Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1866)
- Date
- 1866-06-06
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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403 dert so war. Der verstorbene Oberlehrer der jüdischen Schule zu Rom, mußte sich in eine Privatwohnung zurückziehen, wenn er diesem Studium obliegen wollte, da ein öffentlicher Unterricht oder selbst Privatstudium, da wo es in die Oeffentlichkeit dringen könnte, strenge Strafen nach sich ziehen würde. Es ist also evident, daß zu Rom nicht allein der Jude, sondern auch seine Literatur in Bande geschlagen ist. Frankreich. Nizza. Dem „Univers israelite" wird aus Nizza geschrieben: Am 29. April wurde unsere Gemeinde durch den Besuch Sir Moses Montefiores beehrt, welcher bei seiner Rückkunft von Jerusalem in Marseille landete und einen Abstecher nach Nizza machte, um auf dem Grabe einer seiner Schwestern, die vor drei Jahren auf dem hiesigen jüdischen Friedhofe begraben wurde, zu beten. Am Tage nach der Ankunft wohnte er früh dem Schacharithgebete in der Synagoge bei, wo er durch seine große Andacht Aller Augen auf sich zog. Die Gemeindearmen haben noble Zeichen seiner Freigebigkeit empfangen. Er reiste desselben Tags noch nach London ab. England. London. Wir vernehmen, daß der Lehrstuhl für Staatsökonomie an dem „Unioersity College" gegen das Ende des jetzigen Semesters vacant werden wird. Der seitherige Inhaber, Professor Waley, der dieselbe schon seit 1853 inne hat, beabsichtigt sich ins Privatleben zurückzuziehen. „Times." Wir bemerken hierzu, daß Professor Walry Jude und eifriges Gemeindemitglied ist. Palästina. Jerusalem. Leider, leider kommen uns wiederum traurige Berichte aus Jerusalem zu. Unsere dortigen Correspondenten melden sämmtlich, daß die verheerende Landplage, die Heuschrecken, die erst im vorigen Jahr die Saaten verwüsteten, schon wieder auftritt. Schon ist die ganze Weizenernte in der Jordanebene aufgefressen, die Gerste in den Gauen von Sichern, alle Gartengewächse von Gatha bis Kirjath Jearim sind sämmtlich von diesen Jnsecten verzehrt. Die Olivenernte dürfte im ganzen Lande so viel als gar nichts mehr werth sein. Es sind dieselben wahrscheinlich die Brut des Schwarmes, der uns voriges Jahr heimsuchte, deren Eier und Larven bisher an der Erdoberfläche begraben waren. In Folge dessen sind alle Preise wiederum bedeutend gestiegen. So kostet jetzt schon emRadel Mehl, das seither nur 5*/» Gulden gekostet Hai, bereits 8 Gulden. Möge sich der Allgütige seines armen Volkes erbarmen, die Söhne Zions, die Bedrückten, kräftigen, denn hei solchen Aussichten entfällt selbst dem Unerschrockensten der Muth. Schon kommsm täglich Arme, so schreibt uns Herr Joseph Niblin, und fragen, ob er kein Geld mehr für sie habe, und er muß sie auf die Amsterdamer Post vertrösten. Q', möge Jerusalems Glückstern bald erscheinen und dem Elend ein Ziel gesetzt sein. Diese Angaben sind leider nicht zu bezweifeln, denn wenn unsere ehrenwerthen Correspondenten nicht schon an und für sich Vertrauensmänner wären, so würden wir auch allen Grund haben, das Vorstehende dem „Libanon", der besonders über Jerusalem stets sehr gut unterrichtet ist, zu entnehmen, dessen Angaben hierin genau mit den unseligen übereinstimmen. Herr Moses Sachs schrieb uns unlängst, daß Sir Moses Montefiore 36 Pilgerwohnungen zu bauen beabsichtige, was auch in anderen Zeitschriften seine Bestätigung gefunden. Auch sollen sich in neuester Zeit Glaubensgenossen, die sich Häuser bauen wollten, in der Nähe von Montefiores Villa Touro bei Jerusalem anbauen wollen, um dort im Verein mit Anderen ein Gotteshaus zu errichten und so durch ihre größere Anzahl hinlänglichen Schutz gegen die Araber zu finden. Afrika. Capßadt. Dis Königin von England hat unseren Glaubensgenossen, Herrn Simon Jacobs Esqu. zum Generalprocurator für die ganze Colonie ernannt Dieser Herr, schreibt das „Jew. Chron." der der Sohn unseres Glaubensgenossen Lewis Jacobs ist, bekleidete vor einigen Jahren eine ähnliche Stelle in Kaffaria. Mexico. Vera-Cruz. Der Kaiser von Mexico hat einem unserer Glaubensgenossen, einem Künstler aus Frankreich, ein hohes Zeugniß der Zufriedenheit und Hochachtung gegeben. Herrn Stern, Graveur des Kaisers von Frankreich und desjenigen von Mexico, wurde der Guadalupe-Orden verliehen. (Univers israelite.)