Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1866)
- Date
- 1866-06-06
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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401 nen diese rnne?' sich befinden, die Erhaltung der wum allein zu überlassen. Nehmet Euch ein Beispiel an der wunderbaren Organisation, wie sie in Rußland existirt, und wie sie nur m allgemeinen Zügen oben von mir detaillirt wurde. Auch wir können durch Organisation, durch möglichst allgemeine Betheiligung Unglaubliches, ja Mes leisten. Uno Ihr, meine theuren Collegen auf Rabbinatssitzen und Ihr andern mustergiltigen Vorbilder Eurer Glaubensbrüber in Süd und Nord, in Ost und und West; erinnert Euch, daß es auch in Rußland der größten Einer war, der sich dieses ewige Denkmal gesetzt. Ihr habt schon in so Vielem die Initiative ergriffen; sorget dafür, daß überall in und außerhalb Oesterreich jeder "nri', wenn er eben sein will, seine Schuldigkeit thue und zu dem Bewußtsein gelange, daß er an der npim theilzunehmen verpflichtet sei und zwar um so mehr, wenn er nicht Gelegenheit hat, Solches unmittelbar in eigener Gemeinde zu realisiren. Bietet Euch selbst an, traget Euch etwa im Israelit in Eurem Kreise als Agenten dieser Sache an; die wird Euch beisv hen, Ne größte der niLv wird Euch zufallen und Eure Namen tragen; und Ihr werdet dazu beitragen, daß in Ungarn die Erhaltung der.-i^ gesicherter und in Deutschland wieder ein ripi -n-> aufwachse, so daß der gewissenhafteste 'iiri' stets seinen Rabbinen freudigst und ruhigst für alle religiöse Fragen zu Nathe ziehen, und sich selbst Quellenkenntniß von jener Entscheidung verschaffen kann. Zeitungsnachrichten und Correfporrdenzen. Deut schlau d. ZRiefenfelb. Dieser Tage hatten auch wir eine Art Judenexceß durchzumachen. Lärmend und lobend durchzog ein aufgeregter Volkshaufen die Straßen und wurden dabei sieben Israeliten die Fenster eingeworfen. Was die Ursache dieses Aufruhrs war, stellte sich Tags darauf heraus, wo die Excedenten von den Juden ver- 9) Schließlich erwiedere ich hiermit mehreren an mich ergangenen Bitten, diese meine Aufsätze durch einen Separatabdruck zu vervielfältigen, dahin, daß mir Solches wohl sehr erwünscht (und wird vielleicht der Herr Redacteur selbst die Freundlichkeit haben, Solches dort gleich zu veranstalten), ich es aber nicht auf eigene Kosten thun kann; ferner aber, daß ich nur dann dareinwilligen kann, wenn meine früheren Aufsätze über die damalige ungarische Seminarfrage, zu welchen ich die'gegenwärtigen Aufsätze als Pendant halte, damit verbunden werden. Die Ergänzungen meiner Freunde über den statu» gao der ri'v'V' in Ungarn, welche irr diesen Blättern veröffentlicht, werde ich dann dankbarlichft einfügen. langten, sie sollten den Antheil an den Gemeinderechten schriftlich abtreten. ES war nämlich dieser Punkt schon seit Jahren ein Zankapfel zwischen den jüdischen und christlichen Einwohnern Wiesenfelds. Als jedoch das Gericht zu Gunsten der Juden entschi-d, mußten sich die Unzufriedenen in das Unvermeidliche ergeben. Bei dieser aufgeregten Zeit nun glaubten die guten Wiesenfelder das Recht des Stärkeren handhaben zu dürfen und zwangen also die Juden förmlich, die betreffende Verzicytleistung ausznstellen. Wahrscheinlich haben die guten Leute übersehen, daß das Gesetz einen solchen Act nicht anerkennt und das die Betheiligten einer strengen Strafe zu gewärtigen haben. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien. Die Untersuchung gegen mehrere Bewohner des czechijchen Städtchens Kaltsch, auf deren Häusern die Worte geschrieben waren: „Den Juden ist der Eintritt verboten", endete damit, daß die Klage fallen gelaffen wurde. 2:1 Wien 25. Mai. Gestern Vormittags 9 Uhr wurden von Sr. Exc. dem Justizminister Ritter v. Kommers zwei Deputationen, und zwar die eine bestehend aus einer größeren Anzahl von katholischen Geistlichen im Namen ihre Pfarrkinder, welche eine Anzahl von 50,000 Seelen repräsentrren, und eine zweite, bestehend aus den Vertretern der israelitischen Gemeinden des Trentschiner Komitats mit dem Rabbiner an der Spitze, empfangen Auf die ihm von beiden Führern der Deputationen vorgetragene Bitte, daß die Untersuchung gegen ihren dermaligen Gutsherrn Popper auf freiem Fuße abgesührt werden möge, versprach Se. Excellenz, daß er die Bitte befürworten werde. Dieser Tage ist die kreisgerichtliche Untersuchungskommifsion von Schüttenhofen, wo sie mehrere Monate verweilte, zurückgekehrt. Obwohl es vielen Exzedenten, namentlich den Fremden, unter dem Deckmantel der Nacht und mit Benütznna der allgemeinen Verwirrung gelang, bisher unentdeckt zu bleiben, so sollen doch weit über 100 Personen iy Untersuchung gezogen worden sein, wovon sich 20 beim k. k. Kreisgericht in Haft befinden. Von der moldauischen Grenze wird der „Gaz. nar." berichtet, daß es den dortigen Behörden gelungen ist, ein beabsichtigtes großartiges Verbrechen zu entdecken und zu vereiteln. Der erste Mai wurde von einer Schaar Fanatiker zum Termin festgesetzt, alle Israeliten in Botuszany zu ermorden; ein 19jähriger Wallache, Giergele, soll an der Spitze dieser Verschwörung gestanden sein und sich hiezu sogar die Mithilfe einiger jungen Leute in Czernowitz zugesichert haben, wäche am festgesetzten Tage