Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 32 (8.8.1866)
- Date
- 1866-08-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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S23 gerne zugM, ja überzeugt bin, daß die HerW Rabbinen mit der größten Aufrichtigkeit And in M reinsten Absicht ihrer innersten Ueberzeugung Rechnung tragen und sich dabei, besonders nicht immer so jedes Wort auf die Wagschale legen läßt. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Corr ndenzen. Deutschland". Aus der Vorder - , .A. Juli. Nur zu bald hat sich unsere in Nr. W^dieser geWjtzten Blätter ausgesprochene Befürchtung: daHMmgersnoth mit ihrem Schreckensgefolge im heiligen Lande entstehen dürste, bestätigt, denn ein Bericht aus der hl. Ttadt in Nr. 29 dieser Blätter spricht sich darüber in den schmerzlichsten Ausdrücken aus, bittend und jammernd um Unterstützung für die armen unglücklichen Glaubensgenossen. Die verehrliche Redaction dieser Blätter, die durch Wort und That schon so viel Gutes wirkte in unfern jüdischen Angelegenheiten, und ganz besonders nach dieser Seite hin, hat auch diesmal wieder den Schmerzens-Schrei Zions mit ihrem kräftigen Worte begleitet und halt-n wir uns versichert, daß, sind auch die Zeiten noch io sehr ernst, leiden auch Alle mehr oder weniger unter dem Drucks der gegenwärtigen Zeitverhältnisse, und wird auch unser Mitleidsgefühl mit vollem Rechte für die im Dienste der des deutschen Vaterlandes stehenden Hilfsbedürftigen in Anspruch genommen, daß doch auch noch ein wenig Mitleid übrig bleibe für jene Hilflosen im fernen Osten, deren Thränen die heilige Westmauer am gestrigen Trauertage um das zerstörte Heiligthum benetzen und die für ihre Brüder und Schwestern im Abendlande an dieser geheiligten Stätte ihr Gebet zum Herrn der Heerschaaren emporsteigen lassen, so daß die Aufforderung der ehrenwerthen Nedaction, Sammlungen zu veranstalten auch diesmal wieder wird beherzigt werden. .-irittL? sr>." Wir können aber nicht umhin, nochmals machdrücklichst aus unsere in Nr. 25 dieser gesch. Blätter ausgesprochene Idee zur Errichtung von „Consum- Vereinen" im heil. Lande Hinzuwelsen, und richten die inständige Bitte an alle Männer in Israel, welche Herz und Gefühl für Unglückliche haben, diesen Vorschlag einer ernstlichen und eingehenden Besprechung in diesen Blättem zu unterziehen, wozu die löbliche Nedaction so bereitwillig erklärte, ihre Spalten öffnen zu wollen. Es wird sicher Jedem einleuchten: daß, bestünden schon jetzt solche Vereins-Magazine „rp-np.-i ^2", die mit den nothwendigsten Nahrungsmitteln versehen wären pp2w 'pur? un'w", unsere dortigen unglücklichen Glaubensgenoffen würden nicht einem jammervollen Elende, wie es von dorten berichtet wird, preisgegeben sein, und der fürchterliche Gedanke, dem Hungertods erliegen zu müssen, würde sich nicht einer ganzen Bevölkerung ermächtigen, wenn die Einrichtung getroffen würde, daß die Bedürftigen zu jeder Zert für die Geldunterstützung, die sie erhalten, Lebensmittel um Normalpreise erhalten zu können, in Stand gesetzt wären. (Wir ersuchen hiermit ergebenst das löbl. Central- Comite zu Amsterdam, sich freundlrchst über diese Angelegenheit zu äußern; von den verschiedensten Seiten und zwar am Meisten von Solchen, die es wahrhaft gut mit unfern armen Brüdern im heil. Lande meinen, wird immer dringender das Verlangen gestellt, daß Anstalten getroffen werden, die der Wiederkehr des Nothstandss steuern, wozu das bloße Vertheilen der Almosen allerdings nicht hinreichend ist. Es gibt doch auch in unserer Mitte Männer, die sich mit volkswirthschaftlichen Studien beschäftigen — hier ist ein überaus lohnendes Felo für die Verwirklichung derartiger moderner J^een! Vielleicht ersteht auch für Palästina ein jüdischer Schulze Delitzsch. — Bestreben wir uns, derartig zu helfen, daß die Noth'chreie aus Palästina nicht so häufig wiedsrkehren! Die Initiative dazu, die Ausarbeitung und Ausführung der Pläne können jedoch nur von Amsterdam ausgehen, wo man seit einem halben Jahrhundert mit den palästinensischen Verhältnissen vertraut ist und ebensolange die Spenden verwaltet und verteilt. — Die Nedaction.) Stuttgart, Ende Juli. Ungeachtet des gewaltigen Krieaslärms, der an unfern Grenzen tobt, und oes heißen Kampfes, in dem unsere württembergischen Truppen ihre bekannten „Schwabenstreiche" im Vereine mit den Verbündeten gespielt haben, entwickelt auch das Werk des Friedens unter der energischen Leitung unseres Kultministers allmählich sich weiter. Der „Staatsanzeigec" macht nämlrch bekannt, daß in voriger Woche das vom Ministerium entworfene und von dem Consistorium und den Prälaten geprüfte Projekt zum Ausbau der ev. Kirchenverfassung, hauptsächlich zum Zwecke der Einführung einer Landes-Synode, in den kirchlichen Blättern erschienen, Abzüge von Jedermann gratis zu beziehen und die Diözeftn-Synoden veranlaßt worden sind, sich darüber, unter Einvernehmung ihrer Kirchengenossen, gutachtlich zu äußern. — Dieser echt volkstümliche Schritt läßt die Israeliten Württembergs, deren Kirchenverfaffung gleichzeitig zu revidiren und der landständischen Genehmigung zu unterbreiten ist, hoffen, in ebenso liberalem Sinne veranlaßt zu werden, über den Gesetzesentwurf ihre Meinung mit maßgebende Stimme prüfend abgeben zu können. Miim