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Der Israelit · 1866-06-27 · Heft 26 (27.6.1866) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 26 (27.6.1866)
Date
1866-06-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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44A heit wird über kurz oder Lantz wieder zurückkehrm zur Bahn,L^ Gesetzes, Heyn dys Gesetz ist dssBleihestbe^ das Ewige; mHt etwa das Gesetz, da§lM^en- Hen mache»/ verändern, umstö^en^ ueubildem Hydern das Gesetz, welches der Hllweise dem" Weltall uls Fundament unterbreitet hat. Welches sind diese Gesetze? — die Astronomen, die Naturforscher suchen sie zu ergründen. Sie beobachten und lauschen, sie suchen und versuchen; sie finden auch. „So war es, deßhalb ist es so und deßhalb wird es so sein," sprechen die weisen Forscher und haben ein Recht, so zu sprechen. Allein was suchen, was erforschen, was finden sie? Immer nur Einzelnes, aus dem sie vergeblich sich bemühen, das Ganze zufammenzusetzen. Denke Tir, lieber Leser, Du habest eine von kunstfertiger Hand gebildete Uhr, die nicht nur die Stunden, Minuten und Secunden, die Dir auch Tag und Monat und Jahreszahl, die Dir den Stand der Sonne, der Erde, des Mondes, der Planeten und Fixsterne zeigt; nun nimmt Jemand dieses Kunstwerk auseinander, und die Räder und Rädchen, die Spindeln und Pendel, die Zacken und Schaufeln werden hierhin und dorthin verstreut; Du willst die Uhr wieder zusammensetzen, Du suchst und findest bald hier bald dort ein Rädchen oder ein anderes Stückchen — wann wirst Du die Construction des Ganzen begreifen? doch nicht eher, bis Du alles Einzelne wiedergesunden und richtig ineinander gefugt hast. Wie aber, wenn Du eine Zeichnung findest von des Meisters Hand; da kannst Du mit Leichtigkeit das Kunstwerk neubilden, denn die Gedanken des Meisters stehen Dir anschaulich gegenüber. Siehe, die Welt ist das große Kunstwerk, von Gottes Meisterhand gefertigt. Wann wird der Mensch sie durchforscht, erkannt haben? Das gegenwärtig lebende Geschlecht, das so stolz ist auf die Menge seines Wissens, kennt noch nicht ein Millionstel der Erdoberfläche, geschweige des Erdinhalts oder des Wesens entfernter Welten. Die Astronomie, die Naturwissen^ schäften, sie werden das Wesen des Weltalls niemals ergründen; denn nach Millionen von Jahren wird noch nicht alles Einzelne ergründet, wird noch Räum für neue Entdeckungen sein. Ja, wenn wir den Plan, den Riß hätten, nach dem der Weltenbaumeister Sein Meisterwerk ausgeführt! Dann wären wir glücklich, dann würden alle Geheimnisse uns offenbar, dann würde uns Einblick gewährt in die Weltenlenkung, dann wüßten wir das Vergangene und das Zukünftige, und die Gegenwart wäre uns keinRäthfkl mehr; dann würden wir emdringen können ins Innere der Natur, üüd aller Weisen Detiken^ wäre nür lseret Tand unserm tiefen Wissen gegenübet! Nun wohl, wir find so glücklich, wir besitzen diesen Plan, diesen Bamiß des Wektenbaumeistrrs; er hat ihn uns in seiner Gnade verliehen: es ist Re heilige Lhvrtz. Frtzittch , freilich ist auch sie dem Weisesten vielfach verschlossen', freilich', freilich liegen die großes Wahrheiten nicht" an der Oberfläche, sondern müssen nach ernstltchstem Versenken geschöpft werden aus der unabsehbaren Tiefe dieses Wisfinsmeeres; allein' auch an der Oberfläche fließt schon köstlicher Wein, der' Nltt des Trinkers harrt wachsen die goldenen Früchte, die nur gepflückt zu werden brauchen. Wer aus der Thora schöpft, begreift den eigentlichen Werth des Weltalls und bebmenschlichen Gesellschaft, er erwirbt sich die Liebe der Menschen, lernt Gott und Menschen lieben, lebt zur Freude seines Schöpfers und seiner Mitmenschen, gewinnt Demuth und Gottesfurcht, schreitet voran auf der Bahn der Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Redlichkeit und Wahrhaftigkeit, wird behütet vor Sünde, erlangt unsterbliche Verdienste, ist befähigt, Rath und Hilfe zu ertheikert, gewinnt an Einsicht und Macht, wird der wahre Herrscher auf dem Gebiete des Geistes, erkennet, was Recht ist, dringt ein in die tiefsten Geheimnisse, wird einer stets wachsenden Quelle und einem nie versiegenden Strome gleich, er bezwingt die Leidenschaften in der eig nen Brust, wird bescheiden und langmüthig, verzeiht denen, so ihn schmähen, und wird größer und erhabener denn irgend ein anderes Geschöpf. .H7I r^pki ritti! — Ein geistvoller Schriftsteller der Gegenwart sagt einmal: der ganze Unterschied^ zwischen Menschen und Thieren bestehe darin, daß die Menschen ihre Todten begraben. Es ist dies ein rmgemem tiefer Gedanke, eine höchst bedeutsame Betracht tung. Da jedes Ding nach dem beurtheilt werden muß, was aus ihm wird, so kann das Leben nur nach dem Tode beurtheilt werden, der es beschließt. Das Thier hört mit dem Tode auf; sein Körper wird' verzehrt oder weggeworfen. Der menschliche Körper wird noch im Tode mit Achtung behandelt, weil er ein Gehäuse gewesen für die unsterbliche Seele. Weiter noch geht das Judenthum; es knüpft an den Tobten und seine Behandlung umfassende Gesetze; der Raum, in dem der Tobte ruht, ist verunreinigend, die Berührung der Todten" ist verunreinigend, das Grab ist verunreinigend. Zur Reinigung bedarf es vielfacher Vorkehrungen, Bäder, Sprengungen mit dem Entsündigungswasser, dem die Asche der rothen, in Reinheit und Heiligkeit geschlachteten und verbrannten Kuh beigemengt ist. Einen mächtigen Damm richten diese Gesetze auf zwischen dem Leben und dem für einige-Zeit dem Tode Verfallenen^ damit das Lebendige'das Todte nicht mißbrauche, denn auch dem Gestorbenen wird die Zeit kommen, da er wieder zuüi Leben ersteht. ' Und deshalb, weil wir die Versicherung haben, daß alles irdische Leben nur ein Uebergang zmn ewir-

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