Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1866)
- Date
- 1866-06-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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M wir uns auch, in dem viel gelesenen und weiivwbreiteten Jsraeksien auszusprechen, erlaubt haben. V' Berit,a^s. Amerika. Ghcrrleftorr Wir erfahren durch einen sehr geschätzten Cürrespondenten, sagt der „Hebrew Leader", daß sich die Orthodoxe- und Reformgemeinde jener Stadt, die seither getrennt waren, wiederum vereinigt haben. Die seitherigen Reformer haben die Orgel aus dem Gotteshause entfernen laßen und feierlich versprochen, für die Folge auch die zweiten Feiertage wie dies Israels Sitte ist, heilig zu halten. Die Orthodoxen sollen hingegen ihren mehr progressiven Glaubensgenossen zu lieb einige Gebete abgeschäßt habest. Da nun von altem Minhag in Amerika eigentlich nicht die Rede sein kann, und wir voraussetzen, daß die hier in Rede flehenden Gebete sich höchstens auf einige Piutim beziehen, so dürften die Reformer weit mehr C>ncessionen gemacht haben, als die Orthodoxen. Allem Anscheine nach geht also Südkarolina dem wahren Fortschritte immer mehr entgegen. Möge diese Gesinnung immer mehr erstarken und die wahre Religion gestützt auf die Basis der ,-nni immer mehr Wurzel faßen, damit Israel wieder mit Recht inn genannt zu werden verdient. Feuilleton. Der Tod Iharons, -es Hohenpriesters.^) Von Vei»ÄI»A». Als einst der Herr zu Moses sprach: „Geh' hin, Nimm Aharon und Elasar, den Sohn, Und führ' sie auf's Gebirge Hör hinauf, Und zeuch dem Aharon die Kleider aus, Und leg' dem Sohne Elasar sie an; Denn Aharon soll heimgehn zu den Vätern!" Da fiel es Moses schwer, dem altern Bruder So ohne Weiters, g'radezu zu lagen, Daß seine Stunde jetzt gekommen sei, Aus dieser Welt zu scheiden. — Frühe schon, Als kaum der Tag zu grauen angefangen, Erhob et sich den andern Älorgen schon, ging Zu Aharon und rief ihm zu: „Mein Bruder!" — Und Aharon trat aus dem Zelt' und frug: „Warum, mein Bruder, kommst Du heut'so frühe?" — Mit sanfter Stimm' gab Moses ihm zur Antwort: „Ein Wort ist's im Gesetz, das schwer mir scheint, 1) Nach Jalkut Chukath Nr. 764. Jalkut Masö Nr. 787. 2) 4 B. M. 20, 25—29. Und über Wlches lang' ich uachgedacht In tiefer Nacht, und Harum komme ich SV hsüh zp Drx, um DH deßhalb' zu fragen," — „Und welches Wort ist das?" frug Aharon. — „Ich weiß es nicht mehr sicher," sagte Moses; »Ich weiß jedoch, daß in dem ersten Buche Es sich befindet, hole denn das Buch Und laß uns Beide aufmerksam, es lesen." — So ging denn Aharon und langte her das Buch, Und Wort für Wort fing Moses an zu lesen. Zuerst wie Gott im Anfang schuf den Himmel, Die Erd' und Alles, was daran, darauf, Die Sterne, Pflanzen und die Thiere all. — „Wie schön und herrlichsagte Aharon, „Der Heilige, gelobt sei 2r! das All Geschaffen und geordnet hat!" — Jetzt kamen Sie an des Menschen Schöpfung. — „Sprich, mein Bruder!" Frug Moses ihn, „was denkst Du wohl von Adam, Durch Den der Tod doch in die Welt gekommen?" — „Sprich nicht davon!" versetzte Aharon; „Wie sollten wir nicht nehmen hin ergeben, Was Gott in seiner Weisheit angeordnet!" — Und Moses fuhr nun fort und las, wie Adam Zuerst, weil ohne Schuld, gelebt im Eden, In Gottes anmuthsvollem Garten; doch Am End' daraus verjagt ward mit den Worten: „Du kommst vonStaub, und sollst zuSLaub auch werden!" — „Ach," sagte Aharon ergriffen, „Der So hoch gestanden, so gepriesen ward, Er mußt' ein solches Ende nehmen!" — „Wohl!" Versetzte Moses ihm, „Und ich! — und Du! — Der ich den Engeln selbst gebieten durfte. — Der Du dem Tod' entgegen einst getreten Und Einhalt hast gethan der wüth'gen Pest, —*) Welch andres Ende dürfen wir erwarten? — Wie lang' noch werden wir zu leben haben? Vielleicht noch zehen, zwanzig Jahre kaum!" — „Wohl wenig!" sagte Aharon, und ahnte Noch immer nicht, wohin der Bruder ziele. — Sie kamen an das Leben Abrahams. — Da wiederholte Moses laut und langsam Und ausdrucksvoll die Worte: ^) „Du, jedoch, Du sollst in Frieden gehn zu Deinen Vätern!" — Vernimmst Du," sagte Moses wehmuthsvoll, 3) i B. M. 3. 19. 4) 4 B. M. 17, 12. 13. 5) 1 B. M. 15, 15.