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Der Israelit · 1866-07-18 · Heft 29 (18.7.1866) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 29 (18.7.1866)
Date
1866-07-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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493 die, die Klerikal-Klerdung bezeichneten Adjustirungsbestandtheile, das ist den schwarzen Talar und das geistliche Kollar, nach israel. Ritus geformt, zu tragen haben An gottesdienstlichen Requisiten hat jeder israel. Feldprediger die Thorarolle, drei Gebetmäntel und mehrere kleine Gebetbücher mit sich zu führen. Zur Assistenzleistung bei kirchlichen Funktionen ist jedem israel. Feldprediger ein Offiziersdiener seines Glaubensbekenntnisses beizugeben, auch sind ihm zur Vornahme der israel. Ceremonien bei Sterbenden auf sein Ansuchen mehrere Soldaten israel. Konfession zur Disposition zu stellen. (Wiener Fremdenblatt.) (Bemerkung der Red.: Bekanntlich wurden von Frankreich im orientalischen Kriege zum erste Male jüdische Feldgeistliche angestellt; Nordamerika folgte diesem Beispiele; Oesterreichs Kaiser bekennt sich nunmehr zu den gleichen Grundsätzen der Toleranz und Humanität; in Preußen wurde eine ähnliche Bitte von einem gewissen Jolowicz in Königsberg an die kgl. Regierung gestellt, von dieser jedoch abschlägig beschieden; wir sind überzeugt, daß der Bitte wäre gewillfahrt worden, wenn sie von gewichtigerer Seite, etwa vom Vorstande der israel. Gemeinde zu Berlin, ausgegangen wäre.) Wien, 2. Juli. Dem Correspondenz-Bureau wird aus Bukarest vom 1. d. M. gemeldet: Gestern wurden Hierselbst wahre Gewaltakte gegen die Juden verübt. Der Pöbel zerstörte den Judentempel vollständig. Viele Juden sind ins österreichische General-Konsulat geflüchtet. Der Prinz von Hohenzollern reiste heut nach Tergowitsch. Galarrtha. Am 29. v. M. wurde in der Nähe unserer Stadt ein gräulicher Raubmord verübt. Man fand nämlich gegen 3 Uhr Nachmittags neben der sehr frequenten Straße zwischen Galantha und Viszkelet, etwa fünfhundert Schritte von letzterem Orte entfernt, im niedrigen Getreide die Leiche des hiesigen israelitischen Inwohners Samuel Messinger auf erschreckliche Weise verstümmelt, mit Schnittwunden am Halse und fürchterlichen Hieben am Kopfe, mit Schädel-Zertrümmerungen. Der Einspänner des Gemordeten stand ruhig der Leiche gegenüber auf der Straße. Zwei mit Blut besudelte Leichsen (Befestigungsstangen der Räder), mit welchen die Hiebe geführt worden zu sein schienen, lagen auf der Erde. Die Theilnahme, welche dieser Fall erregt, ist allgemein, da der Gemordete sehr arm und Vater von fünf unversorgten Kindern war, von denen vier taubstumm sind. Eines derselben befindet sich gegenwärtig im Wiener israelitischen Taubstummen - Institute. Der Arme soll 30 Gulden bei sich gehabt haben. Die ganze gebildete Bevölkerung ist gespannt, ob es der hiesigen Behörde gelingen werde, des Thäters habhaft zu werden. Trieft. Dem „Wiener Fremdenblatt" wird von hier geschrieben: Von Seite des Landesgerichtes in Triest wird der Aufseher der österreichischen Judenkolonie in Alexandrien, Willems Götzl, steckbrieflich verfolgt. Derselbe ist nach großartigen Betrügereien aus Alexandrien nach Europa flüchtig geworden und aus Triest, wo er mit einem Lloyddampfer anlangte, spurlos verschwunden. (Anmerkung der Red.: Wir wissen nicht, was es für eine Bewandtniß mit einem „Aufseher der österreichischen Judenkolonie in Alexandrien" hat. Ein diesbezüglicher Aufschluß wäre uns erwünscht.) Rußland. Kiew. „Hakarmel" bringt einen Auszug aus dem „Kiewski Guvernski Wiedamasti", der die in Folge der neuerdings erlassenen Freizügigkeit für jüdische Industrielle und Ackerbauer entstandenen statistischen Umgestaltungen enthält. Die Zahl der im Jahre 1865 im Gouvernement Kiew ansässig gewordenen Israeliten beläuft sich auf 355 Familien mit 2729 Personen männlichen und 2620 weiblichen Geschlechts. Zusammen mit den schon früher hier wohnhaften jüdischen Ackerbauern beläuft sich die Gesammtzahl auf 5326 Männer und 5040 Frauen. Alle diese bebauen und bewohnen solche Territorien, die der Regierung gehören. Eigenen Erdboden haben sich im Jahre 1865 verschafft 41 Familien mit 333 Männern und 345 Frauen. Mt den früheren ansässigen jüdischen Ackerbauern sind dies 762 Männer und 784 Frauen. Die Juden besitzen im Gouvernement Kiew einen Flächeninhalt von 5705 Dssätinen (— 24,931 hessische Morgen). Feuilleton. Denkwürdigkeiten aus der Geschichte, Literatur und Kunst der Israeliten. (Fortsetzung.*) XI. Die zwei Pinchas Levi Horwitz. Ueber einen der genannten Pinchas, Schwager des R. Moses Jsserles (vergl. dessen Rga. Nr. 49), herrscht eine große Dunkelheit. Da man von seinem Leben wenig wußte, so verwechselte man ihn mit einem andern Pinchas Levi Horwitz, der ebenfalls in Polen lebte, *) Seite 448. Zeile 5 v. u. lies statt a. R. aus Prag, R. Chanoch aus Prag.

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