das Alter dieser acht und noch zehn anderer Grabsteine, das wir ebenfalls nach der gewöhnlichen Zeitrechnung angeben: 6, 30, 89, 179, 197, 262, 305, 369, 625, 670, 678, 719, 807, 834, 893,' 937, 958 und 960. Außer diesen befinden sich in Petersburg noch die Copien von 6 Grabsteinen aus dem Kaukasus, deren Alter in das sechste und siebente Jahrhundert fällt. Als Beispiel geben wir hier die Inschrift zweier Gra steine wieder: „Dieses ist das Monument des Buki Sohn des Priesters Isaak. Sein Sitz sei im Paradiese zur Zeit Israels Erlösung. Im Jahre 702 nach unserem Exil (d. i. 6. nach der gewöhnlichen Zeitrechnung.) Rabbi Moses, der Levit starb im Jahre 726 unseres Exils (d. i. 30 n. d. g. Z.) Der Rest der übrigen Jnscriptionen enthält zum großen Theil fromme Wünsche für die Verstorbenen. Große Anerkennung verdient der Fleiß und das Talent des vr. Chwolson. Jeder Freund der jüdischen Archeologie und Bibliographie wird dieses Werk mit großem Nutzen zur Hand nehmen. Dasselbe führt uns in die Geschichte und das Leben derjenigen Stämme ein, die schon vor 2,500 Jahren den vaterländischen Boden Palästinas verlassen und über deren Schicksal seither eine genauere Kenntniß gar nicht vorhanden war. (I. C.) Feuilleton. Denkwürdigkeiten aus der Geschichte, Literatur und Kunst der Israeliten. (Fortsetzung. XVII. Jüdische Gelehrte am Hofe Kaiser Friedrichs II. „Wissenschaft ist besser als Gold, und Gelehrsamkeit als alle Kostbarkeiten" sagt ein arabisches Sprichwort; auch die Geschichte Israels enthält hiervon mehrere Beispiele. Friedrich Ü., der letzte Hohenstaufen Kaiser, ein Freund der Wissenschaft und derjenigen, die sich damit beschäftigten, ließ viele philosophische und astronomische Schriften aus dem Arabischen übersetzen und berief zu diesem Zwecke die berühmtesten Gelehrten seiner Zeit, unter denen auch mehrere Juden, die er mit königlicher Freigebigkeit beschenkte. Jacob den Abba-Mari Anatoli, der Verfasser des erst unlängst in diesen Blättern erwähnten Malm ad, war einer dieser Gelehrten, die am Hofe des Kaisers glänzten. Friedrich II. ließ ihn 1230 aus der Provence nach Neapel kommen, und gab ihm eine reichliche Pension, damit er ungestört der Berdollmetschung arabischer Werke obliegen konnte, wie er am Schlüße seiner Übersetzung des mittleren Commentars Jbn-Roschd's zum Organon, den er 1232 beendete, bemerkt: xb inx O'.ibx 1112 ,p'r>pQ.i iox PP2W 12 '1X2 «2X 12 2PP' 11XQ 11O11 1'O.I MN2 '10 11X2 Q'bw.ib 'N2 ,b"i 'billix 12 111121.1.1 IIIIIX 2b2 IVX 11P1 '121 'bi2i 1'P2 2"Lpriri 'MX bllbllbl 'MX plb ,.1'V1111 .1Q2N 2.11X IPII'IO ^121 1p2wb Da ich über diesen ausgezeichneten Gelehrten ausführlich geschrieben habe, so will ich hier blos noch bemerken, daß der berühmte Jacob ben Machir von ihm erzählt: mi'iv.i ^22-sbi.i ipOiri ibv.i M22 ^111 M7i. „Er sei groß am Hof der Fürsten gewesen, und sein Ruf habe sich allenthalben verbreitet, Minchat Kenaot, Nr.'39 x. 85 und Nr. 68 p. 136. Ein anderer gelehrter Jsraelite am Hofe Friedrich II., war Jehuda ben Salomon Cohen Jbn Matka, aus Toledo. Philosoph, Mathematiker, Astronom, Exeget, hatte er in früherer Jagend schon einen so ausgezeichneten Ruf, daß er in seinem 18 Jahre mit Kaiser Friedrich iü Briefwechsel stand. Ums Jahr 1245—47 schrieb er in arabischer Sprache seinen MidraschChochma, ein großes, wissenschaftliches Werk, das er später, als er seine Vaterstadt verließ und nach Toskana und der Romagna zog, auf das Gesuch seiner College» ins Hebräische übersetzte, wie er selbst bezeugt: 122.1 .11 '.1122 .ibunai