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Der Israelit · 1866-06-20 · Heft 25 (20.6.1866) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 25 (20.6.1866)
Date
1866-06-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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42S Zeitungsnachrichten und Coerefpondenzeu. Deutschland. Würzburg Ueber die Excesse in Würzburg gehen der „N. Fr. H." in einem Prwatschreiben vom 11. folgende Mittheilungen zu : Gestern Abend entstand in den Straßen unserer Stadt ein Tumult, welcher Anfangs aus bekanntem Grunde gegen Bierbrauer sich richtend, gegen Mitternacht in einen Angriff auf die Häuser israelitischer Bürger sich umgestaltete, und besonders in letzterer Richtung vielen Schaden aprich- Lete. Nach den Plakaten, die man schon vor Wochen an den Straßenecken gefunden, nach den Drohbriefen, die man Einzelnen anonym oder unter fingirtem Namen zugeschickt, war dieser Angriff seit längerer Zeit vorbereitet, und es ist offenbar, daß der Bierkrawaü nur als günstige Gelegenheit zur Ausführung des längst gehegten Planes benützt wurde. Unbegreiflich erscheint die Unthätigkeit der Behörden, welche auf den Vorfall längst vorbereitet sein mußten, und denselben durch geringe Anstrengungen hätten verhindern können. Zwischen dem Beginn des Auflaufs und dem Angriffe auf die Häuser der Juden lag ein Zeitraum von vier Stunden; einige kleine Militärabtheilungen, auf die bedrohten Plätze gelegt, hätten jeden Versuch zu Excessen dieser Art vereitelt. — Diese geringe Vorsichtsmaßregel unterblieb, und alle Energie, mit welcher später — zu spät — Linie und Landwehr, Straßen und Plätze säuberten, konnten den Bedrohten die Angst, der Umversitäts- und Kreishauptstadt Würzburg nicht die Schande ersparen, daß in ihr im Jahre 1ü66 Angriffe auf Eigenthum und Sicherheit geachteter Bürger gewesen, deren ausgesprochene, einzige Ursache Religionshaß ist, abgesehen von dem sehr beträchtlichen materiellen Nachtheil, welcher der Stadt, die für allen verursachten Schaden verantwortlich und haftbar ist, durch diese Ausschreitungen entstanden ist. — Heute ist eine sehr energische Ansprache der Behörden an die Bevölkerung erschienen, in welcher Schutz und Abhilfe versprochen werden und weitere Excesse sind deshalb wenigstens für diese Nacht nicht zu besorgen. Würzbnrg, 12 Juni. Wegen Theilnahme an den Ruhestörungen wurden in der Nacht von Sonntag auf Montag 17 Individuen verhaftet: von diesen wurden sieben gestern in öffentlicher Sitzung des Stadtgerichts abgeurtheilt und zu Arreststrafen von 10 — 20 Tagen verurtheilt; bezüglich der übrigen, welche heute in die Frohnfeste abgeliefert wurden, ist strafrechtliche Untersuchung beim k. Bezirksgericht im Gange.. Im Laufe des gestrigen Tages und in der Nacht von gestern auf heute umrdenweitetv 17 Personen m HW gebracht. (3Lr W. Z.) Aus unsere» Privatmrttheilnngen fügen Mt noch hinzu, daßin dem Dorfe Laudenbach, wo die Exzesse anr ärgsten waren, eine Abtheilung Militär vom tSH Mann stationirt rst, die von der Gemeinde erhalte» wird. '' Aus der Border-Pfalz 10. Juni. Während nach den früheren Berichten aus dem heiligen Lande anzunehmen war, daß die drückende Noch unserer armen Brüder und Schwestern dorten einigermaßen gelindert sei, lesen wir in der jüngsten Nummer dieses geschätzten Blattes zu unserem innigen Schmerze wieder von neuen Verheerungen durch die Heuschrecken, wodurch auch wieder neues Unglück, Noch und Hunger über dieses so schwer heimgesuchte Land verhängt worden. O! wie müssen da nicht unsere armen Glaubensgenossen/die armen Wittwen, die elternlosen Waisen mit Bangigkeit in die Zukunft blicken, wenn der Gedanke in ihnen aufsteigt, daß die spärlichen Mittel, die sie besitzen, oder die Unterstützung, die sie von den Liebesgaben ihrer auswärtigen Brüder erhalten, nicht ausreichen um bei der unausbleiblichen Theuerung oder bei der zu geivärtigmden Hungersnoth nur im beschränktesten Maße die allernothwendigsten Lebensmittel anschaffen zu können? So lasset uns denn aufs Neue bewähren O.-I '12" und spendet ferner Euere Liebesgaben ,,-pQNd 2p2d Ons" und der im Himmel Thronende wird es mit reichlichem Segen vergelten, rio->2 112^2 Lasset Euch nicht durch dm Ernst der Zetten die schöne Tugend des Mitleids entwinden und seid eingedenk des heiligm Sängers ,,or« '2'Nd P2"ir> ^21 -H22V8." Es ist wahr, die Spenden welche aus allen Weltgegenden dem heiligen Lande zufließen, sind von Bedeutung; ja man kann sagen sehr belangreich , und wird sicher die Vertheilung derselben aufs Gewissenhafteste bewerkstelligt, dafür bürgt das höchst verdienstvolle und höchst ehrenhafte Comitö in Amsterdam. Bei allem dem aber reichen die Gaben nicht hin; der Noth der Bedürftigen zu begegnen, weil die Armm beim Einkauf ihrer Nahrungsmittel der Uebervortheilung und Gewinnsucht der Händler preisgegeben find. Sie müssen nicht allein das Wenige, das sie von der zu empfangenden Unterstützung kaufen könnm, übertheuer bezahlen, sondern erhalten häufig noch dafür verdorbene, schlechte Waare. So kömmt der Arme um sein bischen Geld und erhält dafür, so zu sagSN, Nichts. In Ansehung dieser Uebelstände und insbesondere der bedrohlichen Lage in welcher sich unsere Religionsgenoffen im heiligen Lande durch die bevorstehende Theuerung, die bereits jetzt schon hart auf den Armen

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