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Der Israelit · 1866-06-13 · Heft 24 (13.6.1866) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 24 (13.6.1866)
Date
1866-06-13
Page
– (sequence 12)
Language
German
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418 von Fischer der Gemeinde mitgetheilt, daß er ihr zur Herstellung eines rituellen Frauenbades zur Verfügung stelle: 1) ein von ihm zu diesem Zwecke acquirirtes Haus, 2) zweihundert Gulden Ln baarem Gelbe und 3) 18.000 Backsteine im Werthe von ebenfalls 200 fl.; dies Alles unter der Bedingung, daß der Bau des Frauenbades innerhalb dreier Monate in Angriff genommen werde. Die Gemeinde hat denn auch sofort Anstalten getroffen, die zur Ausführung des Baues noch fehlenden 400 fl. durch freiwillige Beiträge aufzubringeu. Die wahrhaft jüdische Gesinnung kann wohl nicht besser als durch Spenden zu derartigen echtjüdischen Zwecken documentirt werden; so hat denn auch die Standeserhöhung des Herrn von F. und seiner sieben Söhne bei allen gesetzestreuen Israeliten die freudigste Sensation erregt. Die orthodoxe isr. Gemeinde zu Stuhlweißenburg hat Herrn von F. zum Ehrenmitgliede ernannt und ihm eine Beglückwünschungsadresse zugehen lasten, von der ich hier, ihres beachtenswerthen Inhaltes willen, eine Abschrift folgen laste: Sr. Hochwohlgeboren Herr Moritz v. FNcher Ritter des k. k. Franz - Joseph - Ordens zu Herend. Hochwohlgeborner, hochgeehrter Herr! Berührt es uns auch stets angenehm, wenn die Bahn eines unserer Glaubensgenosten mit ehrenden Zeichen der Anerkennung geschmückt wird; ist es auch immer wohlthuend, wenn die Verdienste eines Juden bis in die Gemächer regierender Fürsten dringen: so müssen wir uns doppelt gehoben fühlen, wenn es ein orthodoxer Jude ist, der sich diese Anerkennung erwirbt, upd möchten wir diesem Vorkommnisse eben in den heutigen modernen Tagen eine größere Bedeutung und eine günstige Beeinflussung auf die öffentliche Meinung zuschreiben. In Folge Ihrer unverwelklichen Verdienste um Staat und Vaterland hat unser geliebter Landesvater S. M. der Kaiser Franz Joseph I. Sie in den ungarischen Adel erhoben. Eine glänzendere Manifestation zu Gunsten unserer Principien hätten wir nie wünschen können, denn Sie haben sich dieser Auszeichnung würdig gemacht, ohne von der alten, ungeschmälerten, vom Sinai herabgetragenen, großen, jüdischen Gesammt- Aufgabe auch nur einen Zoll breit zu weichen. Indem wir Sie, hochgeehrter Herr, bitten, den Ausdruck unserer innigsten Theilnahme an diesem freudigen Ereignisse entgegenzunehmen, beehren wir uns gleichzeitig, Ew. Hochwohlgeboren in Kenntniß zu setzen, daß wir in dankbarer Erinnerung an die vielfachen Verdienste um unsere Gemeinde und an die Sympathie, mit welcher Sie unser heiliges Streben stets zu begleiten die Gewogenheit hatten — Sie in der heutigen Plenarsitzung des Vorstandes zum Ehrenmitglied unserer — der orthod. israel. Gemeinde zu Stuhlweißenburg — creirten. Genehmigen Sie rc. Stuhlweißenburg, den 27. Mai 5626. gez. Heinrich Krauß, Präses. Leop. Frank, Notär. O AuS der Schutt, Ende Mai. Die Theuerungsverhältniste beginnen in hiesiger Gegend einen bedrohlichen Charakter anzunehmen. Der bevorstehende Weltkrieg, die Entwerthung des Geldes und die ungünstige Witterung haben in dieser Richtung mächtig influirt. — Hierzu kommt noch der Umstand, daß der hohe Stand der Agiotage — der nunmehr auf Permanenz Anspruch zu machen scheint — den Export aller inländischen Produkte wesentlich begünstigt. Freilich hat der Verkehr hierdurch neues Leben und neue Schwungkraft gewonnen; alleinan den goldenen Früchten des Handels partizipiren eben nur die Wenigsten, während die große Mehrzahl durch das rapide Steigen sämmtlicher Viktualien empfindlich leidet. Am schmerzlichsten sind hiedurch die Lehrer berührt, da bei den Gehaltsstipulationen derselben auf ähnliche trostlose Eventualitäten keine Rücksicht genommen wird, — es würden diese sonst minder spärlich bemessen werden. — Es wäre kein Akt besonderer Humanität, es wäre blos Gerechtigkeitssinn, so die Gemeinden in Würdigung der Zeitverhältniste ihren Lehrern eine entsprechende Theuerungszulage bewilligen wollten. In Komorn ist hierzu der erste Anlauf bereits gemacht worden: die dortige ehrsame Gemeinde hat nämlich vor Kurzem die Jahresgehalte ihrer Lehrer um je 50 fl. — verringert! „B. CH." scheint wieder aus dem Gleichgewichte gekommen zu sein. Seit Kurzem eifert derselbe mit aller ihm zu Gebote stehenden Macht gegen die deutschen Lehrer der k. isr. Musterhauptschule zu Pest, und dringt unter dem Vorwände, „das Institut müsse magyarisirt werden," auf deren sofortige Entfernung. Es muß zugestanden werden, „B. CH." ist ein pfiffiger Jäger. Die Pfiile, die er auf die armen deutschen Lehrer abschüßt, sollen den deutschen Rabbiner, vr. Meisel in Pest treffen, weil letzterer nicht so bescheiden ist, auf seinen Rabbinatspoften zu Gunsten des Szegediner Theologen zu verzichten. Dies durchschaut Hierlands bereits jedes Kind. vr. Jellinek in Wien möchte um jeden Preis von sich reden machen. Das von ihm ins Leben ge-

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