Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 29 (18.7.1866)
- Date
- 1866-07-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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494 und machte aus ihm ein wnp, einen Mann von tiefer, geheimer Wissenschaft, dessen Seele die des R. Pinchas ben Jair gewesen sei. Eine kurze Notiz über die beiden Namens-Verwandten, von denen jeder seine Verdienste hatte, die aber beide nichts weniger als Kabbalisten waren, wird die Dunkelheit, die in Bezug sie herrscht, wie ich hoffe, zerstreuen. In einer sehr seltenen Schrift, betitelt: O.-I'usn gedruckt in Krakau im Jahre 369, d. i. 4609, bei Jsaac ben Ahron aus Pronitz, m—4°, befindet sich ein Vorwort, unterzeichnet: „Pinchas Levi, Sohn des R. Israel Horwitz aus Krakau". Dieser Sohn Israel Horwitz ist der Schwager von N. Moses Jffer.les, der in seiner Jugend schon von Deutschland nach Polen kam. Denn in dem genannten Vorwort erzählt er, daß er im Jahr Vsv'i d. i. 1556 bei dem berühmten R. Schachna zum Besuch war, der sich bei ihm über die deutschen Gelehrten und ihr Studium erkundigte. Er konnte ihm von ihrem anhaltenden Fleiß, den Talmud gründlich zu studiren, namentlich von dem Rabbiner von Frankfurt a. M., nur lobend sprechen. Es scheint, daß unser Pinchas Levi Horwitz aus Frankfurt gebürtig und ein Jünger jenes gelehrten Talmudisten war. In der That finden wir ihn später, ums Jahr 1605, in dieser Stadt, wo er sehr gefeiert wurde, und in einer in der Frankfurter Synagoge gehaltenen Rede*) als Zuhörer mit dem Titel Gaon und Nassi erwähnt wird: ,OO.'S ,-1'N Op lOOKONV PN-N.-I O'ns?7i. Aus diesen Aeußerungen ist zu schließen, daß N. Pinchas ein bedeutender Mann war, sowohl gelehrt als reich und angesehen. Der zweite Pinchas Levi Horwitz, der ebenfalls in Krakau lebte, war wie der erste ein ausgezeichneter Mann. Er war Sohn des Vorstehers der Prager Gemeinde, Namens N. Salman Jsaias Levi Horwitz und baute dort die Pinchas-Synagoge. Der berühmte Jomtob Lipman Levi Heller schreibt 1640 folgendes von ihm in seiner ,12'k Seite 21: „Indem ich mit Durchsuchung meiner Papiere beschäftigt bin, finde ich bemerkt, was ich einst von einem großen Manne aus Krakau gehört habe, von jenem fürstlichen Manne, ausgezeichnet in theologischer und profaner Wissenschaft, Vorsitzer des Ausschusses der vier Sprengel des Königreichs Polens, der in ganz Israel berühmte R. Pinchas, Sohn des Gemeinden-Vorstehers R. Salman Jsaias Levi aus Prag von der Familie Horwitz. Er ist derselbe, der in Prag die Pinchas-Synagoge erbaute, seine Frau Rechla ist seiner Schwester Tochter, der Herrin Rebekka Stern, deren Name auf den Fenstern der Synagoge zu lesen ist rc. *) Gedruckt «. s. s. I. unter dem Titel: IN'W Ov'? Olp' kl.-. snr rinrvO. Dieser zweite Pinchas Levi Horwitz starb in Krakau, sehr alt, im Jahre 1618, lange Zeit nach dem Tode des ersten Pinchas Levi Horwitz. Er hinterließ einen Sohn, Namens Samuel Levi Horwitz, der ein angesehener Mann in Krakau war. XU. Die Märtyrer von Metz im Jahre 1096. Der erste Kreuzzug im Jahre 1096 war eine märtyrreiche Zeit für die Juden, besonders für die Juden in Deutschland. In Frankreich gab es auch derartige Metzeleien, aber sie blieben vereinzelt; die Geschichte kennt nur das traurige Ereigniß von Nouen, wo die wilden Kreuzfahrer die Israeliten in die Kirche trieben, ihnen die Degenspitze auf die Brust setzten, und ihnen die Wahl zwischen Tod und Taufe ließen. Das schreckliche Gemetzel hat Heldenthaten hervorgernfen, deren sich keine andere Nation rühmen kann. Aber nicht alle, die als Helden gefallen, sind bekannt geworden; handschriftliche Berichte von den jüdischen Verfolgungen im Jahre 1096, in der Oxforder Bibliothek, Collection Oppenheim und in unserem Kabinet aufbewohrt, enthalten viele Heldengeschichten, die bekannt zu werden verdienen. Hier die kurze Beschreibung der Märtyrer von Metz, Trier und Speyer nach den obengenannten Quellen, bis jetzt von keinem Geschichtsschreiber erwähnt. Als die Wallbrüder im Frühjahr 1096 durch die Gegenden der Mosel zogen, gelang es nicht den Israeliten zu Metz, sich ihrer Wuth ganz zu entziehen. Zwei und zwanzig Personen fielen in ihre Hände und erlitten einen jämmerlichen Tod. An ihrer Spitze waren der Rabbiner Samuel, der Einnehmer M e I r, Salomon, Sohn Isaaks und besten Ehegattin. Diese Glaubenshelden, die den Tod einer schmählichen Apostasie vorzogen, munterten ihre Neligionsgenoffen auf, sich dem Glauben ihrer Väter zu opfern und mit dem Ansruf: Höre, Israel, der Ewige, unser Gott, ist ein einiges ewiges Wesen! zu sterben, was sie auch Alle vollzogen. XIII. Die Opfer in Trier beim ersten Kreuzzuge. Als die jüdische Gemeinde von Trier die Gräuelthaten der Kreuzzügler hörte, da bemächtigte sich ihrer ein furchtbares Entsetzen. Man sah Väter mit eigener Hand ihre Kinder und sich selbst tödten. damit sie nicht in die Hände der Barbaren fallen möchten. Frauen, um ihren Glauben wie um ihre Ehre besorgt, stürzten sich in die Mosel, nachdem sie ihre Kleider mit Steinen angefüllt hatten. Die Namen dieser Opfer des Glaubens und der Tugend find unter anderen, Mar Ascher, der Einnehmer, SohnJosephs des Frommen; Rabbi Me'ir, Sohn des Samuel Ha-Naar; Mar Abraham, SohnJom-