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Der Israelit · 1866-06-27 · Heft 26 (27.6.1866) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 26 (27.6.1866)
Date
1866-06-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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445 871N' ^.7V">1.7V1 L77P ll'7.7 7P1P1PN3)V.7 P82.7 377» 78O8. ist nicht «ehr unter den Lebenden, er hauchte wie 7»"p7v ohne vorausgegangene Krankheit seine heilige Seele aus. Lange Zeit ist m dem Lager der Orthodoxie kein so großer Riß geschehen, kein so folgenschweres Ereigniß zu beweinen gewesen, kein so verheerend zündender Blitz aus heiterem Himmel herabgefahren ->L7XTlSirrn lix,22' ')2 ini. Er war einer der felsenfestesten Kämpfer, der muthigsten Männer eines sichern Urtheiles für alle Fragen des jüdischen Lebens, aus dessen reichstem Borne Tag und Nacht die tiefsinnigste Lehre floß. Zu unvollständig instruirt, um eine eigentliche Biographie dieses Sternes erster Größe zu schreiben, will ich nur mit wenigen Worten ii 7ii2v3 77,8 ')Q7p' 8^ Zusammentragen, was aus seinen Ledensverhältmssen zu meiner Kenntniß gekommen und von dem Eindrücke sprechen, den dieser große Charakter zu verschiedenen Zeiten aus mich gemacht. 78V8 8717»' ^ViTM fi8)7> 277, wurde in Aszud, einem kleinen Städtchen Ungarns, von sehr armen Eltern geboren. Er lernte in Nikolsburg bei pp"iL? VP)P2 '277O '1.7Q 7122"^, Oberlandesrabbiner in Mähren, erlangte schon dort einen großen Ruf und P7I21Q7I 127 schätzte ihn schon außerordentlich hoch, er soll einmal einem erwidert haben: „Wenn Ihr einmal ein -78v8 87i.7' '7 seid, könnt Ihr auch 711227, .7^2p.i lernen/' Dabei lebte derselbe dort immer in der drückendsten Armuth, so daß man ihn witzweise den Pantofflen 71712 genannt haben soll, indem er kein Geld hatte, sich Schuhe zu kaufen. Dann ging er nach Szerdahely, verheirathete sich dort in der Nähe und lernte noch bei pLnsn'ir«;77>8 '17,12 p8)7> 2771 >"21, der ihn auch als s"i einsetzte. Hierauf erhielt scheint, verwandtschaftlich fernstehenden geschickt wurde, sich nach dem Befinden des 8)712 27 zu erkundigen, die eingetretene Katastrophe nicht aussprechen wollte, obiger Lermuthung zu widersprechen. Da indeß '277O und die später» O'pOir aus dieser Begebenheit keine Schlußfolgerung ziehen, so müssen sie eben vorausgesetzt haben, daß dies eben Schüler gewesen, denen das Befinden ihres Lehrers mindestens eben so nahe ging, als dies bei Verwandten der Fall ist, indeß 7,2^71 7pip ).7)Q; und ist es allerdings ^87L" 71121L71 ^>22 Sitte auch Anderen, die nur irgend ein Interesse an dem Wohl des Verstorbenen nehmen, den eingetretenen Tod zu verschweigen. Jedoch dürfte dies nur dann geboten sein, wenn die Trauernachricht überhaupt verschwiegen bleiben könnte, nicht aber, wo im vorliegenden und ähnlichen Falle ohne dies die öffentlichen Organe rücksichtlos die Nachricht verbreiten. Hiermit hängt aber dann auch noch der wichtige Punkt 822LN 87p' zusammen, wenn nämlich, wie dies ganz gewöhnlich ist, der Hiniritt wahrhaft großer Männer von den gegnerischen Organen im günstigsten Falle mit Färbung verbreitet wird. In diesem Falle ist es entschieden Pflicht, dem großen Dahingeschiedenen diese letzte Ehre zu erweisen, ihm einen seiner würdigen Nachruf zu geben; und dürste dabei um so weniger die auch ohne dies unvermeidliche Auflegung der Betreffenden berücksichtigt «erden. er einen Ruf als Rabbiner nach Röte, üLerfiedette in gleicher Eigenschaft nach Szemnitz und wirkte jetzt seit ca. 16 Jahren in Szerdahely. Und welche Wirksamkeit! I» sehr vielen Gegenden hat man gar keine« Begriff davon. Vor allen Dingen als .72'v vom, als Lehrer einer wiffensbedürftigen Schaar von mehr als 100 Jünglingen, welche von nah und fern zu ihm strömte, um aus der reichen Quelle seines Wissens das, nicht mit dem bescheidenen und selbstzufriedenen Maßstabe der Gegenwart, sondern mit dem anspruchsvollen eines 7siO Olin und vz,)p2 '27712 '7 gemessen werden will, echtes solides Material zu sammeln, und einen Theil seiner wahrhaft übermenschlichen 7i7O abzulauschen. Und was that und leistete er als seinen Schülern! Nicht nur, daß er es theils unmittelbar, theils indirect ermöglichte, daß in dortiger nicht so sehr großen und nicht bemittelten Gemeinde, die große Anzahl von Schülern eine entsprechende Unterstützung erlangte (und ist es ja überall großentheils das Vertrauen und die Liebe zum Rabbiner, welche den Gemeindemitgliedern den Wetteifer um die Versorgung der Schüler ihres geliebten Lehrers einflößt), sondern er gab den vielen blutarmen O'7i7i2 seiner 712'L", wenn sie während der Ferien traurige Rundreisen zur relativen Minderung ihrer Nahrunassorgen antreten mußten, bis auf wenige Ausnahmen, immer eigenhändig geschriebene Empfehlungen mit; und habe ich oft genug dm Fleiß und die Ausdauer bewundert, mit welcher er auch nur bei diesen Schriften dem )v7ii'7V2Q 77,1' 12 71121 gerecht wurde. Und wie viele Hunderte von Schriften wurden von ihm .-.L'PO^I 7I2P.77 wohl fast immer in eigener Person alljährlich geschrieben. Es versteht sich von selbst, daß man sich bei großem religionsgesetzlichen Fragen vorzugsweise an diese eminente Autorität wandte, zumal man der Pünktlichkeit im Antworten und der eindringlichsten Gründlichkeit der Antwort sicher war. Und wie viel Stunden hat nun noch sein Privatstudium und die Anfertigungen vieler 7' '2N2, die die Nachwelt noch in Erstaunen setzen werden, in Anspruch genommen! — Jedoch nicht nur diese, ich möchte sagen intelectuelle Praxis, sondern auch die einfach menschliche nahm einen so hervorragenden Theil seiner Beruftsthätigkeit, seiner Zeit und seiner Correspondenz in Anspruch, daß diese Seite allein das höchste Staunen und die größte Bewunderung Hervorrufen muß. Er war ein Mensch in der edelsten und der idealsten Bedeutung des Wortes. Begabt mit einer Herzensgute, welche jeden bezauberte, der nur irgendwie mit ihm zusammenzukommen das Glück hatte, und bei jedem den tiefsten Andruck zurücklies; ausgestattet mit einer Liebenswürdigkeit, Freundlichkeit und Leutseligkeit und über Alles mit einer unendlichen Bescheidenheit machte er es seinen Besuchern sehr schwer, eingedenk zu bleiben, daß man eben bei einem 871.7' ^7

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