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Der Israelit · 1866-06-06 · Heft 23 (6.6.1866) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 23 (6.6.1866)
Date
1866-06-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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402 dieses gräulichen Vorhabens nach Botuszany eilten, aber beiFoltyczany in der Wallachei festgenommen wurden. ->21^ S a. Ujhely, im Mai. Anläßlich meines kurzen Aufenthaltes in meiner Heimathsstadt kann ich nicht umhin, Ihnen Einiges aus derselben mitzutheilen. Vor Allem muß jetzt aus dieser Gemeinde als eine höchst erfreuliche Neuigkeit erzählt werden, daß der nunmehrige definitive Präses des hiesigen Cultusvorstandes Herr Albert Friedlieber ist; — ein Mann, der vermöge seiner vielseitigen talmudischen und profanen Kenntnisse, so auch wegen seiner wahrhaft biederen Eigenschaften von Jedem der ihn kennt, hochgeachtet wird. Herr F. ist sich seiner Pflichten und seiner Verantwortlichkeit gegen seine Gemeinde klar bewußt; und um ihr gerecht zu werden, behält Herr F. vor allen Dingen die Zügel in fester Hand, und läßt sich nicht, wie, leider! sein Vorgänger durch den hier oft rauh wehenden Wind der Chafsid-Schwärmei ei hin und her bewegen. Man darf somit versichert sein, daß Herr F. durch die bereits getroffenen Maßregeln, von deren Anwendung er auch im ausgedehntesten Sinne nicht zurückschreckt, die von der chuffidischen Partei heraufbeschworene Divergenz des hiesigen Gemeindelebens in Bälde schlichten wird. — In den hiesigen jüdischen Kreisen gibt sich gegenwärtig eine auffällig rege Stimmung kund. Der Vorstand leitet nämlich soeben einen Prozeß gegen den Rebben in Sanz (Galizien), den Protektor der hiesigen Chassidäer, ein. Der Gegenstand des Prozesses ist: der Sanzer Rebbe hat unseren hochgeehrten Herrn Oberrabbiner in Gegenwart hiesiger Israeliten auf die empörendste Weise verhöhnt und ihm Beschuldigungen aller Art mrt kolossaler Impertinenz vorgeworfen. Man ist hier ob des Ausganges dieses, von jüdischem Gerichte zu hantirenden Prozesses überaus gespannt und hoffen wir, raß die hiesige Gemeinde jetzt die Gelegenheit genügend benutzen wird, gegen die urwüchsige Grobheit des Chasstdismus, die unsere Wohlfahrt fortwährend untergräbt, gebührend anzukämpfen. Der vor einem Jahre von der Gemeinde ins Leben gerufene erweiterte hebräische Privatunterricht an der hiesigen Musterhauptschule hat wegen Unzulänglichkeit der für denselben anberaumt gewesenen Lehrzeit zum großen Bedauern der Gemeinde, und der Herren Lehrer insbesondere, aufhören müssen. Alexy Knopfler. Krakau. Wie die Krakauer Zeitung mittheilt, ist das bischöfliche Consistorium vom Staatsmimsterium der Oberaufsicht über die israelitische Hauptschule in Krakau enthoben worden. Die unmittelbare Aufsicht haben zwei israelitische Gemeindeglieder zu führen und die Oberaufsicht steht dem k. k. Volksschulen - Inspektor zu. Aus Pilserr 24. Mai wird gemeldet: Der vorgestrige Brand in Prestitz hatte einen sehr bedauerlichen Vorfall zur Folge. Als der Jsraelite, bei dem das Feuer ausgebrochen war, gestern mehrere seiner geretteten Effekten in eine andere Wohnung transportirte, wurde er, so wie seine Familie von einem aufgeregten Volkshaufen mißhandelt und die Effekten wurden ihm theils zerstört, theils geraubt. Der Bürgermeister, der Ortsseelsorger und der Bezirksvorsteher, welche das Volk zur Ruhe verwiesen, wurden insultirt. Heute Früh ging eine Assistenz von 25 Mann Infanterie und eine kreisgerichtliche Untersuchungs-Kommission von hier nach Pestritz ab. Die Excedenten haben wohl nicht bedacht, daß im Pilsner Kreise noch das Standrecht in Wirksamkeit ist, und daß sie die schweren Folgen desselben treffen können. (Wiener Fremdenbl.) Da^z. Die kriegerischen Zustände machen sich sogar im Lehrerstande fühlbar. Herr Friedenthal, Lehrer an der hiesigen Schule, der bereits 10 Jahre der k. k. Armee dient, wurde nach Brünn zum Depot einberufen. Er ist erst ein Jahr verheirathet und hat ein Kind. (Abendland.) Tschernowitz. Den Judenexcefsen in Böhmen und anderen Ländern stellen wir folgendes factum, das wir dem „Leitstern"' entnehmen gegenüber. In dem Dorfe Bachilif in der Bukowina haben sämmtliche Dorfbewohner, 500 an der Zahl, Herrn Salomon Schmitt einstimmig zum Ortsrichter gewählt. Dieser verwaltet sein Amt so unparteiisch und gerecht, daß die Bauern ihrem Richter mit aller Liebe zugethan sind. Italien. Venedig. Venedig verlor vor einigen Jahren seinen Geschichtsschreiber, Samuel Romanin, einen unserer Religionsgenossen. Unparteische Kritik erklärte schon damals die Geschichte des Juden Nomanin für die beste, die je veröffentlicht wurde. Venedig war stolz auf den Mann, der mit eben so vielem Talent als Wahrheitsliebe Venedigs Geschichte geschildert, der auf ihren Ursprung aus den Wellen des adriatischen Meeres zurückging, und dieselbe bis auf ihr Herabsinken zu einer Provinzialstadt Oesterreichs verfolgte. Dieses Venedig, schreibt die E. I. ist nun im Begriffe dem Andenken des Verewigten ein Monument zu errichten. Es ist zu diesem Zwecke eine Subscription veranstaltet worden. Das Monument wird in der Aula des städtischen Atheneums errichtet werden. Akow. Einem Nekrolog der Ln der „Educatore Jsraelita" veröffentlicht ist, entnehmen wir, daß in Rom den Juden das Thalmudstudium durch die Regierung verboten ist, was auch im vorigen Jahchun-

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