Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 24 (13.6.1866)
- Date
- 1866-06-13
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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4L7 der ReligiovßgesH vder Emanzipation, ich bekümmerten Herzens Her E einfachem jüdisches Wlichtzgs- Mle auf letztere verzichte« würde. Glücklicherweise pxistirL aber trotz aller verkappten und offenen rni'vv solche Alternative nicht. In Holland wurden unsere Brüder vollständig emanzipirt, und doch gehören sie noch heute zu den Strenggläubigsten, und doch wurde kein Jota vom geopfert, nicht ein einziger verschachert; und dennoch zählen unsere Brüder zu den edelsten und loyalsten Bürgern. Frankreich, England. Nordamerika haben unsere Brüder emanzipirt, ohne eine so schmähliche Bedingung zu stellen. Nein, nicht die edlen Staatsmänner, nicht die Palmerston's, die Stadions, die Beckerrath's, die Lamai's, die Deaks und wie sie alle gesegneten Andenkens heißen, nicht sie, sondern nur unsere Reformer haben eine Beziehung dieses selbstverständlich nur uns bindenden Religionsgesetzes zur Emanzipationsfrage her ausgeklügelt, um dadurch einzuschüchtern und daraus Kapital für die Reform zu schlagen. Man kennt diese Diplomatenkünste schon , sie ziehen aber nicht mehr. — Mit der Ausdrucksweise des Verfassers zu rechten gebricht es mir an Lust und Muße, was ich nur zur Vermeidung der Annahme des yul tavst consentir« vlüstur bemerke. Ich weiß z. B. recht gut, daß es Lüge ist, wenn den Weisen (S. 8) insinuirt wird, daß sie „mit Andersdenktnden und Andershandelnden paktirten"; daß es nicht wahr ist, daß die iD'so die „Intelligenten" seien (S. G. zweimal) 2c. rc. Bei einer solchen Fülle von Stoff hält man sich bei solchen „Kleinigkeiten" nicht auf. Gehen wir daher zur Hauptsache, der Kritik des Machwerkes; und zwar wählen wir die eine der vom Verfasser gewählten Formen, nämlich die deutsche, weil wir eben haben wollen, daß diese Kritik — mehr gelesen werden soll. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M 6. Juni. Dis Philippinische Zeitung, die sich „Allgemeine (!) Zeitung des Judenthums (?) nennt, scheint, was die Sprache betrifft, dem „Schoimer Jisroel" Concurrenz machen zu wollen; dieselbe enthält (Nr 23) in einer Correspondenz aus Lengnau, in welcher der Tod des Dr. Steinheim berichtet wird, folgenden mustergiltigen Satz: „Um wie im vorigen Sommer mit seiner fast ebenso alten Gattin in der Nähe von guten Freunden in Zürich den Sommer zu verbringen, ist nach, achttägigem Aufenthalte seine edle Seele inS bessere Lebe« übergegangsn." Nicht wahr, das ist klastisch! Wir empfehlen diesen Satz de» Münchener „Fliegenden Blätter«" als einen schätzbaren Beitrag zu deren Sammlung nmstergittiger Sätze für angehende Novellisten. K. Aus der Ikhetrrpfalz, 4. Juni. Während die van viele« Blättern gebrachte, von alles Anhängern der Gewissensfreiheit mit Freude begrüßte Kunde der nunmehrigen ersten Anstellung eines Israeliten in der bayerischen Magistratur sich leider inzwischen als Mißverständlich erwiesen hat, entnehmen wir einem uns eben mitgetheilten Beschlüsse des k. Bezirksamtes F. vom 25. Mai abhin, daß die dem I. K. von K. unterm 13. Mai 1864 ertheilte und unterm 19. Mai d. I. von dem Bürgermeisteramts zu G. für besagten K. aufs Neue erbetene Hausirlicenz demselben nicht wieder ertheilt «erden kann, weil K. Jsraelite ist. Ein in dieser kritischen Zeit zu moralischen Eroberungen jedenfalls sehr geeigneter Beschluß! (F. I.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Nrünrr. Wir berichteten unlängst über den „Wau-Wau," der die Juden zur Zielscheibe seiner schlechten Witze macht. Wir vernehmen nunmehr, daß derselbe sich einen neuerdings veröffentlichten Artikel „die Trichinen und die Creditanstalten", in welcher die Preßbehörde Gehässigkeiten gegen unsere Nation gefunden, die Suspension dieses Blattes und eine Arreststrafe des Redacteurs auf drei Monate zur Folge hatte, ^.-r NIX' p Ofen. Dem „Leitstern" wird aus Ofen geschrieben : Auch hier zeigt sich die Opferwilligkeit in jüdischen Kreisen. Die Verwaltung des hiesigen israelitischen Spitals hat nämlich höheren Ortes das Anerbieten gestellt für verwundete Krieger 12 Betten in ihrem Spitale bereit zu halten und die Verwundeten mit allem Nöthigen auf eigene Kosten zu versorgen. Bei wirklichem Ausbruche des Krieges wird unsere Gemeinde, wie beschränkt ihre Mittel auch sind, mit Liebe und Freudigkeit alle möglichen Opfer bringen. Aus Ungarn, Anfang Juni. Sie haben bereits mitgetheüL, daß Herr Moritz Fischer, einer der größten Industriellen der österr. Mona-rchie, in Anerkennung seiner hohen Verdienste um das Vaterland in den ungarischen Adelstand erhoben worden ist; zur Characterifirung dieses merkwüdigen Mannes mag folgendes Factum dienen: In dem kleinen Orte Herend bei Veßprim, wo sich die Fabrik des Herrn von Fischer befindet, existirt seit langer Zeit eine kleine, wenig bemittelte israel. Gemeinde, die es noch nicht hat ermöglichen können, eia rituelles Frauenbad zu errichten. Nun hat Herr