Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 25 (20.6.1866)
- Date
- 1866-06-20
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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432 statt. Zahlreiche Adressen an die Kammer «erden Vorbereitet, dis die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten als dem Lande Gefahr bringend darstellen. Anm. der Red. Wenn jene Patrioten nicht so sehr beschrankt wären, dürften sie vielleicht durch die Geschichte Hollands, Englands und Frankreichs belehrt werden, daß gerade das Gegentheil der Fall ist. Andererseits wäre wieder Spaniens Verfall ein warnendes Beispiel gegen solche Intoleranz. Dasselbe Spanien, vor dessen „unüberwindlicher Flotte" einst die größten Staaten zitterten, ist heute nicht mehr im Stande , mit einer unbedeutenden Republik Südamerikas nachdrücklich Krieg zu führen. Feuilleton. Sinngedichte. Von VenUIs». 1. Gott allein ist die Herrschaft. Nimmer beliebt's der Natur, für ewig demselben zu eignen; Was Du besitzest so fest, morgen entreißt sie es Dir. 2. Die Propheten und die Weisen. Was die Propheten einst waren, Männer des Volks und der Zukunft, Sollten die Weisen uns sein, kämpfend für Wahrheit und Recht. (Baba bathr. 12 a.) 3. „Die Gerechten aller Völker haben Antheil am künftigen Leben." Bäume und Sträucher erheben sich tausendgestaltig zu Himmel, Mag auch in wechselnder Form streben die Menschheit empor. (Sanhedr. 105 a.) 4. Der Heide zum Missionär. Reichst die Bibel mir dar, und reichst mir zugleich auch den Branntewein! — Mag nicht den Honig von Dir, mag auch den Stich Nicht von Dir. 5. „Alles ist eitel." Nicht die Dinge an sich sind eitel, sie sind nur vergänglich; Eitel werden sie erst, wenn Du als ewig sie nimmst. 6. „Alles hat seine Zeit." Dränge die Zeit nur gewaltig, wirst von ihr selber verdränget; Wer sich fügt in die Zeit, dem auch fügt sich die Zeit. (Berachoth 64. Grub. 13b.) 7. Der Wucherer. Nenne den Wucherer Spitzbub, er fordert Dich gleich vor den Richter; Borge ein Sümmchen bei ihm, schriftlich gesteht er Dir"s ein. 8. Mildthätigkeit. Löblich ift"s, durch milde Gab" des Armen Herz zu erfreuen; Löblicher, vertrauensvoll das Nöthige ihm leihen; Doch die letzte Wohlthat ist, die Möglichkeit gewähren, Sich von seiner Hände Arbeit redlich zu ernähren. (Sabbat 63 a.) 9. „Und der Herr nahm sein Opfer wohlgefällig an." Jeder will lieber verpflichten, als verpflichtet sich wissen; Aber dem liebenden Freund seh"n wir verpflichtet uns gern. — Liebe erweist sich im Geben, und mehr noch in dem Empfangen, — Findet das Opfer doch auch Wohlgefallen vor Gott.— 10. „Du sollst nicht Lust tragen nach dem Gute Deines Nächsten!" Möchtest Du völlig tauschen mit Dem, den glücklich Du nennest? — Neidest Du ihn um sein Glück? — Nur um die Mittel zum Glück. — Hierzu eine Beilage. Verantwortliche Redaktion: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux^chen Hofbuchhandlung. — DamphSchnellprefsendruck von r I. Gottsleben in Mainz.