Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 33 (15.8.1866)
- Date
- 1866-08-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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536 find, hat ein jüdischer Hußar durch beredte Ansprache an seine Mitgefangenen in diejerH insicht den Ausschlag gegeben. Ein Donner von Eljens belohnte den Redner, den General Klapka hinterher ohne Wirkung zu widerlegen versuchte. (Wiener Fremdenblatt.) Wien, den 6. August. Der vielgenannte Urheber des Planes der Errichtung von Freiwilligenbataillons durch die größeren israel. Gemeinden, Herr Adolf Neumann in Pesch, veröffentlicht eine Erklärung, welche wir unverändert hier folgen lassen: „Mein bereits im Mai d. I. Sr. k. k. apoflol. Majestät unterbreitetes Projekt lief einfach darauf hinaus, im ganzen Bereiche der damals von der feindlichen Invasion freien Monarchie ein Freiwilligencorps in der beiläufigen Stärke von 5000 Mann zu errichten und die Mittel zur Anwerbung und Ausrüstung desselben im Wege der freiwilligen Subskription aufzubringen. Es konnte dabei umsoweniger an eine Besteuerung im Allgemeinen oder von einer solchen den Israeliten gegenüber die Rede sein, als die Freiwilligkeit der Leistungen sowohl in meinem Plane, als auch in den betreffenden Erläffen der k. k. Regierung auf das Entschiedenste betont war. Der betreffende Punkt in meinem Organisationsplane, den ich hier zur weiteren Bekräftigung meiner Angabe wörtlich folgen lasse, lautet; „Die Herbeischaffung der oben ausgewiesenen Geldmittel in Quartalraten geschähe von Seite des allerunterthänigst Gefertigten durch freiwillige Subskriptionen unter seinen Glaubensgenossen, den Israeliten des österreichischen Kaiserstaates, wobei natürlich die zu diesem Zwecke von anderen Religionsgenoffen voraussichtlich zu spendenden Beträge nicht ausgeschlossen wären." — Daß ich bei dem ganzen Projekte keine eigennützige Absicht verfolgte, geht aus folgender Stelle des Planes klar und unwiderleglich hervor: „Die vom allerunterthänigst Gefertigten zur Subskription gebrachten Natenbeträge wären von den Subscribenten direkt an die nächsten Steuerämter und von diesen in größeren Beträgen gesammelt an die betreffenden hohen Statthaltereien abzuführen, wonach sich der allerunterthänigst Gefertigte schon im Vorhinein jeder persönlichen Einkassirung von Geldern begibt. Prag, den 6. August. Ein Zweig der hiesigen jüdischen Famile Jerusalem ist vor längerer Zeit geadelt worden und hat den Namen von Salemfels erhalten. Eduard von Salemfels, Oberlieutenant bei den Mensdorff-Ulahnen wurde in der amtlichen Verlustliste als bei König grätz gefallen aufgeführt. Nach unterdeß seiner Familie zugekommenen, zuverlässigen Nachrichten befindet sich derselbe verwundet in einem Spitale in Königgrätz. (Ein Anderer von Salemfels, vielleicht ein Bruder des in Rede stehenden, der vor ungefähr 10 Jahren hier in Mainz in Garnison lag, hat sich im Jahre 1859 im italienischen Kriege ausgezeichnet und soll jetzt eine hohe Stellung im österreichischen Heere einnehmen). Aus Preßburg schreibt man vom 7. d. M.: Es mehren sich eigenthümliche Symptome für das präsumtive Gebühren unseres Proletariats, wenn erst die allgemeine Misere unserer Zustände im Winter zum Ausbruch kommen sollte. Nachdem ein Raubversuch in einem Hause am Hauptplatz am Samstag vereitelt wurde, geschah heute Nachts ein Kirchenraub im israelitischen Tempel. Die Strolche stiegen über das ziemlich hohe Eisengitter, brachen unter einem Außenfenster der Front Mauerwerk aus und verschafften sich so Raum, in das Innere einzudringen. Zwei Lustres wurden abgebrochen, ebenso vier Leuchter von der Tribüne und dem Pulte des Vorbeters. Der Schaden ist an und für sich nicht bedeutend, da die Leuchter nur aus Chinasilber verfertigt waren, doch dürfte die Herstellung bedeutendere Auslagen verursachen. Aus Jarurritz (Mähren) wird berichtet: Am 25. v. M. fand ein kleines Nachspiel zu der am 15. stattgehabten Judenhetze statt; es versammelte sich ein Pöbelhause unter Lärmen und Drohungen gegen die Branntweinschänke des Herrn Kohn, um abermals sine Hetze in Scene zu setzen. Diesmal wählten sie den Vorwand, daß die hiesigen Juden für die Preußen Lieferungen besorgt haben. Nur dem raschen und energischen Einschreiten des Bezirksvorstehers und des Bürgermeisters ist es zu danken, daß es nicht abermals zu Plünderungen gekommen ist. Mehrere vorgenommene Verhaftungen machten dem Exceffe ein Ende. Italien. Die italienische Regierung hat ein Gesetz erlaffen, nach welchem die Studenten der jüdischen Theologie, wie dies auch bei den übrigen Confessionen der Fall, vom Militärdienst befreit sind. (Educatore Jsr.) Holland. Der „Univ. Jsr." berichtet, daß die holländische Judenheit durch den Tod des vr. Sarphati zu Amsterdam einen großen Verlust erlitten habe; derselbe sei ein würdiger edler Israelit, ebenso ausgezeichnet durch seinen Character und seine Tugenden, wie durch seine treue Hingebung an Gott und Israel gewesen. Er genoß große Achtung in seinem Lande. Bei der Nachricht von seinem Tode hat der Prinz Friedrich der Niederlande folgenden Brief an Herrn van Eyk, den Director des Jndustriepalastes zu Amsterdam gerichtet: ' -