Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 35 (29.8.1866)
- Date
- 1866-08-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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566 indeß Zeit und Umstände und weises Beherrschen der Situation berücksichtigt werden. V. Diesem Punkte stimme ich ebenfalls vollständig bei, und beruht derselbe auf speciellen Vorschriften in 112DUNdM212, sowie ,2"p kl"8 22" 21 und habe ich mich in einem Gutachten nach Losonz u. a. Orten in gleichem Sinne ausgesprochen. Xä VI. VII. Es gibt dreierlei Chor, von denen zwar der orthodoxe Jude keinen einzigen freiwillig inauguriren wird, da er nur Natürlichkeit und Ruhe im rw)2.i W2 verlangt, und auf die künstlichen Ensembles gern verzichtet. Indeß muß er immer die Religionsqueller offen haltend Unterschiede machen, und darf durchaus nicht Alles konfundirt werden. Der sittenloseste Chor, auf welchen der starke Ausdruck in Nr. 7 in die Parallele mit Sab. 116a. vollkommen seine Anwendung findet, ist derjenige, wo beide Geschlechter Mitwirken. Es gilt hievon das Wort der 812» 2212 48 82i2'is 8L2 ')pi 812) 8121 r->iip)pj N82 812) 2P1 8L2 8121. Wo Männer singen und Frauen intoniren, ist Frechheit, wo Frauen singen und Männer einfallen, das ist wie Feuer für Werg. Es hört ein solches Haus auf, ein Gotteshaus zu sein und wird Vorhalle eines Freudenhauses; und von solchem Hause der Lüsternheit sagt .12^: .->'82 V2 v"' 2 '^2 P2L" 87 — Chor der zweiten Art ist ein bloßer Männerchor, der aber den Gottesnamen oder einen ganzen Segensspruch oder auch nur das Wort iN8 in Keduschath Mussaf wiederholt. Auch halte ich es für Pflicht des Einzelnen, nicht an solchen mit 2'iD8 verknüpften Gottesdienste zu participiren, und ist es mehr.21122, für sich ganz nach Vorschrift zu beten, als auch nur das Kleinste d s -p->p arttzugeden, oder ruhrg an solchem Aufgeben Theil zu nehmen. Es gibt aber noch eine dritte Art desselben, wo ein bloßer Männergesang, ohne irgend welche Uebertretung eines pi oder ).i)2 fungirt. Auch solchen soll man nicht positiv einführen, und wird dies die orthodoxe Parthei nicht thun. Die Bestimmung aber, daß selbst gegen solchen Chor es bester ist, selbst nicht an der 11222 Theil zu nehmen und sich von der Gemeinde abzusondern, kann ich im durchaus nicht begründet finden. (Fortsetzung folgt.) 13) Meine schon lange gegen die Lächerlichkeiten und Ignoranz Fastel's bezüglich seiner in der Neuzeit publicirten Indignation über mein Gutachten nach Losonz rc. der löbl. Redaction eingesendeten Arbeit wird dieselbe hoffentlich recht bald bringen. (Bald! Red.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Anrth (Bayern), im August. Zu meinem jüngsten Berichte über die hiesige Waisenanstalt habe ich Folgendes zu ergänzen: Die löbl. Administration hatte bereits vor einigen Jahren einen geeigneten Platz zum Baue eines neuen Waisenhauses gekauft; da aber die bei dem Beschlüsse in der Minorität gebliebenen Verwaltungs-Mitglieder auch nach dem Kaufe Ihre Zustimmung nicht gaben, so wurde zur Erhaltung der Eintracht und des Friedens jener Kauf rückgängig gemacht; indessen ist man im Begriffe, dem nunmehr allgemein anerkannten Bedürfnisse eines neuen Waisenhauses in nicht ferner Zeit wirklich abzuhelsen. Als Nachfolger des Waisenlehrers Hr. Bamberger hat die aus den würdigsten und achtbarsten Männern der hiesigen Orthodoxie bestehende Verwaltung einen ihrer religiösen Gesinnung entsprechenden Gelehrten in der Person des Herrn Rabbiner Or. Königshöfer in Hagenbach ernannt, dessen Bestätigung von kgl. Regierung bereits erfolgt ist. Zum Synagogenwesen übergehend, bemerke ich, daß der Andacht sechs iSrael. Gotteshäuser offen stehen, wovon die Hauptsynagoge, gleichzeitig der Sitz des Hr. Rabbiners und dessen Substituten, und die Spital- Synagoge ihren Gottesdienst in ziemlich neologer Weise und mit Weglassung der Piutim verrichten, während die übrigen nach orthodoxem Ritus beten. Durch die bedeutende Vermehrung der hiesigen Gemeinde in Folge der Erleichterung in der Ansässigmachung und der damit verbundenen größer» Anzahl von Heirathen ergab sich die Nothwendigkeit zur Erweiterung der Hauptsynagoge. Diese Umgestalten wurde denn auch im ausgedehnten Maße vorgenommen, und mit einem Kostenauswande von circa fl. 50,000 ein prachtvolles, auch in seinem Innern in jeder Hinsicht stattliches Gebäude hergestellt, welches jedoch mehrere architektonische Mängel, die sich theils erst während des Baues Herausstellen, aufzuweisen hat, und unter welchen besonders hervorzuheben, daß dasselbe ziemlich finster ist; im Winter muß man sich sogar bei Abhaltung des Morgen-Gottesdienstes des Gaslichtes bedienen. Ich will jedoch diese Fehler übergehen, denn sie verschwinden gegen den Hauptfehler, es fehlt der Synagoge an — Besuchern. Außer bei den nicht allzu häufigen Predigten des Herrn vr. Löwi, die wegen allgemein bekannter feuriger Beredtsamkeit, verbunden mit einem schönen Vortrage, viele Besucher anlocken, ist das Gotteshaus nur noch an den höheren Festtagen gut besetzt; an gewöhnlichen Sabbaten sind die Besucher der 324 Männer- und 310 Frauen-Sitze fassen-