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Der Israelit · 1866-07-11 · Heft 28 (11.7.1866) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 28 (11.7.1866)
Date
1866-07-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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47S ten wir nun von Sr. Ehrwürden, Herrn Hirsch Kalischer in Thor», Präsident der 21L/' eine Zuschrift, worin er uns um Rath fragt, wie und in welcher Weise er sich mit Herrn Dnnant in Verbindung setzen könne, um gemeinsam den edlen Zweck der Colonisirung des heiligen Landes zu verfolgen. Gleichzeitig sendet uns Herr Kalischer einen Brief, den die „Alliance Jsraelite Universelle" an ihn gerichtet hat; wir lasten den Inhalt desselben hier folgen: Paris, den 8. Mai 1866. Herrn KaUscher, Präsident des Vereins für Eolonifirung Palästinas, zu Thorn. Herr Präsident! Wir erhielten Ihren Brief, in welchem Sie uns den Vorschlag machen, Ihren Verein mit dem unsrigen in Verbindung zu setzen, um vereint wirksamer an dem Werke der Colonisation des heiligen Landes arbeiten zu können. Mit Vergnügen haben wir vernommen, daß Sie mit uns die Nochwendigkeit anerkennen, daß sich alle Wohlthätigkeitsvereine zu einem großen Ganzen concentriren müssen, wenn sie zur Regeneration unserer Brüder mit Erfolg operiren wollen und daß die Iso - lirtheit das Terrain nur steril macht. Ihr edler Vorschlag konnte also nur willkommen ausgenommen werden, und hatte destomehr Anspruch auf unsere Sympathie, da der Zweck Ihres Werk aufs Innigste mit dem unseres Vereins verknüpft ist, bis daß wir gemeinsam eine Verbesserung der socialen Lage unserer unglücklichen Religionsgenossen erstrebt haben. Jedenfalls erfordert die Realisation Ihres Projektes, wie Sie dies ja selbst wissen, die Mittel, über die Sie verfügen, gehörig zu Rathe zu ziehen, und dieselben nicht an Versuchen zu zersplittern. Die Alliance wird daher Ihr Programm nur unter der Bedingung annehmen, daß die Ausführung erst dann in Angriff genommen wird, wenn Ihr Fond erst noch durch beträchtlichere Summen verstärkt sein wird, welche erlauben werden, das Unternehmen seinem Ziele mit Nachdruck entgegen zu führen. Bis zu dem Augenblicke, wo wir uns alsdann beeilen werden, in unserem Budget ein Special- Conto für die Colonisirung des heiligen Landes zu eröffnen, wird Ihr Fond als Reservecapital verwendet werden, dessen Zinsen vorderhand als Aufmunterung zum Ackerbau unter den Israeliten deheiligen Landes benutzt werden könnten, oder auch Prämien für junge Leute die sich der landwirtschaftlichen Laufbahn widmen, abgeben dürften. Jede andere einschlägige Verwendung wird uns ebenfalls angenehm sein. Wollen Sie uns gütigst Ihre Mittheilungen über diesen Punkt zukommen lassen und genehmigen Sie, Herr Präsident, die Versicherung unserer ausgezeichnetsten Hochachtung Sekretair Der Präsident L. Nordman. Ad. Cremieux. Nkattbor. In dem Dorfe Radaschau, Kreis Ribnik, wurde ein Jude zum Schulzen für alle Dorfbewohner erwählt. Obschon die christliche Geistlichkeit sich sehr diesem Acte widersetzte, wurde unser Glaubensgenosse, Rabbi Simon Freund , dennoch wegen seines offenen musterhaften Characters und seiner juridischen Fähigkeiten einmüthig zu diesem Amte bestimmt: Der Betreffende ist ein Schwager des Rabbiner» Moses Rahmer zu Thorn. (Hamagid.) England. Ports ruorrth. Ein englisches Fachblatt für Nautik, das „8ailor'8 NaALLive" schreibt Folgende-: Die größten Ocieandampfer, die jetzt das atlantische Meer befahren, haben genau dieselbrn Verhältnisse in Länge und Breite und Tiefe, die Noah's Arche gehabt haben soll. Die Dimensionen der atlantische» Seefahrer sind: Länge 322'; Breite 50'; Tiefe 28*/,*. Die Umrisse der Arche waren bekanntlich : Länge 300'; Breite 50'; Tiefe 30'. Nach den Versuchen von zwei und vierzig Jahrhunderten, die seit der Sündfluth verflossen sind, sind die Schiffszimmerleute wieder zu dem Model zurückgekommen, das Noah's Arche darbot. (Es scheint hier übersehen zu sein, daß dis Längenmaaße der Arche in der Bibel nach Ellen und nicht nach Fuß angegeben sind; die Verhältnisse sino zwar dieselbe», allein der Kubikinhalt der Arche war achtmal größer als der dss allergrößten Schiffes der Gegenwart.) Feuilleton. L r i e g. Jst's denn wahr oder träume ich? Also wirklich Krieg, also Hunderttausende auf der einen Seite und Hunderttausende auf der anderen Seite, auf einander losgehend mit Schwert und Spieß und Feuerrohr, mit dem festen Willen, zu tödten, zu vernichten, niederzuschmettern, zu verderben? Ist denn das noch möglich in einer Zeit, wo alle Geister vernünftiger denken, alle Herzen klarer fühlen, als jemals? Ja, eS ist kein Traum, viele Tausende von Menschen stürzen, von Kugeln getroffen, "die Menschenhände abgesendet haben; Menschen mit zerschmetterte« Gliedern liegen, ächzend, wimmernd, röchelnd am Boden; Menschen mit Armen, von Wuth gespannt, mit Augen, von Zorn blitzend, hauen, schlagen, stechen auf einander, als hätten sie daS Holz oder das Wild des Waldes vor sich; das schöne Sommergrün ist von Menschenblut getränkt, Eaatenfelder find zerstampft.

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