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Der Israelit · 1866-06-13 · Heft 24 (13.6.1866) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 24 (13.6.1866)
Date
1866-06-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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416 zu lehren, um «icht dadurch den Verdacht der KeMei auf sich zu ziehen! Bedarf dieser etwa nicht mehr Heldemnuth, um mit offenem Worte hervorzutreten, als irgend ein Feldherr, der mitten in einer Schlacht auf dem Kampfplatze operirt?" — Nun, diese abgedroschenen Redensarten werden uns nicht mehr erhitzen, wir haben sie oft genug von den Reformern gehört. Daß alle diese billigen und bequemen Blasphemien eitel Lug und Trug sind, wissen alle Diejenigen, welche Augen zu sehen haben, schon längst; für die Anderen unnütze Worte zu verlieren, fehlt uns Lust und Zeit; auch ist es unsere Gewohnheit nicht, uns mit leeren Worten herumzustreiten. Die folgende Auseinandersetzung wird hoffentlich einen fernern Beitrag dazu liefern, ob es nur „Verrammelung des Weges" von weiten der „Rechtgläubigen" ist, wenn man solcher Verdrehung aller Quellen, solchem Verschweigen alles Unbequemen, solch losem Spiel mit dem Heiligsten und Wichtigsten durch Beweismittel, wie: „es wird doch wohl re.", da, wo es sich um Fragen von allergrößter Tragweite handelt, mit Abscheu den Rücken wendet; ob es „Verketzerung" oder Erkeuntniß der unverantwortlichsten Lügenhaftigkeit und Frivolität ist, welche jeden, der noch unbestochen Recht und Wahrheit sucht, zwingt, solche Geistes-(?) Produkte zu vcrurtheilen, und ob sich nicht der Vater solcher Produkte, an deren Verdienst er auch noch Andere theilhaftig zu machen wünscht, (S. 10) es sich selbst zuzuschreiben habe, daß er „ungleich einem, auf dem Felde der Ehre verblutenden Feldhcrrn, auf Nachruhm verzichten müsse," aber nicht, weil man „den Lehren desselben den Eingang in die Lehrschulen versagt", (denn dies läßt sich mit Erfolg weder kommandiren noch verhindern) und „seinen langjährigen (?) unbescholtenen Namen mit Spott überhäuft," sondern einfach dadurch, daß der Verfasser durch Aufpfropsung fremder schädlicher Reiser auf die gesundesten Stamme und durch die drolligen Versuche die größten Gegensätze zu verbinden, sich selbst um den gesegneten Nachruhm bringt, und einen größeren Spott auf sich ladet, als er sich von außen je zuziehen könnte. Nun, unser verehrter Freund in Nikolsburg hat rücksichtlich des ersten Geistesproductes des Verfassers, das Semige gethau; wir wollen es wie gesagt im Folgenden mit dem zweiten versuchen. Das Eine jedoch wollen wir noch dem Verfasser und seiner reformistischen Partei ernst zurufen. Nicht dazu bedarf es heute des „Heldenmuthes", mit dem Strome zu schwimmen, sich neben die Philippson's, die Jellineks und die Lörv's und neben alle rvpdv i'dp zu stellen, ihnen zu heucheln und zu schmeicheln, es ihnen bequem zu machen, sie für ->L2 zu erklären; dazu gehört gar kein „ Heldemnuth", wie sich dessen der Verfasser so unberechtigt rühmt. Muth (wen« auch »icht gerade Heldemnuth) gehört dazu, den Kuranda's (ich spreche nicht ohne speciells Beziehung) rc. gegenüber fest uud ohne Zagen zu behaupten, wer m-ipd divs ist, ist und bleibt es ohne rimvn zu allen Zeiten. Muth gehört dazu, dies at§ Rabbiner in Provinzialgemeinden zu behaupten, trotzdem (auch in dieser Broschüre stets) irrthümlich sogenannte ri°?'7ip:i dadurch zur höchsten Wuth und grimmigsten Feindschaft gereizt werden. (Auch hier spreche ich nicht ohne specielle Beziehung.) Bei Gewährung von unerhörten Forderungen vom Heldenmuthe zu sprechen^, dazu gehört eine eigene Philosophie. Uebrigens sprechen wir hier nur von einem entweder "beim i"2 abzulegenden mip oder einer durch Mithilfe des Rabbiners vor einem nichtj-üdischen politischen Richter zu leistender Zeugenaussage, wobei der gesetzestreue Rabbiner von seinem religionsgesetzlichen Standpunkte kein Hehl machen darf; beim Mangel einer positiven Betheiligung entfällt für denselben diese Pflicht von selbst. Ich bemerke dies ausdrücklich, weil der Verfasser in seiner salbungsreichen Werse schreibt, „nicht nur innerhalb der Gemeinden Israels könnte diese Frage in unserer Zeit den größten Conflict herbeiführsn und das grellste Licht auf alle unsere rabbinischen Lehren werfen, sondern noch mehr, es könnte durch eine verkehrte (?) Anschauung unseres traditionellen Civilrechtes ein Stein von Außen gegen uns geschleudert, und sehr bedenkliche Einwürfs gegen unsere heutige berechtigte Stellung könnten daraus gemacht werden". — Nun das sieht einer kin'OO der gegnerischen Ansicht so ähnlich, wie ein Ei dem andern. Wir lassen uns jedoch von dem Reformhelden nicht einschüchtern; war dem Verfasser, wie aus dem ganzen („es gelang mir zu beweisen rc.") hsrvorgeht, sein Resultat aus politischen Gründen rc. schon vor der Untersuchung fertig; so ist es das unserige auch nämlich auf Grund von O'prvs'! c>"^. Ich bekenne mich dazu, daß pn die '-nip nrpbv w w'V sind und von jedem gewiffenhasten 2-» zurückgewiesen werden muffen. Dies wirft aber mit Nichten „ein grelles Licht auf die rabbinischen Lehren" ganz ebenso wie die Inkompetenz dev nahen Verwandtschaftsgrade (selbst und Hin) ein grelles Licht auf Ulsters Gesetzgebung wirft;, warum Gott für uns diese Anordnung getroffen, darüber habe« mir nicht zu klügeln. *) Es könnte aber, meint der Verfasser, auch unfern Emanzipatiönsbesirebungen schaden. Nun, ich gestehe, wenn auch nicht heldenmüthig doch wenigstens frermüthig, daß, wenn wirklich eine solch traurige Alternative gestellt würde: eutwe- 1) Hierbei will ich doch, um der Wahrheit die Ehre -u geben, bemerken, daß es mir heute bei weiterer Verfolgung der Frage bei den O'MiNiX nicht so ganz gewiß erscheint, daß Mlp nnr wie ll'UNP ist, wir ich in meiner Antwort an Faffel behauptete, ebensowenig scheint mir aber auch das Gegenteil amstatirt iv'pv PM.

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