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Der Israelit · 1866-07-11 · Heft 28 (11.7.1866) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 28 (11.7.1866)
Date
1866-07-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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-? i? 4 erscheinen. Diese, wenn auch äußerst klein und winzig an Zahl, sind aber um so verabscheuungs- und verdammenswürdiger, als diese Wenigen von Manchen mit der Gesammtheit des Judenthums identificirt werden. Und wenn dies wiederum nur von einem kleinen und winzigen Theil aus Beschränktheit oder Böswilligkeit geglaubt oder angeblich geglaubt wird, so sind doch Dinge dieser Art, selbst wenn sie auch nur selten Vorkommen, höchst betrübend und bedauerlich. Eine eben so betrübende Erscheinung bietet die von manchen Eheleuten verübte Verletzung der jüdischen Ehepflichten bezüglich der Absonderungs¬ und Reinigungsgesetze, .nv'üv und Diese Gesetze, die den jüdischen Eheleuten aller Zeiten und Orte stets heilig und unverbrüchlich, ja die mit der strengsten Gewissenhaftigkeit beobachtet wurden, Gesetze, deren hohe Wichtigkeit schon dadurch ersichtlich, weil Gott auf ihre Übertretung die so schwere Strafe himmlischer Ausrottung r>->2, über beide Ehetheile verhängt; diese heiligen Gesetze werden in unserer Zeit in manchen Ehen in strafbarer Sündhaftigkeit, dem Religionsgesetze hohnsprechend, ungescheut verletzt und übertreten. So ereignetes sich nur zu oft, daß Eltern, die zwar für sich zu den Gläubigen gezählt werden wollen, dennoch für ihre Kinder Ehebündnisse genehmigen , bei denen sie im voraus überzeugt sind, daß jene heiligen Ehegesetze total unbeachtet bleiben. O! welch' eine Verkehrtheit! welch' eine Undankbarkeit gegen den Allvater! wollt Ihr so dem Herrn vergelten, Ihm, der Euch seinen Beistand verliehen, das Ehegebäude aufzusühren; Ihm wollt Ihr so vergelten, seine für jüdische Eben unbedingt vorgeschriebenen heiligen Gesetze mit frecher Stirne zu übertreten?!! Und ferner, der Herr hat Euch mit dem höchsten Ehesegen, mit Kindern beglückt, Er erhielt sie Euch gesund. Er ließ sie heranwachsen und Euch den heißesten Elternwunsch, die Verehelichung der Kinder, in Erfüllung gehen, und für dieses viele und erhabene Gute wollt Ihr Ihm damit danken, daß Ihr Euren Kindern gestattet, die heiligsten Gesetze zu übertreten? daß Ihr für sie den h. Trauungsakt zur Lizenz von schweren Religionsverletzungen mißbraucht!? Eben so traurig steht es mit der Übertretung anderer von der Religion strenge und unbedingt ausgesprochenen Verbote, so z. B. der Gesetze über verbotene Speisen, nprw mV') mm-r, dessen jedesmalige, Übertretung nach den Lehren unserer h. Religion 1'u.nv .-iLMii, fünffache Gesetzverletzung, involvirt; ebenso des Verbots, sich solcher Kleider zu bedienen, in denen Wolle- und Leinensioffe vereinigt. Ja, wer hätte es ahnen sollen, daß solche vom Religionsgesetze so unbedingt strenge ausgesprochene, und m der That im Judenthume aller Zeiten und Länder stets als heilig und unverbrüchlich aufrecht erhaltene Verbote, jemals so ungescheuet und so leichtfertig ver- 6 letzt werden könnten, wie dies in unserer Zeit bei so Manchen der Fall. Eine Erscheinung, die nur zu deutlich zeigt, wie leer und öde der innere Glaube solcher Leute, wie hingegen die Dornensaat der Sinnlichkeit, der Lüsternheit und der Zügellosigkeit ihre gefährlichen Schößlinge und Früchte in grauenhafter Weise bereits hervorgebracht. Der Mangel an Sinn für unsere h. Religion, sowie der Mangel an Berständniß ihrer erhabenen Göttlichkeit, dieses zwiefache Gebrechen zeigt sich in höchst betrübender Weise auch in folgender Beziehung: Es ist ein bekannter Grundsatz, daß vollkommne oder mangelhafte Herzens- und Geistesbildung, des Einzelnen wie der Mehrheit, von der Jugendbildung ihre wesentlichste Begründung und Bedingung haben; ist diese eine entsprechende, dann ist das Fundament gegeben, auf welchem der Weiler- und Aufbau eines Segen und Heil verheißenden, auch dm mächtigsten Stürmen Widerstand zu leisten vermögenden Gebäudes ausgeführt werden kann, ist hingegen die Jugendbildung eine verkehrte, falsche oder auch nur mangelhafte, dann ist die Hoffnung einer entsprechenden Hebung im reiferen Alter nicht nur höchst zweifelhaft, sondern kaum denkbar. Denn, mit den Mißgriffen der Jugendbildung werden zugleich soviel Hemmnisse und Hindernisse, so viel Steine des Anstoßes auf die Bahnen der späteren Entwickelung geschleudert, daß auch der unbedeutendste Schritt vorwärts mit den mächtigsten Schwierigkeiten verbunden und das Ziel der Vervollkommung in weite Ferne gerückt, wenn nicht völlig unerreichbar wird. Wenn wir nun diesem Grundsätze volle Berechtigung und Berücksichtigung zuerkennen, zuerkennen müssen, selbst wo es blos den Branchen weltlichen Berufs, zeitlichen Gedeihens unserer Jugend gilt, um wie unendlich mehr müssen wir davon durchdrungen und beseelt sein, wo es sich um den himmlischen Lebensberuf, um das ewige Heil unserer Kinder handelt. Da wird wohl Jeder eingestehen müssen, daß es heiligste Elternpflicht ist, alle rhre Geisteskräfte zu entwickeln, alle Thätigkeit ihrer Gefühle zu entfalten, all ihren materiellen Besitz zur Verfügung zu stellen. Alles und Jegliches aufzubieten, einzig und allein dazu, ihren Kindern diese höchsten und kostbarsten Güter, deren himmlischen Lebensberuf und ewiges Heil zu verschaffen, zu wahren und zu sichern. Fragen wir aber nach den Wegen, die die Eltern einzuschlagen, nach den Mitteln, die sie zu wählm, um jenes erhabene Ziel, jenen glorreichen Zweck, die Glückseligkeit ihrer Kinder zu erreichen und zu sichern, so kann die Antwort nicht zweifelhaft sein; sie besteht einzig und allein darin: führen wir unsere Kinder in ihrer frühesten Jugend schon in die Heiligthümer der Religion ein, wecken wir frühzeitig ihren Geist, auf daß er jenen in unendlicher Mannigfaltigkeit sich darbte-

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