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Der Israelit · 1866-08-22 · Heft 34 (22.8.1866) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 34 (22.8.1866)
Date
1866-08-22
Page
– (sequence 12)
Language
German
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558 dische Hospital verbracht und geht dort unter göttlichem Beistände seiner Genesung entgegen. Wie ich vernehme, wird der zweite Theil der auch in diesen Blättern besprochenen nachgelassenen Predigten unseres unvergeßlichen Sachs bald erscheinen; dieser zweite Thril wird die Sabbatpredigten enthalten. Frankreich. Paris, den 12. August. Daß auch hier hin und wieder das Rischuß noch blüht, mag Ihnen folgender Brief beweisen, der an den Redacteur des hier erscheinenden Journals „I'Intsrnatlonal" gerichtet, einem solchen Falle kräftig entgegentritt. Derselbe lautet: „Paris, den 7. August." Im „IntsrnLtional" vom 4. August lese ich folgende, Paris, den 1. August, datirte Zeilen: „Frankfurt, von dem man 50 Millionen Franken verlangte, wird nur 9 Millionen zu zahlen haben — allein, was ist denn dieses Frankfurt? Ein Nest voll Juden, die es wohl verdienen, daß man sie ein wenig preßt und ihnen den Hals zuschnürt." Um das Gehässige dieser Worte an's Licht treten zu lassen, braucht man sie nur zu wiederholen. Ein Journal, welches sich selbst so wenig achtet, daß es sich zum Organ derartiger Infamien macht, verdient mit Verachtung bestraft zu werden. Ueber den Gegenstand selbst braucht man kein Wort zu verlieren. Unsere Zeit, unsere Gesittung sind längst über solche traurige Ausgeburten einer G. s. D. überwundenen Epoche hinaus. Daher begnüge ich mich auch, die andern Pariser Zeitungen zu bitten, diesen meinen Brief zur Kenntniß des Publikums zu bringen. Ich habe die Ehre, Sie zu grüßen. I. Kahn, Jude und Abonnent des „International". In Folge obigen Briefes erklärte denn der Redacteur des „International", daß er „mißverstanden" worden sei. Herr Oberrabbiner Cahen von Marseille hatte einen Urlaub von 4 Wochen genommen, um eine Erholungsreise zu machen. Da aber gerade die Cholera in Marseille ausbrach, so verzichtete er auf die Reise und verließ seine geängstigte Gemeinde nicht. Unsere eingeborenen Glaubensgenossen in Algier machen von der Erlaubniß der französischen Regierung Gebrauch und lassen sich zahlreich als französische Bürger naturalisiren. Herr Levylier, bisher Zahlmeister zu Versailles, ist als Generalschatzmeister (trä-sorier-xa^eur-Aeueral) nach OaLteauroux versetzt worden; Herr L. ist der erste Jude, der diesen hohen Posten bekleidet. Dem „Israelit" ist die Ehre zu Theil geworden von dem Organe der kaiserlichen Regierung, dem Moniteur vom 10. August, citirt zu werden. Derselbe berichtet nach dem „Israelit" von dem thätigen Antheil, welchen die jüdischen Soldaten an dem eben beendigten Kriege auf beiden Seitm genommen haben; man betrachtet hier diese Notiz des Moniteur als eine Demonstration gegen den preußischen Staatsanzeiger, das Organ der Berliner Regierung, das hervorgehoben hatte, wie Protestanten und Katholiken in Hingebung für das Vaterland gewetteifert, während er der Israeliten, die doch, wie alle Welt weiß, den Bekennern anderer Religionen durchaus nicht uachstanden, mit keiner Sylbe gedachte. Schweden und Norwegen. Wie wir bereits berichteten, hat der Antrag auf Zulassung von nicht zur Staatskirche angehörigen Personen zu öffentlichen Aemtern die Zustimmung der Vertreter des Bauern-, Bürger- und Adelstandes erhalten; der geistliche Stand jedoch hat den Antrag verworfen. Nach der Verfassung wird nunmehr im Jahre 67 eine endgiltige Resolution gefaßt werden müssen. Asiatische Türkei. Smyrna. Der hiesige Pascha, Ragird, hat, wie das „Weekblad" berichtet, die für die armen Israeliten sehr drückende Fleischsteuer aufgehoben. Die Frage ist jedoch , fügt das „Jewish Chronicle" hinzu, ob die betreffende Steuer für die Regierung oder für die isr. Gemeinde erhoben wurde; im letzteren Falle wäre die Aufhebung derselben eine Wohlthat von sehr zweifelhaftem Character. Feuilleton. Sinngedichte. Von VenUIaRL 1. Woher? — Wohin? — Nicht: „Woher er gekommen? —" ist für den Menschen so wichtig; Aber: „Wohin er geht? —" wäre des Wissens schon werth. (Vergl. Aboth 3, 1.: „Wisse woher du gekommen, und wohin du gehst.) 2. „Wie der Regen, der vom Himmel kommt." Was der Gatte der Gattin, ist der Regen der Erde, — Regen ist Segen von Gott, Segen auch sei Du dem Haus. (Nach Taantth 6, b.j

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