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Der Israelit · 1866-07-11 · Heft 28 (11.7.1866) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 28 (11.7.1866)
Date
1866-07-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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486 ligen „Zanser", dem „Sisker", dem „Loscher" und dem ,Momärner" erzählte, so versetzten sie einstimmig: „Man M gein losen, er ist ei« Keile!" — Was dem ShassidisnntS der snbv ist, kann inan schon daraus «sehen, daß er seinen Gegnern den Namen „Schilchormrechmenschen" gegeben. Nahe steht er dem ebenso frechen Neologismus. Beide sind abtrünnige; der ist ihnen nicht heilig. Das ist, was ich in wenigen Jahren erlebt habe. Was könnten noch andere sagen, wenn sie wollten, wenn sie nicht den Blitz fürchten möchten, den der „Nebbe" gegen sie beschwören könnte! Muth jedoch, wahre Brüder! Männer, deren Gelehrsamkeit und Frömmigkeit selbst dem Chassidismus Anerkennung aufdringt, treten offen und kühn gegen die Verräther und Oir>7> auf. Der erste Angriff gegen den „Sikser" möge die noch „Wildern" von ihrem frevelhaften Treiben zurückschrecken! Und Du o NQX2 222.1 XL' Holland. Graveirhaae, 12. Juni. Der Oberrabbine der israelitisch niederländischen Synagoge hat den Gemeindeangehörigen gerathen, wegen der häufig erscheinenden Choleraanfälle, diesen ->-21 L>' nicht zu fasten. Gestern jedoch fand ein außergewöhnlicher Gottesdienst statt. Nach dem Minchagebet wurden alle Gebete verrichtet, die man gewöhnlich am i"2 22)- zu verrichten pflegt. Nachher wurde von dem Oberrabbinen eine Predigt über den Text .22^1 '^22 O'->7>2 O'2D gehalten, worin der begeisterte Oberrabbiner seine Zuhörer zu i2^n und vor allem zu .2P2L aneiferte. Sichtlich tief gerührt verließ die zahlreiche Versammlung das Bethaus. (Nieuw Jsraelietisch Weekblad.) Rußland. AVarsHarr. Der Direktor der Wiener Oper hörte zufällig in der Synagoge einen jungen Mann, der eine ausgezeichnet schöne Tenorstimme besaß. Er schlug daher eines Tages den Eltern vor, ihren Sohn mit nach Wien zu schicken, woselbst ihn der Direktor musikalisch ausbilden wollte. Da die Eltern arm waren, so glaubte er mit Bestimmtheit annehmen zu dürfen, sie würden auf seinen Vorschlag eingehen, wenn sie die goldene Zukunft, die ihrem Sohne bevorstünde, in Betracht ziehe« würden. Wie erstaunte er jedoch, als der Vater des talentvollen Sängers feierlich erwiderte: „Ich habe meine« Sohn dem Dienste Gottes gewidmet und nicht dem der Welt. Es ist besser, daß sr ein armer Vorsänger sei, als ein reicher Opernsängers Spanien. Madrid. „Le Monde," das Organ der Ultramontanen in Frankreich, sagt, daß sich in Spanien eine Partei bilde, die von den Priestern die „Geißel" genannt werde, welche die Absicht hat, Freiheit deS Cultus, welche die ganze civilisirte Welt gerne anerkennt, einzujühren. Zitternd vor dem Herannahen dieser Gefahr spannt der „Monde" alle Seiten an, um ein solches Verbrechen von dem Lande der Inquisition fern zu halten. „Le Monde" weiß, daß nur durch religiöse Intoleranz der spanische Character rein gehalten werden könne, daß diese eine Hauptbedingung der Existenz Spaniens ist, und daß Spanien sich rurniren und einen moralischen Selbstmord in dem Augenblicke, in dem es religiöse Gewissensfreiheit proclamire, begehen werde." Solche Principien verbreitet ein Blatt in einer der aufgeklärtesten Städte der Welt, die, wenn sie richtig befolgt würden, die Inquisition, die Bartholomäusnacht wieder herbeizuführen geeignet wären. Man sollte wahrlich glauben, gerade die Geschichte Spaniens, die doch als Kirchengeschichte dem „Monde" nicht unbekannt sein dürfte, gebe den schlagendsten Beweis, was Spanien durch seine Intoleranz erzielt, wie es von seiner früheren Bedeutung als Weltmacht gesunken, und jetzt im Herzen des Landes, in der Hauptstadt selbst, in der früher so viel unschuldiges Blut dem Dämon des Fanatismus geflossen, jetzt die eigenen Landeskinder, gleichsam als Sühne der unschuldig Gemordeten, sich selbst zerfleischen; wie die Militäraufstände sich täglich erneuern, wie eine Besitzung nach der anderen sich von dem Mutterlande losreißt, und Spanien zu ohnmächtig ist, um dieses zu verhindern. Weiß die „Monde" denn nicht, daß in Spanien einst als noch jüdischer und maurischer Fleiß den gesegneten Boden der Pyrenäenhalbinsel bebaute, als noch die Intelligenz dieser Völker, die man mit Feuer und Schwert aus dem Lande jagte, an den Hochschulen Westeuropas strahlte, es ganz anders war als jetzt? Wohl weiß er es, ebenso wie ihm nicht unbekannt ist, daß sich Spaniens Glück mit der Vertreibung der Juden ebenfalls abwendete und jenen Ländern zufloß, die gastfreundschaftlich den armen Vertriebenen entgegen kamen. Die gesegnetsten und glücklichsten Länder der Erde find sie geworden, die Niederlande, die sich nicht um die Wirren und Händel der Großstaaten kümmern, sondern ruhig und unbekümmert ihrem Handel leben. Hingegen sind aber auch unsere Glaubensgenossen, die sich heute noch der Wohlthaten erinnern, die einst ihren Vätern geworden, gerade dieser Regierung so anhänglich, wie wohl selten eS Unterthanen sind. Inden waren es

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