Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1866)
- Date
- 1866-06-06
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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400 ches zu ermöglichen; nicht so in Bruchsal (50—60F-). In Eichstädten (80 F.) existirt ein 12 "7,2 und gewiß auch Sinn für 71110 112b; ebenso in Müllheim (85 F.), wo ein durch Stiftung existirt; auch in Sulzburg (80—85 F), wo der Herr Rabbiner Dreifuß 3—4 O'iiTiI hat, ist kürzlich ein ii" 2.12 gegründet, und ein Sohn des Rabbiners in Würzburg dort angestellt worden. Auch in Tauberbischofsheim (40 F.), wo der dortige Rabbiner Herr Löwenstein ebenfalls mit einigen 2'ii7?2 lernt, wäre allenfalls zu erhoffen, da die Leistungsfähigkeit und der Wille ziemlich gut. Genannte Gemeinden sind die eigentlichen Hauptgemeinden; doch gibt es noch kleinere mit den trefflichsten Rabbinen an der Spitze; und was noch dis Hauptsache, gehört noch eine große Anzahl von Ortschaften dazrl, welche der jüdischen Bevölkerung zählt, und ebenfalls von einer herzhaften Propaganda viel leichter herbeigezogen werden kann, als die sich viel „autonomer" fühlenden Städter. Ich glaube hier nicht fehlzugreifen, wenn ich aus Baden l0°/o conscribire, also 2400 Personen. Summiren wir die Posten, so haben wir ca. 25,000 Personen als von möglicher thätiger Empfänglichkeit für unfern Zweck. Diese 25,000 Seelen repräsentiert 5000 Familien und VZo der Gesammtbevölkerung Deutschlands. Nehmen wir nun an, daß diese 5000 Familien sich zunächst zu diesem wichtigsten aller Vereine, nämlich zur Aufrichtung der Jeschiboth zusammenthun, und Jeder alljährlich 2 Thlr. pr. C. beisteuert; so wäre damit ein schöner erster Anfang gemacht. Wohl weiß ich, daß dies noch lange nicht genügt, und damit noch nicht so gar viel zu erreichen; ein schönes Etwas aber ist es doch. Und wenn schon Cicero sagt, daß in großen Dingen schon ein Bedeutendes sei, Etwas gethan zu haben; so wollen wir auch diesen Anfang nicht für so gering halten. Ich setze das Vertrauen in Gott, der noch nie das Bestreben zu Gunsten Seiner hl. 7>im zu Schande werden ließ, daß er auch uns einen Commercienrath Fränkel senden wird; und wer dächte nicht hierbei an die Hervorragende Persönlichkeit, auf welche stets die Augen der ganzen Orthodoxie gerichtet sind, den Hort und das Panier unserer Partei, der mit einem Federzuge alle unsere Intentionen in kaum geahnter Weise realisiren könnte. Ja, vertrauen wir nur, es werden sich schon die rechten Männer finden, wir werden auch Stiftungen in ergiebigster Weise bekommen. Bis dahin aber ver- 8) Durch die energische Geltendmachung des Rechtes kann ünserm Zwecke gar Manches zugeführt werden, was ursprünglich demselben angehörte und nur durch die Schamlosigkeit der Reformdespotie, die von einer eben so großen Gewissenhaftigkeit geg n die Lebenden wie gegen die Verstorbenen in Bezug auf deren letztwillige Bestimmungen erfüllt ist, ihrem Zwecke endogen wurde. Man säumen wir jeddch keine Zeit. Sie drängt sehr; jeder Tag ist verloren und bringt Schlimmeres; wir befinden uns auf einer gefährlichen schiefen Ebene, und wir haben oben gebrochenen Herzens genug der Beispiele constatiren müssen, welche alle nur die Folgen davon sind, daß wir die Solidarität unserer Aller nicht genvg erkannten und uns dal,er noch nicht organisirt. Leisten wir einstw.eilen das Mögliche, schießen wir einstweilen diese jährlichen 10,000 Thlr. zusammen und ermöglichen wir dadurch einstweilen schon einer Anzahl von Jünglingen, zu den Füßen der 'bii2 bttiw' zu sitzen, ohne von zu drückenden Nahrungssorgen daran verhindert zu werden. Das gute Werk wird schon immer weiter fortschreiten und '"w.i hilft hier sicher. Uebrigens maße ich mir, wie schon einmal erwähnt, rücksichtlich der Ausführung kein Urtheil an, und ist der eben gemachte Vorschlag ganz unmaßgeblich. Und nun an Euch, ihr theuren Brüder und Schwestern in Oesterreich und Deutschland, noch ein Wort zum Schluffe. Glaubet mir, daß ich mehr noch mit dem Herzen, als mit der Feder, diese Aussätze, deren es Euch vielleicht sckon zu viele wurden, geschrieben. Ich habe aus Deutschland die traurigsten Erfahrungen hierin mit nach Oesterreich gebracht und bin im Stande gewesen, sie so recht wahr und treu, aus dem Leben gegriffen, zu zeichnen. Anderseits habe ich das Glück, in Ungarn seit 16 Jahren Leiter einer 7i2'w' mindestens 2. Ranges zu sein, und die gesammelten Erfahrungen für meine Brüder im Auslande nutzbringend zu machen, halte ich für heilige Pflicht. Letztere gipfeln in der Ueberzeugung, daß es kein Judenthum ohne eindringliches 7>ii7>.i 112'b gibt, und alles Andere pure willkürliche Subjeclivität sei. Keiner aber kann zum Rabbiner herangebildet werden, es sei denn, es geschehe bei einem 7>2'L" OSiri und in 2'1271 P121 auf 5112'L7'. Es ist aber die größte Ungerechtigkeit und auf die Dauer eine wahre Unmöglichkeit, die größtentheils armen Gemeinden, in dehalte z. B. einmal Rundschau und Revision, was in Berlin aus den für ^117> 112^71 geworden; man wird da seine Wunder erleben. Aber nicht nur in der Metropole der Intelligenz geht es so, auch aus dem Lande und allüberall dürste sich Aehnliches finden. So weiß ich aus sicherer Quelle, daß im Kurfürftenth Hessen ein ursprünglich durch Beiträge gebildeter 711151 livbl Fond, zu dem Zwecke gegründet, daß das Engagement von Lehrern für 112* 711111 den einzelnen ärmeren Ortschaften ermöglicht werden solle, in einen sogenannten Schulfond umgewandelt, und dafür ein Seminar erhalten. Auf die Güte desselben und dessen Wirksamkeit für ^7>1L21 711171 kommt es hier gar nicht an, es ist nur zu constatiren, daß dies kür ^117> 112 d7> Lehrer so nothwendig Institut seinem ursprünglichen heiligen Zwecke alljährlich entzogen wird. Ich will nicht zu viel Beispiele ansühren, exsinpls. surrt oäios»; hier hat die thatkrästige orthodoxe Partei sehr vielOrdnung zu machen.