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Der Israelit · 1866-08-08 · Heft 32 (8.8.1866) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 32 (8.8.1866)
Date
1866-08-08
Page
– (sequence 8)
Language
German
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526 Israeliten sind, wie soll da für Israel als Gesammtheit etwas Gutes erzielt werden können? — In dieser Beziehung — aber auch nur in dieser — muß ich noch die Polen am höchsten stellen, denn sie wenigstens fühlen sich durchdrungen von der Erkenntniß daß sie Amerikaner sind, daß sie jetzt hier Bürger geworden, sie wollen daher auch nur als Amerikaner angesehen werden. Am 2ten Tage besuchte ich die Norfolk-Synagoge, wo der in neuester Zeit viel genannte, früher zu Copenhagen als Oberlehrer wirkende vr. Milziner als Geistlicher, Herr Sternberger als Chasan fungirt. Sei es nun von welchem Standpunkt aus man es auch betrachte, dies muß man dem Gottesdienste in dieser Synagoge zugestehen, daß er der einzige dahier rst, den man würdia einem europäischen zur Seite stellen kann, er übertrifft sogar den Copenhogener Gottesdienst durch seinen prachtvollen Chor. Etwas befremdete mich aber. Nachdem der Geistliche Hr. Or. Milziner seine Predigt beendigt, wo er die Sache des „orxbsn Ls^luro" besprochen, wie cs verlangt worden war, und die Kanzel verlaßen hatte, traten der Präsident und Vicepräsidcnt nebst einigen anderen Personen an den Almemor, nahmen eine Lffte hervor, und jetzt fand eine Völkerwanderung Statt, um die wohlthätigen Beiträge, einznzeichnen, und dabei wurde immer laut ausgerufen: IM. 5 Pfd., IM. 10 Pfd. u. s. w.; als tausend Pfund gezeichnet waren, meinte diese große — die größte und reichste — Gemeinde, Wunder was sie gethan, und unmittelbar darauf wurde ppin — aber ohne — gebetet.*)— Das ist nun das Ergebniß der zwei ersten Tage des Pesackfestes; was mir weiter keschieden sein wird, Neues zu erfahren, wenn ich die Synagogen nach und nach weiter besuche — wer weiß es? ich glaube aber kaum, daß ich eine andere und bessere Meinung über das hiesige JudenLhum gewinnen werde. NOO wandelte ich den weiten Weg nach der Synagoge in der 26 Straße, wo Rev. Buchdrucker, Taleßim, Zizith rc. rc. Redakteur, «->^p Herr Jsaacs Rabbiner ist. Die Synagoge, in der ich erst zu ankam, ist circa 20—30 Ellen lang und 18—20 Ellen breit. Auf beiden Seiten sind 4 Leihen Sitze für Männer angebracht. Alle sitzen mit dem Gesichte gegen den Almemmor; dieser steht im Schiffe circa 8—jO Ellen vom Eingänge. Auf demselben, 3 Stufen hoch, stehen der Rabbiner und der Chasan. Vordem *) Welch' entsetzliche Zustände! Oeffentliche Entweihung des Feiertags in der Synagoge, und noch dazu zu einem guten Zwecke — N-QP2 11182. — Das ist doch wahrhaft haarsträubend! — Red. Almemmor — 1 Stufe niedriger, ist in einem umzäumten Viereck der prachtvolle Chor, aus 24 Knaben und jungen Männern bestehend. Der Direktor hat einen Pult zum Dirigiren; sein Gesicht ist dem pli zugewendet, während die Chormitglieder auf Stühlen dem N'av zugekehrt sitzen. Keine neue Melodie wird angestimmt, ohne daß der Gesangdirektor sich zuerst dem Chasan nähert und ihm den Anfang vorsingt, damit keine Dissonanz zwischen Chor und Chasan stattfinde. *)Der Nr. Philipps, ist ein non plus ultra seiner Art. Daß der Rabbiner den «np abgegeben, hat mich gewundert; gepredigt hat er den Tag hingegen nicht. Die Mischeberach^s sind hier noch nicht abgeschafft. Die Cohanim — 3 Personen — wurden von den Leviten in der Synagvge beim Waschen bedient. Das Duchnen ging vor sich, so wie es bei uns in Copenhagen in neuester Zeit eingefühlt, ist jedoch noch sch eller, indem nur ber und der Nigun, den der pli aufs Wort angebracht, zweimal wiederholt, das Wort selbst aber beim dritten Male ausgesprochen wurde. Der Gottesdienst ist nach ZnüQ, die Ordnung und Ruhe während desselben ist aber großartig. Nicht ein Einziger ist ohne i^v, ohne welches in den meisten anderen Synagogen fast 2/z der Anwesenden sind; es steht nicht Einer auf oder setzt sich nach Belieben und Einfall, sondern wenn der Rabbiner sich erhebt, so steht auch die ganze Gemeinde auf, und setzt er sich nieder, so thun die Anwesenden ein Gleiches. Man sieht un^ hört kein Geschwätz, was bei uns in Enropa selbst in den Synagoge des s. g. „geregelten Gottesdienstes" noch nickt aus der Mode gekommen, ebensowenig hört man Jemanden Chasan oder Chor überschreien. Es ist eine wahre Freude, solch einem erhebenden Gottesdienste beizuwohnen. Zum führen 3 Stufen hinauf; derselbe ist ein in Bogen ausgebauter Schrank. 8 — 1V Ellen von ihm entfernt steht die Kanzel, frei, und zwilchen dieser und dem Chore war ein kleines rundes Tischchen mit Marmorplatte placirt, auf welchem das silberne Waschbecken mit silberner Gießkanne für die Cohanim stand. Als das Duchnen beginnen sollte, nahm ein diese und ging zur linken Seite, das Gesicht dem wnip.-i pi« zugekehrt, um die Cohanim zu bedienen. — Daß die Piutim, Jozroth rc. rc. noch gesagt werden, ist selbstverständlich. Diesem Gottesdienst ganz conform ist der der Synagoge in der 34 Straße, der neuen großen Synagoge, wo vr. Raphael Rabbiner ist.- *) Sehr erbaulich! — Red. Hierzu eine Beilage. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Dampf-Schnellpreffendruck von v/ I. Gotisieren in Mainz.

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