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Der Israelit · 1866-08-15 · Heft 33 (15.8.1866) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 33 (15.8.1866)
Date
1866-08-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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541 ges zum Besten der verwundeten Krieger den ansehnlichen Beitrag von zehntausend Gulden gespendet. Pefth, 8. August. Ihre Majestät die Kaiserin überraschte heute das Pesther Jsraelitenspital in Begleitung der Frau Gräfin v. Königsegg mit dem a. h. Besuche, um die in der Anstalt in ärztlicher Pflege befindlichen k. k verwundeten Soldaten zu besuchen. Ihre Majestät ging von Bett zu Bett, befragte jeden Verwundeten über seinen Zustand und sprach jedem trostreiche Worte zu. Zum Schluß sprach Ihre Majestät die a. h. Zufriedenheit über die im Spitale herrschende Ordnung, Reinlichkeit und vorzügliche Verpflegung der Kranken in huldreichen Worten aus. Italien. Die „Gazette ufficiale" veröffentlicht folgendes Decret des Prinzen Eugen von Savoyen-Earignan, Stellvertreter des Königs: „Art. 1. In den italienischen Provinzen, die von der österreichischen Herrschaft befreit sind, find alle Bürger gleich vor dem Gesetze, zu welchem religiösen Cultus sie sich auch bekennen; sie genießen in gleichem Grade alle bürgerlichen und politischen Rechte. Art. 2. Alle entgegengesetzten Verfügungen des Civil-Gesetzbuches und Gerichtsverfahrens, so wie die anderen Gesetze und Maßregeln, sowohl bürgerliche als politische, die in besagten Provinzen in Kraft sind, werden aufgehoben. Art. 3. Nichts ist verändert bezüglich der Verfügungen, welche die Ausübung des Cultus der Heterodoxen, sowie der Israeliten regeln. Gegeben in Florenz, 4. August. Hi Rom, 2. August. Aus dem osficiellen Bericht, welchen die oberste geistliche Behörde vor Kurzem über die Bevölkerung erstattete, ist ersichtlich, daß in Rom gegenwärtig 4567 jüdische Einwohner leben. Frankreich. Paris. Herr Oberrabbiner Isidor hat im Univ. Jsr. einen warmen Ausruf zu Gunsten der Nothleidenden in Palästina erlaffen; nur Schade, daß die Leistungen den hohen Worten nicht entsprechen. Herr Isidor spricht im Namen eines Vereins, an dessen Spitze ein Comitä mit Präsidenten, Bicepräsidenten rc. steht, er zählt eine ganze Reihe von Nabbinen auf, die in Frankreich und der Schweiz für den Verein thätig waren, er ist voll des Lobes über die bisherigen Leistungen und großartigen Wirkungen des Vereins und fordert die Glaubensgenossen in allen Ländern auf, sich ihm anzuschließen. Nu» höre, lieber Leser, und staunet dieser mit solchem Aplomb aller Welt angepriesene Verein hat in dem Hungerjahre 1865, da die deutsche« ComilL's mehr als 100,000 Francs zusammengebracht haben, gesammelt 7,417 Francs und 80 Centimes! ungefähr einen Betrag wie ihn eine der Städte Frankfurt, Mainz, Würzburg rc. für diesen Zweck aufgebracht haben. Wenn Herr Rabbiner Isidor wirklich so warm fühlt für die heilige Sache, der er so schöne Worte widmet, so sollte er sich doch persönlich in der reichen, großen und angesehenen Gemeinde Paris zu den hervorragendsten Glaubensgenoffen verfügen, und die Nachkommen Abrahams, die auch in Paris O'rvrw sind, würden in einem Monate das Zehnfache der Jahreseinnahme des Vereins aus ganz Frankreich und der Schweiz spenden; das wäre jedenfalls eine würdigere Aufgabe für einen Oberrabbiner des isr. Consistoriums als Dankadressen an den Apostaten von Szegedin zu fabriciren. Willst du, lieber Leser, die Kehrseite zu jenen hochtrabenden Worten recht würdigen, so laß dir erzählen, daß in jenen 7417 Francs 80 Ct. auch noch 1792 Frs. mitinbegriffen sind, welche Herr Joseph Blumeuthal in Frankfurt, Mainz und Schwalbach gesammelt, und daß der ganze Ertrag der Pariser Spenden 837 Frs., sage achthundersiebenunddreißig Franken oder 222 Thaler 12 Sgr. betragen hat!!! Doch, liegt die Schuld dieses ZurückstehenS gegen ganz Israel in Bezug auf diese heilige Nationalpflicht an der Pariser Gemeinde? Nein ganz sicher nicht; die Schuld liegt vielmehr an denen, die wirken könnten und es nicht thun, denen Hebräischlesenkönnen den Inbegriff der .lim, Reformen im Gottesdienste der Inbegriff der linp und schöne Worte das von plus ultra von O'iOl ist — Gott bessere es! Rußland. Auf einer Geschäftsreise im Innern Rußlands besuchte ich die Gouvernements Tula, Kaluga, Aral und Kursk; überall erkundigte ich mich nach dem Zustand uuserer Glaubensgenossen, die seit einiger Zeit durch die Gnade unseres Kaisers die Erlaubnis erhalten haben, sich hier niederzulassen. Die Gegend ist eine überaus gesegnete, und es haben sich in kurzer Zeit viele Israeliten dort angesiedelt; es ist fast keine Stadt mehr im Innern Rußlands, wo nicht bereits einige jüdische Familien wohnen. Die Meisten sind Schmiede, Schneider, Branntweinbrenner, Uhrmacher; sie stammen aus den Gegenden von Witcpsk, Mohilew, Wilna, Minsk, Hurodno und Kurland. Mit den Russen vertragen sie sich sehr gut; auch ernähren sie sich reichlich ohne zu große Mühe. Nicht so erfreulich ist der innere Zustand dieser jungen Gemeinden; die alte Zanksucht hat sie aus der Heimath in diese fremden Gegenden begleitet; nament-

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