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Der Israelit · 1866-08-01 · Heft 31 (1.8.1866) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 31 (1.8.1866)
Date
1866-08-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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512 Wir danken dem Allgütigen dafür, daß kein Jude am Leben geschädigt worden; der an der neuen Synagoge angerichtete Schaden beläuft sich auf 15,000 Dukaten. Alle jüdischen Läden sind geschlossen. Diejenigen, welche Nnterthanen auswärtiger Mächte sind, finden bei ihren Consuln Schutz, allein die eingebornen Israeliten zittern für ihr Leben. Möge der Allbarmherzige uns in Seinen allmächtigen Schutz nehmen! (Libanon.) Wir haben bereits in voriger Nummer mitgetheilt, daß die Regierung des Kaisers Napoleon 111. mit größter Energie diesen Ausschreitungen entgegenzutreten gesonnen ist, daß Frankreich sämmtliche Juden der Donaufürstenthümer in seinen Schutz nimmt, und daß es die Emancipation derselben nicht durch die Ausbrüche fanatischer Wuth eines irregeleiteten, verblendeten Pöbels Hintertreiben lasten wird. Dank und Anerkennung dem edlen Herrscher, der seine göttliche Mistion darin findet, den Bedrängten ein Helfer zu fein! — Bukarest, den 2. Juli. Als Herr Adolph CrLmieux hier war, wurde er von Seiten des Fürsten wie von sämmtlichen Ministern hochgeehrt. Der religiöse Fanatismus, der verblendeiste Judenhaß übersteigt hier alle Grenzen; die rumenische Presse trägt das ihrige dazu bei, ihn anzuschüren und auszustacheln. Kaum wagen die Juden noch, ihre Häuser zu verlassen, da sie Beschimpfungen und Schläge stets zu fürchten haben; in einer kleinen Stadt der Moldau wurden sämmtliche Juden geschlagen; eine Frau starb in Folge besten. Früher, da die Israeliten noch durch Speise und Trank, durch die Feier des Sabbats?c. von den klebrigen gesondert waren, suchte man darin den Grund der Abneigung; aber das gerade Gegentheil stellt sich heraus; wahrend man damals den Juden allmählich viele Rechte einräumte, wird der Haß gegenwärtig nur noch stärker, jemehr die Nachkommen Jakobs den Sabbat entweihen, den Sonntag wie die Christen feiern und mit den Numenen aus einer Schüssel essen. Gibt das nicht jedem aufmerksamen Beobachter zu denken? Seit langer Zeit bemüht man sich, den Christen in jeder Weise ähnlich zu sein; sogar die jüdischen Schulen sind Samstags geöffnet und Sonntags geschloffen; die Kinder lernen die rumenische Spraye und kaum ein Wörtchen Hebräisch, so daß man selbst mit der Diogeneslaterne keinen Knaben finden würde, der die fünf Bücher Mosis in der Ursprache lesen könnte; unsere Männer scheeren sich das Kinn mit dem Scheerrnesstr glatt und unsere Frauen suchen ihren jüdischen Ursprung sorgfältigst zu verdecken. Haben wir doch auch unfern ehrwürdigen Nabbinen Mal bim vertrieben, weil er nicht dem Fortschrite in dem angedeuteten Sinne huldigte. Und doch, ihr Rumenen, verstoßt ihr uns? O, erkennet doch, ihr bethörten Juden und Jüdinnen, daß ihr nicht durch das Aufgeben unserer heiligen Religion euch die Gleichstellung erwerbt, werdet es doch inne, daß Gott es ist, der die Herzen der Fürsten und Völker lenkt! Hattet ihr doch jetzt Gelegenheit gehabt, zu beobachten, wie selbst getaufte Juden vom Volke mißhandelt worden sind! Für uns ist weiter keine Hoffnung, als daß wir zurückkehren zu unserm Vater im Himmel und zur Beobachtung Seiner heiligen Gebote! Dann wird Er uns schützen und wird Seine Boten senden, uns zu retten aus jeder Vedrängniß und Gefahr. (Libanon). Amerika. Aus Vtew-Aork dem „Hebrew" geschrieben, daß daselbst am verflossenen Lag Beomer (3. Mai) über 50 jüdische Hochzeiten gefeiert wurden; viele Läden waren in Folge besten an diesem Tage geschlossen , und ganze Stadttheile erhielten durch die große Menge von Equipagen, die mit festlich geschmückten Hochzeitsgästm hin- und wieder fuhren, ein festliches Aussehen. — Feuilleton. Die Gihonqnrlle zu Jerusalem, ausgesucht von C. Schick. Ungefähr 10 Minuten vom Jaffalhor entfernt, in den obersten Anfängen des Thales Gihon oder Hinom und hart am Jaffaweg, befindet sich eine Stelle, wo Felsb öcke liegen. Man hat dieselben für lebendigen Felsen gehalten, der aus dem Erdreich herausschaue, wie das um Jerusalem herum vielfach der Fall ist. Da ich aber zum öftern wahrgenommen habe, daß das Regenwaster, obwohl der Grund etwas vertieft ist, nicht als Lache stehen bleibe, sondern sofort gänzlich versinke, tauchten immer mehr Zweifel bei mir aus, ob hier blos eine Felsspalte oder ähnliches vorliege, und ich kam auf die Bermuthung, daß unterhalb eine bedeutendere Höhlung sein müsse. Bei genauerer Untersuchung stellte es sich auch sicher heraus, daß das, was man für lebendigen Felsen gehalten, nur ven Menschen hingeworfene große Steine seien. Dieselben sind im Durchschnitt 10 Fuß lang, 5 — 6 Fuß breit und 5 Fuß dick, (so daß also ein Mann einen solchen Stein nicht tragen kann), nicht behauen, sondern ganz roh, aus einer Schicht herausgebrochen. Da „die hohe Wasterquelle in Gihon" (2 Chron. 32, 30), welche der König Hiskia zudeckte, um sie hinun-

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