Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 24 (13.6.1866)
- Date
- 1866-06-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Zuständen in den Amtsbezirken eine erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden, in veranlagten Fällen sofort und mit Strenge einzuschreiten, insbesondere in jenen Gemeinden, wo Excesse der fraglichen Art irgendwie zu besorgen oder bereits vorgekommen sind, die vorangedeüteten gesetzlichen Bestimmungen ihrem vollen Wortlaute nach zu verkünden und wenn nicht alsbald die vollständig gesicherte Ruhe mit den gewöhnlichen Mitteln wieder herzustellen ist, auf dem möglichst schnellen Wege Bericht zu erstatten. woraufhin die unverzügliche Abordnung entsprechender Militär-Abtheilungen veranlaßt werden wird. Würzburg, 3. Juni. Da in Ihrer werthen Zeitschrift (Nr. 22 im Beibl.) der Artikel „Noch einmal über die Jeschiba - Angelegenheit" die hiesige Jeschiba, welche doch zu den ältesten Deutschlands gehört und jetzt unstreitig die größte ist, im Vergleich zu den andern wohl nicht ganz ihrer Bedeutung entsprechend behandelt, so erlaube ich mir zur genaueren Würdigung für Jüre geehrten Leser noch einiges Nähere darüber mitzutheilen. Zunächst sei mir gestaltet auf den Artikel „die Würzburger Hochschule (Jeschibah)" im „Israelit" Jhrg. V. Nr. 8 und 9 aufmerksam zu machen, wo ich eine getreue Schilderung von dem Bestehen der Würzburger Jeschibah sowie von ihrem kräftigen Emporblühen unter ihrem berühmten und hochverdienten Vorstande, Herrn Diftriksrabbiner S. B. Bamberg er zu geben, versucht habe. Mit Bezugnahme hieraus haben wir nun noch hinzuzufügen, daß sich seitdem der Jüngerkreis, der den verschiedensten Theilen Deutschlands (worunter selbst aus Württemberg (!) 3 Candidaten) und des Auslandes angehört, nicht unbedeutend vergrößert hat. Es verdient wiederholt erwähnt zu werden, daß die täglichen 3 Stunden währenden (Vormittags von 9—12) halachischen und talmudischen Vorlesungen sich eben so sehr durch ihre Gelehrsamkeit, Tiefe und Gründlichkeit, als durch Deutlichkeit und Klarheit auszeichnen. Besonders auf den halachischen Theil verwendet Herr Distr.-Rabb. B. viele Sorgfalt, um die Schüler soviel als möglich mit den vertraut zu machen, auf daß sie einst ihre Amtsfunctionen mit gewissenhafter Genauigkeit versehen können, woran heut zu Tage viele Rabbinats-Candidaten Mangel leiden. Es ist wirklich eine wahre Lust, den Vortrag des geistreichen Mannes zuzuhören, und dessen außerordentliches rnrr'pI wahrzunehmen, wobei die Zuhörer fast alle r>"i"n kennen lernen. Die drei Vereins pp die wir gleichfalls in unserem oben erwähnten Artikel ausführlich betrachtet haben, tragen viel zur Hebung der Jeschibah bei. Was außerdem die Würzburger Jeschibah vor vielen anderen auszeichnet, ist der Umstand, daß viele von den Candidaten zugleich die hiesige Universität besuchen, und dadurch ihre Bildung erhöhen ünd erweitern. Andere Schiller bereiten sich gleichfalls in anderen profanen Wissenschaften genügend vor. Hier wird im wahren Sinne des Worteder Satz: Op vollzogen. Wir können deßhalb entschieden behaupten, daß die hiesige Jeschibah sowohl in geistiger, wie materieller Hinsicht hervorragt, ja daß sie durch ihre Vorzüge einzig in Deutschland dasteht. — In statistischer Beziehung ist unter den unterfränkischen Gemeinden noch die 1/2 Stunde von hier entfernte, im Ganzen noch der orthodoxen Richtung ungehörige Gemeinde Heidingsfeld (200—250 5.) zu erwähnen, mit ihrem tüchtigen R. Eisik Gutmann, der von Zeit zu Zeit auch Schüler um sich schaart. Ebenso verdient das daselbst unter der Leitung des vortrefflichen Herrn Freudenberger blühende Erziebungsinftitut rühmlichst genannt zu werden. — In Mainbernheim (80 S.) fungirt der Distrikts- Rabbiner R. Thalheimer, der stets einigen Schiur vorträgt. — Gerolzhofen (80 S.) hatte seit längerer Zeit das Glück, einen sehr tüchtigen Talmudkundigen, R. I. Michael Schüler, zu besitzen, der nicht allein seiner Gemeinde eine Zierde war, sondern auch von auswärts ll'-nrw bei sich hatte. Diesem, welcher nach Frankfurt übersiedelte, folgte sein Schwiegersohn I. Kellermann, Rabbinats Candidat, im Amte. — Schließlich sei noch erwähnt, daß auch in Burgpreppach (130 S.) eine, wenn auch kleine, Jeschibah sich befindet. Or. M. Braunschweiger. SeeHuitz, bei Marktbreit, den 5. Juni. In dem «Artikel des Herrn vr. Hildesheimer, die Jeschibah- Angelegenheit betreffend, finden wir zu unserem Bedauern das hiesige Brüsselsche Institut unter der Direction des Herrn vr. Simon Eichenberg nicht erwähnt. Dasselbe erzieht seine zahlreichen Zöglinge zur Thora und zur Gottesfurcht; auch wird ein gründlicher Unterricht im Talmud ertheilt. Fürth. Von so vielen größeren wie kleineren Gemeinden kommen Ihrem geschätzten, auch hier vielfach gelesenen Blatte die mannigfachsten Notizen zu, uno nur selten geschieht dies vom hiesigen Platze, der doch bekanntlich die größte jüdische Gemeinde Äryerns in sich schließt. Ich erlaube mir daher, Einiges über hiesige, allgemeines Interesse berührende, Verhältnisse mitzutheilen. Anknüpfend an den Bericht des Herrn Rabbiner vr. Hildesheimer, über Jeschibah-Angelegenheit, bemerke ich bezüglich der „israelitischen Bürgerschule" Folgendes: Mit Recht ist dieses, unter der Direction des Herrn vr. Auerbach stehende Institut als Glanzpunkt der Bestrebungen und Errungenschaften der hiesigen, über 100 Familien zählenden orthodoxen Partei zu betrachten. Die jetzige Generation der hiesigen Israeliten, ersichtlich größtentheils der Neologie angehörig, war allzusehr der Ignoranz auf religiösem Gebiete verfallen; beregte Anstalt stellte