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Der Israelit · 1866-07-11 · Heft 28 (11.7.1866) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 28 (11.7.1866)
Date
1866-07-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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477 lenden himmlischen Schönheiten sich zuwenden, ihre Gefühle, daß sie jene unwiderstehlich wirkenden himmlischen Kräfte empfinden, suchen wir ihren Geist am Lichte der Thora zu erleuchten, ihr Herz daran zu erwärmen; suchen wir nämlich denselben frühzeitig gründliche Kenntniß zu verschaffen, von den Geboten, deren treuliche Erfüllung Gott unserem Volke strenge befohlen, von den Verboten deren Uebertretung strenge untersagt, ja gründliche Kenntniß aller Zweige und Neste dieser himmlischen Lebensbäume, wie solche unser heiliges Religionsgesetz klar und deutlich enthält, deren Kenntniß und Beobachtung Gott von jedem Israeliten strenge und unbedingt fordert. Dann, dann haben wir unseren Kinder zeitliches und ewiges Wohl begründet, unversiegbaren Segen und unendliches Heil ihnen verschafft. Daß aber in unserer Zeit gar viele Eltern, ja, gar viele Gemeinden dieser heiligen, unerläßlichen Pflicht nicht entsprechen, wird wohl Niemand in Abrede stellen, vielmehr ist es eine nur zu bekannte traurige Thatsache, daß ein ungemein großer Theil der Schuljugend die Schule verläßt, ohne auch nur im Geringsten von dem himmlischen Mauna unserer heiligen Religionsliteratur gekostet zu haben, geschweige denn gekräftigt davon zu sein. Ja, die Schule wird verlassen, ohne daß die bedaurenswerthen Knaben und Mädchen darin gelernt haben, was Gott Israel gebietet, waS er ihm verbietet, ohne daß sie vielleicht auch nur ein einziges Gesetz nach seinen unerläßlichsten specieüen Bestimmungen der Thora kennen, oder nur davon gehört haben; geschweige denn, daß bei den Knaben von einer Befähigung zur weiteren Selbstforlbildung im Thora-Studium auch nur die Rede fein könnte. Was Wunder aber, daß in solcher Weise die heiligsten Gesetze und Vorschriften verletzt und übertreten werden? Was Wunder da, daß jene so hochheilige Pflicht der Beschäftigung mit Thora-Studium gänzlich unerfüllt bleibt, eine Pflicht, die jedem Israeliten ohne Ausnahme so strenge geboten! Darf cs uns aber wundern, wenn die Person, der Leib, den wir sündhaft pflegen, mit der Sünde bedecken und durch Sünde entweihen, nicht mehr der göttlichen Nähe, des göttlichen Schutzes würdig ist? Darf es wundern, wenn der Boden unter uns zu wanken beginnt, da ihm einer seiner wesentlichsten Träger, das Thora- Studium, entzogen worden? nur dann, wenn wir ungeteilten Herzens vor Gott wandeln, nur dann, wenn wir alle seine Gesetze und Vorschriften mit ganzem Herzen und ganzer Seele vollziehen und beachten, mit meiner heiligen Lehre, wie Er es befohlen uns beschäftigen, nur dann beurkunden wir vor der ganzen Menschheit, daß der heilige Gottesname auf uns richt, und dann wird unsere Person und unser Eigenthum unter Gottes Schutz und Obhut stehen und darum auch unantastbar sein und bleiben. Unsere heilige Thora bildet die Kette, welche die Erde mit dem Himmel verbindet, sie ist die Leiter deren Fuß auf der Erde steht und deren Spitze an den Himmel reicht. Trennen wir irgend ein Glied aus dieser Kette, nehmen wir eine Stufe aus dieser Leiter, so ist die Erde vom Himmel getrennt. Lastet sie uns unversehrt erhalten, dann werden die Engel Gottes auf derselben zu unserer Hut herabsteigen und Er, der Hüter Israels steht oben an deren Spitze, uns zu schützen und zu segnen. Kommet, theure Brüder und Schwestern, laßt uns zurückkehren zu Gott, unserem Herrn, laßt uns sofort den unwiderruflichen Entschluß fassen, von mm an seinem heiligen Religionsgesetze, aufrichtigen, unbedingten, kindlichen Gehorsam zu zollen, nichts zu unterlaffen, was zu thun darin uns befohlen, nichts zu thun, was zu Unterlasten darin uns geboten, auf daß wir allesammt wahrhaft fromme GotteSdieuer und aufrichtige Freunde aller Menschen werden. Und wenn Wahrheit von der Erde empor sprießt, so wird Wohlwollen vom Himmel herabströmen, und der Herr wird ausgießen das Füllhorn seines unendlichen Segens über Israel und die gesammte Menschheit, auf daß Friede und Liebe, Erkenntniß und Wahrheit über den ganzen Erdenrund sich in Fülle verbreiten, wie das Master die Meerestiefen füllt. Amen. Mehrere Nabbinen. Zeitungsnachrichten nnd Correspoudenzen. Deutschland. Kafsel. Wir haben zu unserm Bedauern eine Fortsetzung der von uns seit lange begonnenen Besprechung hier bestehender Wohlthätigkeits - und anderer religiösen Vereine noch nicht folgen lassen können; und wiewohl die Continuität unserer Berichte allerdings keineswegs beeinträchtigt wird, so fühlen wir doch wohl, daß dadurch eine Gesammtanschauung des Bildes von dem Leser weder gewonnen, noch das Interesse desselben für unsere Gemeinde gehoben werden kann. Diese Rücksicht ist indessen doch von «ur untergeordneter Bedeutung und glauben wir darum, bei Vorlage dringenderer Arbeiten mit dem Referate der in Rede stehenden Schilderungen uns nicht selbst drängen zu sollen. Dagegen halten wir eS an der Zeit, einer von unserm Landrabbmer, Herrn vr. Adler, gestifteten Tnvn zu erwähnen, welche seit länger als einem Jahre besteht. Wir haben mit diesem Berichte darum dis jetzt gezögert, um uns von der Thätigkeit und den Leistungen dieses Vereins erst selbst ein Urtheil bilden zu können, was doch nach einem langem Bestehen erst möglich ist. MM

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