Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 29 (18.7.1866)
- Date
- 1866-07-18
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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495 Lobs; ein junges Mädchen; Frau Esther, Tochter des Rabbi Cheskia Ha-Gabbai; zwei Jungfrauen aus Köln sprangen von der Brücke in den Fluß und ertranken. Rabbi Eleasar und seine Frau Abigail, Tochter des Rabbi Salomon Chasid. Andere eilten in die Burg und stellten sich unter den Schutz des Bischofs. Egilbert, von dem Geiste seines Vorgängers Eberhart beseelt, mißbrauchte die traurige Lage der Unglücklichen, um sie zur Taufe zu zwingen, was ihm aber nicht gelang. XIV. Speyers Märtyrer im Jahre 1096. Als am heiligen Sabbat den 8. Jjar 4856 (den 3. Mai 1096) die zügellose Rotte der Kreuzfahrer in Speyer erschien, da flüchtete sich schnell die wehrlose Gemeinde der Israeliten in die Gemächer des bischöflichen Palastes. Durch die Vermittlung des Gemeindevorstehers R. Moses ben Jekuthiels rettete sie der fromme Bischof Jochanan (Johannsen). Er zog gegen die Kreuzzügler mit großer Macht und ließ einigen Stadträthen, die sie begünstigten, die Hände abschlagen. Nur zehn fielen in die Hände der rohen Wallbrüder, nämlich: R. Jehuda ha-Cohen, seine Ehegattin Hanna und ihr Sohn Moses ha-Cohen; R. Jehuda ben Meschullam; Meschullam ben David; Sabbatai ben Kalonymos, der Einnehmer; R. Jehuda Ha-Saten, sein Sohn Michael und seine Tochter Judith; Frau Bruna, Gattin des R. Samuel ben Benjamin. Man schleppte sie in die Kirche und wollte unter Drohung des Todes sie zum Christenthum bekehren. Allein R. Jehuda ha- Saken munterte sie zum Festhalten ihres Glaubens auf, und erinnerte sie an die vielen Heiligen, die sich für ihre Religion opferten. Da fielen die Eienden über dm ehrwürdigen R. Jehuda ha Saken her, tödteten ihn und die anderen Unschuldigen ohne Erbarmen. Indessen vermißte die Frau Sara, Gattin des Einnehmers Sabbatai ben Kalonymos, ihren Mann und entschloß sich d cher gegen alle Bemerkungen ihrer Neligiousgenossen, den sicheren Zufluchtsort zu verlassen und ihren Gatten aufzusuchen und zu retten. Sie bewaffnete sich mit einem scharfen Dolchs und begab sich auf die Straßen der Stadt. Nach vielem Suchen fand sie den lieben Gatten todt bei der Kirche hingestreckt neben den übrigen Märtyrern, die man aus der Kirche geworfen hatte. Die treue Gattin fiel auf ihn und rief aus: O edler frommer Mann! o geliebter Sabbatai! ich folge dir. Sie sprach's, und durchstach sich mit dem Dolche, mit dem sich sich bewaffnet hatte, um ihren Gatten zu retten. (Fortsetzung folgt.) E. Carmoly. (Nach Inhalt, Reim und Rhythmus) von VSttSIs«. Nach so vielen Zeiten und Tagen Muß in banger Erinnerung ich klagen: „Darf der Feind noch immer es wagen, Anzuthun Gewaltthat und Schand'!" — Oftmals kommt mir's in den Sinn:^) „Gottes Erbarmen ist für uns hin!" — Bis ich wieder zu beten beginn: „Aendern wird es des höchsten Hand! — Bis der Abfall gänzlich entschwunden,?) Wird wohl dauern die Noth; — Dann wird dem Frevel das Scepter entwunden, Israel hat den Retter gefunden, Seine Macht wird aufs neu sich bekunden, Eliah kommt, des Heiles Bot!" — Wie doch die Bösen einig sich regen! Und ihr Gelüste hegen und pflegen! Und die Erfüllung wohl überlegen! Wider mich raunen einander sie zu! Ihre Zunge schmiedet Betrug. Fest wie die Mauer, Fuge bei Fug'! Mich zu verderben reichlich genug! Wollen mich stürzen in Grabesruh'l — Gott! sieh, wie ich herabgekommen! Nimm Dich meiner doch an! — Seufzer haben die Kraft mir genommen, Thränen sollen wie Brod mir bekommen, Laß doch baldigst Hülfe mir kommen, Eliah nahe heran! — O wie lange die Donner schon rollen! — Herr, der Du furchtbar im Thun wie im Wollen! Siehe, des Meeres wogende Schollen Haben beinah' mich hinweggeschwemmt! Herrlicher! an Kraft und an Macht! Sieh' mein Leben in Trauer verbracht! Hör', wie der Haufe jauchzet und lacht, Weil er die Seele mir eingedämmt. Mögest Du vom Joch mich befreien, Wie Du den Vätern halfst in der Noth; Zügle der Stolzen Toben und Schreien, Laß der Erkornen Schmuck sich erneuen, Trschbi, 3) der Bote, soll ihn verleihen, Eliah verkünde das Morgenroth! — Möge der Gott der Geister bedenken Seine Heerde, die sie so kränken! Möge Er gnädig sie leiten und lenken Hin zu Gewässern in friedlicher Ruh'! — 1) Vergl. Ps. 77. 10. — 2) Daniel 6, 13. 3) Beiname Eliah's. S. L König. 17. 1. 21, 17. —