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Der Israelit · 1866-06-20 · Heft 25 (20.6.1866) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 25 (20.6.1866)
Date
1866-06-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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428 Warnung und Aufforderung. Seit einigen Jahren macht sich in Ungarn eine religiöse Richtung breit, die man durch nichts weiter zu bezeichnen braucht, als wenn man sie die des '"Op 1P2 und '12p 2b nennt, deren Veräußerung, wie man sagt, in der ersten und frömmsten Gemeinde Ungarns auf Veranlassung des dortigen Rabbiners, eines der ersten rabbinischen Autoritäten, verboten wurde. Die unsäglichen Frechheiten, welche vor keinem Charakter, wenn er nicht der neugebackenen religiösen Praxis Loblieder singt, Halt macht, sind in dem durch diese Blätter versendeten Flugblatte der p"pi O'iO^ 2"s genugsam gekennzeichnet. Die wahrhaften 'a2 .11:1, die Freunde der einfachen religiösen Praxis, die Vertheidiger von O'pOisO"^ und p"^ gegen alle Angriffe, von welcher Seite sie auch kommen mögen und die Vorkämpfer des jüdischen Wissens gegenüber der wilden Extase bethörender und bethörter Phantasie, sie haben schon beim elften öffentlichen Schritte dem Erscheinen des '12p ipi tief betrübt, das Haupt umhüllt, sich tief gegrämt über das Ueberwuchern des wissensleeren Fanatismus des grenzenlosen O^.i das in Bezug auf dringend gebotenes profanes Wissen in Bezug auf dis Reinheit der Umgangssprache jedes Wort athmet und geradezu bei den Haaren herbeigezogen wird. Die wahren Freunde der .1111.11122 läßt es weder Tag noch Nacht ruhen, wie solche Richtung, die natürlich einen großen Anhang findet, sich immer mehr ausbreitet (denn wie Viele freuen sich nicht ohne das i^'bi OQi' 12 i'aii und ohne anderseits jene mühsam erworbenen Mittel, wodurch man einzig und allein der Pflicht, 12^.1 L'ipv zu sein, gerecht werden kann, wie Viele freuen sich nicht, ohne alles dieses nicht nur 'ii.i' zu sein, sondern auch auf Tausende weidlich L'Ow schimpfen zu können), unfern Gegnern, den Ben Chananja's, den Neuzeitlichen und wie sie Alle heißen, die fleißigsten Mitarbeiter abgeben, die sich darüber natürlich vergnügt die Hände reiben, das Feuer immer mehr anschüren mit dem Motto: .12 iiv'.i ip 11p 11p. Dieser bis jetzt nur periodisch, wenn auch bereits nur zu häufig geübte ^id'si soll jetzt leider regelmäßig vervielfältigt werden, und in diesen Tagen wurde von dem aus oben erwähnten Presburger Flugblatte wohlbekannten r)i2i!2' '^2'pp ein Bogen versendet, der das Erscheinen einer hebräischen und zugleich jüdisch-deutschen Monatsschrift unter dem Namen ivnp (Scheumer s?j) Jisroel (angekündigt und Pränumerationen gesammelt werden. Aus allen Anticentien des Redacteurs zu schließen, ist der hebräische Theil (welcher 11m 'Lii'N enthalten soD sicherlich nur eine Lockspeise, um die Leichtgläubigen unter den .11m '^2, welche letztere alle ganz ebenso wie die Presburger entschieden Front gegen solch freches Wesen machen müssen, zu ködern. Hauptsache ist und bleibt der jüdisch-deütsche THeil mit seinem stehenden vni in Forrn Und Inhalt mit der absichtlich lächerlich eingerichteten Spräche mit allen den ni^Hp und nirr-u, welche über alle, die dem Hochmuthe eines rpi.i' <2'pp sich nicht fügen wollen, ausgeschüttet werden sollen. Man hat, meiner unmaßgeblichen Meinung nach, diesen Uebermuth zu viel gewähren lassen; meine Schuld ist es nicht. Sofort nach dem Erscheinen des '12p ipi habe ich eine Broschüre geschrieben, in welcher ich nachwies, daß alle dort mit solcher Scheinheiligkeit und vermeintlich unter lauter O'O^ nxi» entlehnten Stellen aus ui'.i (?) 'i2O und 1012.1 'iss alle ohne Ausnahme gefälscht und verdreht sind und das Gegentheil von dem sagen, was man sie sagen läßt. Ich wollte dieses Manuscript sofort ediren, unterließ es aber gegen meine Ueberzeugung auf die Bitten meiner Freunde, denen ich mich übrigens um so mehr fügen mußte, als mir die Mittel zur Edition fehlten und ich es nicht verantworten zu können glaubte, zu den vielen früheren ähnlichen Ausgaben auch noch diese ausschließlich aus eignen Mitteln hinzuzufügen. Vielleicht wäre, wenn auch nicht viel, doch etwas zur Hintenanhaltung des neuesten Unternehmens dieser Partei geschehen, w nn dies Manuscript veröffentlicht wäre! — Nun, geschehene Dinge sind nicht zu ändern. Ich warne jedoch alle meine Freunde und Gesinnungsgenossen, sich nicht von den Netzen dieser Scheinheiligen verstricken zu lassen und wenn der hebr Theil ohne den kauderwälschen nicht bezogen werden kann, getrost auf beide zu verzichten, und auch im andern Falle, wenn sie sehen werden, daß auch in denselben für die Sorte von iOiv angeworben wird, von der wir im ^i2pipa und '12p 2^ mehr als genug haben. Uebrigens bin ich nach wie vor bereit, das oben erwähnte schon mehr als zwei Jahre fertige Manuseript zu ediren, wenn ich dazu in den Stand gesetzt werde. Ich hoffe, es werden durch dasselbe manchem zu Leichtgläubigen über die Aufrichtigkeit, die Achtung vor großen Charakteren, Wahrheitsliebe und die Tendenzen dieser gefährlichsten aller Parteien die Augen geöffnet werden. Möge Gott die .i^iipi .1111 erheben, und denen, die sich in Wahrheit zu ihr bekennen, den Muth geben, sämmtlichen Wrllkürlichkeiten auf religiösem Gebiete entgegenzutreten. Eisenstadt, 25. Adar 5626. vr. Israel Hildesheimer, Rabbiner.

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