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Der Israelit · 1866-08-15 · Heft 33 (15.8.1866) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 33 (15.8.1866)
Date
1866-08-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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537 Haag, den 25. Juni 1666. „Das Gerücht vom Tode des Herrn vr. S. „Sarphati hatte mich bereits erreicht, als Ihr „Brief von heutigem Datum mir die traurige Bestätigung brachte. „Diese Nachricht hat mich ungemein betrübt; es „ist das ein unersetzlicher Verlust für viele Personen, „für unsere industriellen Institute und namentlich für „den Jndustriepalast, dem er alle seine Zeit und alle „seine Kräfte widmete. „Der Wunsch, nützlich und gefällig zu sein, all „die hohen Eigenschaften, die ihn, wie allbekannt, ans- „zeichneten, werden ihn in seinem Vaterlands und „bei seinen Mitbürgern in gutem Andenken erhalten. „Namentlich wußte ich seine erhabenen Eigenschaften anzuerkennen; ich werde dem Verstorbenen „stets die Achtung bewahren, die ich ihm während „seines Lebens so gern bezeugt habe. „Lebhaft bedaure ich den alten Vater, für den „dieser Verlust ein schwerer Schlag ist; er hat jedoch „den Trost, daß sein Sohn, da er diese Welt verließ, „allgemein geachtet war und von Jedermann beweint „wurde. „Berichten Sie ihm gütigst von dem großen „Antheil, den ich an seinem Schmerze nehme, und „wünschen sie ihm in meinem Namen, daß derAllgü- „tige ihm Kraft verleihe, diesen herben Schmerz mit „Ergebung zu ertragen. „Genehmigen Sie rc. Friedrich Prinz der Niederlande." Frankreich. Paris. Der Präsident der „Alliance isr. univ.", Herr Adolph Crämieux, hat nach seiner Rückkehr aus dem Orient beim Kaiser Audienz gehabt und ist von demselben huldvollst empfangen worden; auch den Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Herrn Drouyn de Lhuis, hat er von den Bukarester Ereignissen benachrichtigt; der Letztere hat ihm folgenden Brief geschrieben: Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten. Politische Abtheilung. Paris, den 20. Juli 1866. Mein Herr! Sie haben meine Aufmerksamkeit auf die Gewaltacte gelenkt, deren Gegenstand neuerdings die Israeliten von Bukarest gewesen sind; ich war von diesen Vorgängen bereits durch die Mittheilungen unseres Agenten in der Wallachei unterrichtet; ich habe diesen sofort beauftragt, der rumänischen Regierung unser schmerzliches Erstaunen auszudrücken, mit welchem wir diese Kundgebungen, diese intoleranten Ausschreitungen vernommen haben, welche die Bevölkerung von Bukarest sich bei dieser Gelegenheit hat zu Schulden kommen lassen, Kundgebungen, welche dem Lichte der Civilisation der Gegenwart so sehr entgegengesetzt sind. Zu gleicher Zeit habe ich unfern Consul beauftragt, unsererseits der Moldau-Wallachischen Regierung den Wunsch auszudrücken, daß derartige Scenen in der Zukunft sich nicht wiederholen mögen; auch habe ich ihm empfohlen, bei günstiger Gelegenheit für die Verbesserung der Lage der Israeliten dieses Landes thätig zu sein. Empfangen Sie mein Herr, die Versicherung meiner vorzüglichsten Hochachtung. Drouyn de Lhuis. Herrn Crömieux, Advocat zu Paris. ' (Univ. Isr.) Pari-, 9. August. Erlauben Sie mir, Herr Redacteur, Sie auf einen kleinen Jrrthum aufmerksam zu machen, den eine Correspondenz aus Nizza in Nr. 32 Ihres Blattes enthält. Herr Colombo ist nicht Präsident des Consistoriums, sondern der Synagogenverwaltung daselbst; die Synagoge zu Nizza ist vielmehr dem Consistorium zu Marseille untergeordnet. Dieses hat in Folge des von Ihnen erwähnten Artikel im „Univ. isr." von Herrn Colombo Aufklärung verlangt, der sich darauf veranlaßt fühlte, sein Amt als Präsident der Synagogenverwaltung niederzulegen. — Herr Bloch, Hauptredacteur des „Univ. isr.^" mag sich zu diesem schönen Erfolge Glück wünschen, denn das ist ja eine der Hauptaufgaben der echten jüdischen Journalistik, bestehende Mißstände zu rügen und dadurch für Abhilfe Sorge zu tragen. England. Dover. Ihre geschätzte Zeitschrift enthält aus allen Gegenden der Erde interessante Berichte über die Zustände der jüdischen Gemeinden und ihre Verhältnisse, und so wird es Ihren Lesern nicht unangenehm sein, auch von hier etwas zu erfahren. Zwar ist unsere Gemeinde noch sehr klein, ihr gehören etwa 10 Familien an, und ist wenig von ihr zu erzählen. Allein das Wenige ist angenehm, denn es zeugt, wie stark der Lebensgeist ist, der aller Orten die Bekenner unseres Glaubens durchdringt, wenn es gilt, für die Erhaltung desselben einzustehen. Da unsere Gemeinde so gering an Zahl ist, so können Sie Sich wohl denken, daß es uns an allen jüdischen Institutionen fehlte. Wir mußten unfern Gottesdienst in einem Lokale abhalten, dessen Zustand ein solcher war, wie er keineswegs dem heiligen Zwecke desselben entsprach. Da unternahm es Mr. Cohen, vormals Inhaber eines renommirten Knaben-Jnstitutes, den Bau einer neuen Synagoge zu bewerkstelligen, indem er nicht nur selbst

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