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Der Israelit · 1866-08-08 · Heft 32 (8.8.1866) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 32 (8.8.1866)
Date
1866-08-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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521 Schließlich wollen wir noch unsere gelehrten Freunde ersuchen, das ganze in Nr 2o d. Bl. darqelegte Projekt einer genauen Prüfung zu unterziehen und ihre gewichtigen Stimmen darüber in diesen Blättern vernehmen zu lassen; wir glauben annehmen zu dürfen, daß dieses Project sofort nach erfolgtem Friedensschlüsse in Fluß gerathiN wird, und tm wäre es denn doch gerathen, diese hoct wichtige Angelegenheit nach allen Seiten hin zu beleuchten. Die von ollen wahrhaften Israeliten erhoffte Erlösung tritt nicht urplötzl'ck hervor; sie bahnt sich vielmehr ullmählrch an, und die Wiedererwerbung des heiligen Landes durch die Nachkommen Jakobs würde ein großer Schritt vorwärts dazu sein. Wahrlich, die gegenwärtige Weltlage läßt uns nur noch sehnsuchtsvoller nach der Eriüllung jener fegen?vollen Verheißungen ausschauen, daß kein Volk gegen das andere das Schwert mehr erheben, daß die Nationen den Krieg nicht mehr erlernen, sondern in brüderlicher Eintracht beglückt nebeneinander wohnen werden. — Glücklich, wer zur Herbeiführung jenes Zeitpunktes beizutragen begnadigt wird! — Die Beschlüsse Ser Nliddiner-Vcrsamuilung M Missalowitz, beurtheilt von Dr. Israel Hildesheimer. Wenn einmal in unserem Lager das Bewußtsein zum Durchbruche gekommen sein wird, daß dis publicistijche Thätigkeit auf dem Gebiete der Religion und in ihrem Interesse Pflicht, heilige unveräußerliche Pflicht sei, dann wird cs besser um dasselbe stehen. Heute glaubt leider noch immer der bei weitem größte Therl des lesenden und des nicktlesenden Publikums, daß Correipondenzen und Leitartikel aus purem Zeitvertreib oder nur aus Selbstgefälligkeit geschrieben werden; es hat selten nur Einer einen schwachen Begriff von dem bittern Ernste, der dabei so oft die Feder führt, von dem lange vorausgegangenen zähen Widerstreben, das die Artikel so gerne ungeschrieben lassen möchte, ja auch noch mitten in der Arbeit oft genug tief bekümmert die Feder aus der Hand legen läßt und nur mit größter Ueberrvindung der Pflicht weicht. Könnten die Leser von den hundert Zeilen, welche zwischen den wirklichen zu lesen sind, auch nur eine herauslesen, es müßten die aus vollem Herzen geschriebenen Abhandlungen zünden, ihren Zweck erreichen. Niemals aber ist es schwerer, sich unter die Herrschaft der Pflicht zu beugen, als wenn man auf religiösem Boden in Collision mit den Coryphäen der Richtung treten muß, welche im Ganzen und Großen dieselben Zwecke anstrebt und dasselbe Ziel herbeiwünscht, und nur über die Wege, die dazu führen, dlfferirt. Die heilige Pflicht zwingt mich, diesen Artikel zu schreiben, der mir, ich täusche mich nicht darüber, nicht wenige Freundentfremden dürfte, und was das Schmerzlichste ist, auch einige, die meine ganze Hochachtung und Verehrung genießen und immer genüßen weroen. U d dennoch geht die Pflicht über Alles. In tiefes Schweigen ist die gesetzestreue Partei versunken, man sieht und hört kaum ein Lebenszeichen, nur im jenseitigen Lager und den Organen der Gcaner ist Jubel ob all der Muße, welche" man ihnen läßt, zu wühlen, zu untergraben, die Pulsadern des Lebens zu unterbinden. Und wenn wir auch schweigen wollten, geschwiegen würde doch nicht; drüben wird Alles in tendenziöser Weise gemodelt, entstellt und verzerrt. Deshalb ist heute, sogerechtfertigt es vielleicht in siühern Zeiten war, zu schweigen, Stillschweigen Verrätst an der Heck gen Sacke. Oeffcntlich«? Geheimnisse müssen eben vor die Oeffentlichkeit gebracht werden, damit die Glaubenstrvuen mit Vcmtbeilnngen vertraut gemacht werden, damit sich nicht die feige Jntrigue dazwischen legt, die jüdischen Jesuiten Herren der Situation werden, die heimtückischen Volkesührer tae.tüglich mit mehr Glück und Erfolg das Lager der Pessimisten erweitern. Fort daher mit dem gefährlichsten aller Mittel, der Geheimmitthuerei, appelliren wir ernst und feierlich an unsere beste Freundin und Bundesgeno sin, die Oeffentlichkeit, und hoffe ich, daß sie uns die eben erwähnten schmerzlich vermißten Sympathien durch Erwerbung neuer Freunde auswägen wird, welche die Dringlichkeit der Sache und die Nothwendigkeit, unseren Standpunkt zu wahren, mit mir begreifen werden. Und in der That ist diese Wahrung des Standpunktes mehr als je dringend nothnnndig. Schon seit vielen Jahren steigen schwüle Gewitterwolken im religiösen Leben Ungarns auf, nicht nur nach links, wo die Nothwendigkeit des Kampfes greifbarer, und wirklich doch nicht selten ausgenommen wird, sondern auch nach rechts. Der Einfachheit der religiösen Anschauung im Gebete und der religiösen Observanz, den ernsten alten simplen Gewohnheiten, ohne jede Uebertreibung und Ausschreitung, nur nach spezieller Vorschrift des vorzugeben, stellt sich eine fanatische, verfolgungssüchtige Partei entgegen, welche einen alleinseligmachenden Chassidismus in verschiedenen Variationen proklamirt, sich für cnki'^v xar exeelloves hält, über die edelsten und größten nach Umständen, wie über O'pi und O'uws den Stab bricht und sich dabei mit einem Heiligenschein umgibt, der grade die Frommen, Edlen und Vesten oft für sich einnimmt. Und wenn derselbe in Lehre und Leben so oft mit unbegründeten Einseitigkeiten, Übertretungen und Ausschreitungen vorgeht, so denken die letztgenannten dooa üäe z'O wp könne Nie-

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