Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 27 (4.7.1866)
- Date
- 1866-07-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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466 nittven Anstellung des vr. Jukosinski die Bestätigung versagte, auch nachdem das Abgeordnetenhaus eine hierauf bezügliche Beschwerde der städtischen Behörden dem Ministerium zur Abhilfe überwiesen hatte. In wie hohem Maße das Judenthum unter den Schülern vertreten ist, ergibt die Zahl derselben in dem verflossenen Schuljahre: evangelische 173, katholische 159, jüdische 140. Es würde demnach ebenso sehr die Gerechtigkeit als die Billigkeit eine Vertretung des Judenthums auch unter dem Lehrerpersonale erheischen." Oesterreichischer Kaiserstaat. Wie». Die israel. Kultusgemeinde in Wien veröffentlicht einen Aufruf an ihre Glaubensgenoffen zur Beistellung von Leinwand, Wäsche, Verbandstücken, Charpie rc. für verwundete Krieger. Die Kanzlei der Kultusgemeinde befindet sich: Stadt, Seitenstettengaffe Nr. 4. Wien. Baron Anselm von Rothschild hat der hohen Regierung die Summe von 10,000 fl. angeboren, um dafür Verwundete und Kranke zu pflegen, und die Frauen und Kinder der Vaterlandsvertheidiger zu unterstützen. (F. I.) Pefth. Der hiesige israel. Vorstand hat in neuerer Zeit die Anordnung getroffen, daß bei Trauungen in dem Tempel von d>n anwesenden Herren und Damen Geld zur Ausstattung armer Mädchen gesammelt wird. In den letzten drei Monaten ist so viel eingegangen, daß der Vorstand schon in den nächsten Tagen 12 armen Bräuten eine Ausstattung zu geben im Stande ist. (Leitstern.) Pola. Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich haben in Anerkennung des besonderen Verdienstes bei Bewältigung des an Bord der „Novara^ ausgebrochenen Feuers unserem Glaubensgenoffen, Herrn Markus Millich, dem Bootsmann 2. Klasse, den silbernen Verdienstorden mit der Krone verliehen. Italien. Florenz. Obgleich schon seit den frühesten Zeiten Studenten der Theologie, seien es Katholiken oder Protestanten, von allen militärischen Diensten befreit waren, so wurde dieses Gesetz nie auf Studenten der jüdischen Theologie ausgedehnt. Seit 1848 wurden deshalb schon häufige Gesuche eingereicht, die jedoch sämmtlich abschlägig beschieden worden. Einem unlängst gestellten Gesuch jedoch ist es gelungen, daß die Regierung für die Folge die Juden mit andern religiösen Körperschaften vollständig auf gleichen Fuß stellt und also in dem bereits begonnenen Kriege die jüdischen Studenten der Theologie militärfrei sein werden. (Educatore Jsraelita.) Frankreich. Port-. Der neue Concertsaal, den der Bankier Bischoffsheim in Paris in der Nähe der neuen großen Oper hat bauen lassen, ist jetzt vollendet und man theilt uns über seine Bestimmung Folgendes mit: Der Eigenthümer selbst will gar keinen Nutzen daraus ziehen, sondern Mes, was der Saal an Miethe abwirft, soll Pariser Wohlthätigkeitsanstalten zufließen. So ist das Etablissement zuvörderst der Looiöts äs 1'H.tbävös auf 35 Jahre überlassen, die zwar keine Miethe zahlt, aber die Hälfte aller ihrer Einnahmen gewissen Volksschulanstalten überweisen muß. Paris^ Herr S. Bloch, der vortreffliche Redakteur des „Univers Jsraelite" erhielt am 22. Juni d. I. folgenden Brief, der die Aufmerksamkeit unserer Leser verdient. „Wir haben die Ehre, Sie zu benachrichtigen, daß ein Verein, der den Zweck hat, die jüdische Literatur in Frankreich zu heben, baldigst organisirt wird. Mehrere Rabbinen und gelehrte Glaubensgenossen haben diese Sache in die Hand genommen. Die erste Sitzung wird in dem Lokale des israelitischen Seminars, Dienstag den 26. Juni, Nachmittags 4 Uhr stattfinden. An der Tagesordnung sind: eine Allocution des Herrn Al-suä rakbia Isidor; Prüfung des Statutenentwurfs; 3) die Vorlesung der folgenden Arbeiten: „Das Leben Hillels des Aelteren" von Herrn Trenel, Direktor des Seminars; „die Sklaverei nach der Bibel und dem Talmud" von Herrn Rabbiner Zadok Kahn. Da wir das Interesse, das Sie haben für Alles das, was der Wissenschaft des Judenthums dienlich ist, kennen, bitten wir Sie, unsere Versammlung mit Ihrer Gegenwart zu beehren. Genehmigen Sie rc. Isidor — I. Trenel. Hoffen wir, fügt der „Univers Jsraelite" hinzu, daß die neue Gesellschaft, die auf dauerhaften und ernstlichen Elementen errichtet, den Erfolg erzielen wird, den Sie verdient, und daß Sie dem französischen Judenthume Ehre machen wird. Belgien. Brüssel. Die erledigte Landrabbinatsstelle für Belgien wird durch Herrn Aristide Astruc, bisher Rabbinatsassessor zu Paris, besetzt werden. Bon den 139 Wahlstimmen des belgischen Consistoriums waren 127 für Herrn Astruc; von den 12 übrigen kamen 9 auf Herrn I. Levy, Rabbiner zu Lüneville. Bei dieser Gelegenheit wollen wir bemerken, daß die den französischen jüdischen Zeitschriften entnommene Nachricht von der Bewerbung des Herrn Michael Weil, Rabbiner zu Algier, um das belgische Rabbinat sich nicht bestätigt hat.