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Der Israelit · 1866-06-20 · Heft 25 (20.6.1866) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 25 (20.6.1866)
Date
1866-06-20
Page
– (sequence 13)
Language
German
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437 Grund« geht,' die wir mit germgerAnstrmgung rettest kmnen.Die fromme Familie der Saffons — welche, und ich plaubte, zu Shanghai eine Filiale besitzt und im--ganzen chinesischen Reich Correspondenten hat — wird , durch ihren religiösen Sinn veranlaßt, gewiß alles Mögliche beitragen, ein solches Unternehmen zu fördern." Wir hoffen baldigst unseren Lesern recht Erfreuliches über die Thätigkeit unser« würdigen Glaubensgenossen für diese wichtige Sache berichten zu können. Bokhara. Ein russischer Offizier, der in Bokhara bekannt ist, gibt folgende Beschreibung über die dortigen jüdischen Einwohner: „Was wir von dem Innern Bokharas wissen, verdanken wir dm dortigen jüdischen Einwohnern, die wohl zahlreich sind, jedoch nicht die Rechte der übrigen Eingeborenen genießen. So darf z. B. der Jude nicht zu Pferde durch die Stadt Bokhara reiten. Vor dem Thore muß er absteigen und neben seinem Thiere einhergehen. Er darf kein seidenes Gewand tragen, weder an seinem Gürtel oder seinem Turban. Sein Oberkleid besteht gewöhnlich aus einem Baumwollen- oder Linnentuche, einem Strick als Gürtel, und einem klemm Mützchen als Kopfbedeckung. Jedes an ihm verübte Unrecht wird zu Gunsten des Eingeborenen beurtheilt; vergeht er sich aber nur im Geringsten, so wird unter Umständen sein ganzes Vermögen zu Gunsten des Emir confiscirt. Dm Launen seines Herrn ist Spielraum genug gelassen, den armen Judm zu prügeln, ihm die Fußsohlen zu verbrennen oder ihn gar anzuspießen, was in jenen Ländern sehr an der Tagesordnung ist. Andererseits aber hält sich der hart Bedrückte gleichsam dadurch schadlos, daß er, wenn er frei für sich leben kann, es sehr liebt, einigen Aufwand in seiner äußeren Erscheinung zu machen. Alsdann besteht sein Gewand aus kostbarem Zeuge, sein Turban von vorzüglichem Stoffe und sind diese elegant gearbeitet, was alsdann seine körperliche Schönheit erst recht an den Tag treten läßt. In der That erregt der Jude zu Bokhara durch seine schönen und intelligenten Gesichtszüge unsere Aufmerksamkeit. Man erkennt ihn schon an dm Locken, die er an beiden Seiten seines Vorderkopfes trägt, wie dies von den polnischen Juden geschieht. Sein übriges Kopfhaar ist kurz abgeschnittm. Die Aehnlichkeit zwischen einem polnischen Juden und seinem Glaubensgenossen aus. Bokhara ist ungemein täuschend, jedoch kamt? mrn letzteren schon auf dem ersten Blicke von. einem Muhame aner unterscheiden. Eigenthümlich ist jedoch hie Sprache dieser Juden da sie wederin Bokhara noch in irgend einem Theile Europa's . gesprochen wjxdp Sie verstehen dieselbe nur gegenseitig unter, Ach/ Mtz Rahbinen und die Synagogm-BeaMm allein: sind, int Stande, sich ihren Brüdern aus dem Westen verständM zu machen. Im Allgemeinen sind Bokharas /JutM viel .scharfsinniger als ihre Bedrücker, und Mansch« sich mit denWeiy über Dinge Unterhalten, von denen der Bokharefe gar keinen Begriff hat." ( i k a. Chigaao Ein sehr seltener Act fand unlängst i» der jüdffchen Synagoge der Westseite statt. Eine junge amerikanische Dame, die als Christin erzogen worden, fühlte sich nicht beruhigt mit ihrem seitherige» Glauben und ging deßhalb öffentlich zum Judenthmne über. In der Gegenwart einer großen Menschenmenge unter der sich auch viele Christen befanden, legte diese Dame ihr Glaubensbekenntniß an dm Tag. Man sagt, daß ein solcher Vorfall höchst selten bei dm Juden vorkomme, da die Judm niemals darnach streben , für ihre altehrwürdige Religion Proselyten zu machen. <Chigago Post.) Australien. AuMand Neuseeländer Zeitungen berichten von einer Feierlichkeit, die unlängst in der Synagoge der genannten Stadt, in Gegenwart der ganzen Gemeinoe stattgefundm. Es wurde nämlich in dem Gotteshause eine sehr schön verfaßte Adresse an die Herren P. A. Philips und Charles Davis verlesen. Diese Herren haben nämlich der Gemeinde ein Grundstück zur Errichtung einer neuen Synagoge, die durch das Zunehmen der erforderlich gewordm, von der Negierung zu verschaffen gewußt. Für has unablässige, uneigennützige Bemühen dieser Herren drückte die Gemeinde durch besagten Act ihre Dankbarkeit aus. Der Rabbine, Herr Elkan, hielt eine sehr begeisterte Ansprache an die Anwesenden, worin er betonte, daß das Beispiel dieser Biedermänner bei Allen Nachahmung finden möge, damit der Bau der Synagoge bald Ln Angriff genommen werden könne. (Nieuw Jsraelietisch Weekblad.) Afrika. Tetuan. In der Nacht vom 25. auf den 26. April sind in dem Judenquartier unserer Stadt mehrere Räuber vermittelst Einbruch in ein Haus gedrungen und haben den jüdischen und maurischen Wächter getödtet und darauf 3 Magazine geplündert. Trotz allen Nachforschungen der Polizei, konnte man den Raubmördern bis jetzt noch nicht auf die Spur kommen. Der unglückliche Israelit, der als Opfer seiner Pflicht gefallen, hinterläßt eins Frau mit vier Kindern, von denen das Aelteste noch keine fünf Jahre zählt. Das Elend dieser Wittwe ist groß. Unsere Glaubensgenossen chschm eine Collecte veranstaltet, um wenigfttns für - die nothwendigstsn Bedürfnisse der Hinter- WKetzÄt zu sorgen.? (Nieuw Jsraelietisch Weekblad.)

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