Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 34 (22.8.1866)
- Date
- 1866-08-22
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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55S 3. „O tragt, Ihr Thoren, das Horn nicht so hoch!" „Und der Herr sah, was Er geschaffen, und sieh', es war trefflich! —" Später doch „reute es Ihn, daß er den Menschen gemacht! — Und du, Erdengeschöpf! Du willst Dich vermessen zu denken, Ewig bleibe Dein Werk! — bleibend für irdische Freud'! — (Vergl. Zeri hajagon S. 23, b. — Jalkut zu Ps. 75, 5.) 4. „Alles steht inGottes Hand, außerGottesfurcht." Was Du bist und besitzest, hat Dir der Himmel gegeben, Güte und Frömmigkeit nur, sie sind Dein eigenes Selbst. (Berach. 33, a. — Nldda 16, d. —) 5. Der wahre Erwerb. Fehlt an Kenntniß es Dir, so sag', was hast Du erworben? — Bist an Kenntniß Du reich, sag', was fehlt Dir denn noch? — (Tanchuma Wajikra 140, a. — Ber. Rab. 204, d.) 6. „Ohne Gottesfurcht keine Weisheit." Hast Du Dir Kenntniß erworben, aber die Gottesfurcht mangelt, Bist des Palastes Verwalter, aber Du hast nicht den Schlüssel! — Zimmerst die Thüre zum Haus, aber es fehlt Dir das Haus! — (Aboth 3, 21. — Sabbath 31, b.) 7. Große und kleine Richter. Lernen kannst Du von Jedem, und sei er im Wissen auch schwächer; Zündet ja kleines Gehölz öfters das Größere an. (Taanith 7, ».) 8. Dornen und Weizen. Dornen schießen empor, es bedarf nicht des Pflügend und Säens; Welcher Mühen bedarf's, bis sich der Weizen erhebt! (Ber. Rab. par. 45.) 9. Schönheit und Verstand. Herr und König sitz' der Verstand auf fürstlichem Throne; Schönheit soll Diener nur sein, nimmer besteigen den Thron. Schönheit brachte einst Joseph schuldlos in das Gefängniß, Weisheit machte ihn frei, führte dem König ihn zu. (Nach Joseph Kimchi. Vergl. Dukes: „Zur rabbin. Spruchkunde" S. 8.) 10. Leichensteine. Leichensteine zu lesen, soll dem Gedächtnisse schaden,— Sicher! Wer häufig sie liest, wird im Vergessen geübt. — (Horszotk 13, b. — Vergl. Oiesro äs «evsctats VII.: ose sspuler» IsALiis vsrsor, rjuot sjunt, ns memoi-isM psräLw.) 11. „Wohlthat rettet vom Tode." Willst Du, Dein Name soll bleiben, so schreib' in'S Herz ihn der Menschheit; — „Wohlthat rettet vom Tod —" heißt's in der heiligen Schrift. — (Spr. Sal. 10, 2. 11, 4.) 12. „DennEr steht dem Dürftigen zur Rechten." Laß nicht vergeblich den Armen vor Deiner Thüre verweilen! Steht er doch nicht allein! Steht ihm zur Seite doch Gott! — (Ps. 109, 31. Ruth. rab. S. 33, col. 6.) 13. Thränen. Soll der Regen kommen, muß die Lust sich erwärmen; Wenn das Herz Dir erglüht, werden die Augen Dir feucht. — Thränen gab Dir der Himmel, andere Herzen zu rühren; — Nun denn, bleibe nicht kalt, siehst Du des Ander» Schmerz. — 14. Verschwiegenheit. Dein Geheimniß ist Dein Gefangner, weißt Du zu schweigen; Aber sagst Du es aus, hält es gefangen Dich selbst. (Nach Mibchar happeninim des Salomo ben Gabirol. — Hem»» baillMSor, S. 23, col. 6.)