Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 35 (29.8.1866)
- Date
- 1866-08-29
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Bis zum Jahre 1842 erfolgte kein Fortschritt in der bürgerlichen und politischen Gestaltung der jüdischen Verhältnisse; da kam der große Brand, der einen nicht unbeträchtlichen Theil Hamburgs einäscherte. Beim Wiederaufbau wurde es den Juden gestattet, Bauplätze in dm bisher ihnen verschlossenen Stadttheilen zu acquiriren. (Fortsetzung folgt.) Aeitungsrrachrrchten und Correspondenzen. Österreichischer Kaiserstaat. Neustadt an der Mettau. In dem hiesigen Krankenhause der barmherzigen Brüder liegt unser Glaubensgenosse Edmund Lorsch, Oberlieutenant des 41. Infanterie-Regiments, an einem Schüsse durch die rechte Hand darnieder. Milowitz. In dem preußischen Lazareth dahierbefindet sich unter den verwundeten österreichischen Ofsicieren auch unser Glaubensgenosse Jacob Pollak, Lieutenant im 1. Jäger-Bataillon, den eine Schußfractur im rechten Oberschenkel darniederstreckte. Italien. Bereelli. Die hiesige Jsraelitengemeide hat durch den Tod eines ihrer hervorragensten Mitglieder des Herrn Salvator Levi einen großen Verlust erlitten, der ebenso von der christlichen Bevölkerung, bei der er in hoher Achtung stand, empfunden wird. — Der Verstorbene, durch mehrere Jahre Mitglied des Gemeindevorstands, der Nationalbank und mehrerer öffentlicher Institute läßt eine fühlbare Lücke in allen jenen Verwaltungszweigen zurück, denen er seine Thätigkeit zuwendete. — Die Cultusgemeinde wird es nie vergessen, daß er den ersten Impuls zum Baue eines neuen Tempels gegeben, und wenn, wie wir hoffen, die Ausdauer und der Eifer der Gemeinde das schöne Werk zur Vollendung bringen wird, so wird man sich mit Rührung erinnern, daß er den ersten Grundstein dazu gelegt. — Durch seine großartigen Stiftungen erwarb sich der edle Mann unsterbliche Ansprüche auf die allgemeine Achtung und Dankbarkeit. — Von seinen Legaten heben wir besonders hervor 50.000 Frcs. zu einem Asyl für arme Kinder — 26,000 Frcs., von deren Interessen drei arme sechszigjährige Greise jährliche Pension erhalten, 18,000 Frcs., deren Zinserträgniß zur Anschaffung von Lebensmitteln, Wäsche rc. für Arme bestimmt ist. Sein Leichenbegängniß, obgleich nach alter jüdischer Sitte einfach und ohne Pomp, zeigte genügend von der Verehrung, die der Hingeschiedene genoß. — Die ganze Gemeinde, jung und alt, auch die Schuljugend folgte dem Sarge bis zur letzten Ruhestätte. — Ein hiesiges Blatt widmete dem Verstorbenen einen warmen Nachruf, aus dem wir zur Ergänzung unseres Berichts Einiges anführen. — Man weiß nicht, sagt der christl. Verfasser, welches Lebensziel ihm von der Vorsehung zugetheilt wurde, aber er konnte ihm auf keine würdigere. Weise zustreben, als wie er es that. Er hat nicht bloß alle bestehenden wohlthätigen Institute der Stadt mit Legaten bedacht, sondern auch neue bleibende Werke der Mildthätigkeit geschaffen, von denen wir besonders folgende Bestimmungen seines letzten Willens nicht unerwähnt lassen können. — In den gegenwärtigen Zeiten der Noth und des Elends ist das Leihamt überfüllt von Pfändern, welche die ärmste Klasse der Bevölkerung einlegt, um mit den letzten ärmlichen Habseligkeiten ihren Hunger zu stillen — Levi, auf dieses Elend bedacht, verordnet, daß alle seit 6 Monaten eingelegten Pfänder bis izum Darlehensbetrage von 8 Lire aus seinem Nachlasse auögelöst werden. — In dem großen Hospital gründete er ein neues Bett für einen armen Kranken aus Vercelli mit dem vorgeschriebenen Stiftungsfonde von 10,000 Lire. — Doch nicht bloß diese großartigen Vermächtnisse begründen seinen Ruhm, sein ganz.'s Leben war von Wohlthätigkeitsakten bezeichnet, die er mit wahrer Humanität ohne vieles Geräusch in reichlichem Maße ausübte. Wir schließen diesen Bericht, den wir dem Edukat. Jsraelita entnehmen, mit dem erhebenden Bewußtsein, daß der sprichwörtlich gewordene Wohlthätigkeitssinn unserer Glaubensgenossen auch in unserer materiellen Zeit glänzende Muster aufzuweisen habe. — Salvador Levi, der im Alter von 61 Jahren starb, rHht sich durch seine reichen Vermächtnisse einem Pinto, Heine und andern berühmten Wohlthätern unsrer Natron würdig an. (Abendland) Frankreichs Pa*iS. Die Akademie der Jnscriptionen und schönen Künste hat in ihrer Sitzung vom 20 Juli d. I. unserem Glaubensgenossen Herrn Franyois Lenormant, dem Unterbibliothekar des Instituts für sein Werk, „Die ältesten Formen des phönizischen Alphabets (oder vielmehr des ursprünglich hebräischen) und seine Verbreitnng bei den verschiedenen Völkern der alten Welt," einen Preis zuerkannt. ES ist dieses ein sehr ausgedehntes Werk, das sich bis jetzt noch im Manuscript befindet, aus welchem wir, wenn es erschienen sein wird diejenigen Punkte, die die heilige Schrift berühren, vorführen werden. England. Londorr Der jetzige Lordmajor Londons, Alderman Phillips hat sich unter den Lver^-msn und