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Der Israelit · 1866-05-30 · Heft 22 (30.5.1866) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 22 (30.5.1866)
Date
1866-05-30
Page
– (sequence 13)
Language
German
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387 dort ihre Häuser zu erbauen, und zwar in Anbetracht der Gefahren , die die räuberischen Araber immerhin noch verursachen, sich so einzurichten, daß sie etwaigen Anfällen mit der Waffe in der Hand begegnen. Der Secretair der „H.IIis.Q66 isr." hat denselben nun bereits mitgetheilt, daß ihre Sache in der nächsten Sitzung eingehend wird besprochen werden. Möge das Unternehmen gelingen. Schweden und Norwegen. Stockholm Vor einigen Jahren erhielten die Juden die Genehmigung sich in Norwegen niederzulaffen. Nun haben acht Familien in Christiania eine Gemeinde gebildet. In Folge dessen suchen sie jetzt einen Lehrer und Schochet. Demselben ist ein Gehalt von 1400 schwedischen Thalern (— 525 preußische Thaler) zugesichert; jedoch muß derselbe entweder der schwedischen, norwegischen oder dänischen Sprache mächtig sein. Sie beabsichtigen ferner, eine neue Synagoge zu bauen und sich einen Begräbnißplatz zu verschaffen. Herr Maiersohn, Vorsteher unserer Gemeinde, erhielt vor einigen Tagen den Wasaorden. Drei andere Juden wurden mit Verdienstmedaillen von Sr. Majestät dem Könige decorirt. (Hamewasser.) Sibirien. Wir haben bereits berichtet, daß unsere Glaubensgenossen in Rußland fast in jeder der Tausenden von Gemeinden, die unter dem Scepter Alexanders II. stehen, dem gütigen Gotte Danklieder für die wunderbare Errettung des geliebten Herrschers darbrachten. Dem „Hamewasser" entnehmen wir nun, daß die jüdischen Anwohner von Irkutsk diesen Tag benutzt haben, sich gleichzeitig ein ewiges Andenken zu schaffen. Damit ihre Nachkommen auch des 4. April 1866 eingedenk sein sollen, haben sie beschlossen, in Ostsybirien eine jüdische Schule zu gründen. Es dürfte dieses wohl die erste ihrer Art sein, da ein Bedürfniß hierzu wohl erst durch die Freizügigkeit unserer Glaubensgenossen in Rußland empfunden werden wird. Kleinasien. Smyrna. Das Amsterdamer „Weekblad" berichtet, daß der Pascha Ragird den Juden die Fleischsteuer, die sie seither zu entrichten hatten, erlassen hat. Brufsa. Nach telegraphischen Depeschen aus Constantinopel waren die vergangenen Peßachfeiertage zu Brussa Ursache bedauerlicher Excesse der Griechen gegen die Juden. Privatnachrichten zufolge mußten die französischen und englischen Konsuln einschreiten und dey Pascha veranlassen, zahlreiche Verhaftungen vorzünehme«. Leider herrscht auch im Hellen Osten, von dem das Licht, das die Erde und ihre Bewohner erleuchtet, ausging und ausgeht, immer noch die Finsterniß, in die sich Fanatismus und Ignoranz so geme hüllen, von denen die heutige» Griechen noch so sehr umstrickt sind, daß gerade sie es sein müssen, die in den ersten Reihen der Verfolger als Campione der socialen Verkommenheit dastehen. Ein trauriges Privilegium! Feuilleton. Die treuen Verwalters. Es lebte einmal ein braver Mann, der war durch Unglücksfälle aller Art so sehr in seinem Vermögen zurückgekommen, daß er, um sich, seine Frau und seine Kinder zu erhalten, bei fremden Leuten um Tagelohn arbeiten mußte. Einst ackerte er auf dem Felde. Es ging schon auf den Abend, und der arme Mann sehnte sich nach Ruhe. Da erschien ihm ein alter, gar seltsam gekleideter Mann, von ehrwürdigem Aussehen, und sprach zu ihm: „Deiner und Deines Weibes Frömmigkeit wegen ist über Dich im Himmel bestimmt worden, daß Du sieben gute Jahre bekommen und dieselben in Reichthum und Ehren verbringen sollst. Ich habe nun den Auftrag, Dich zu fragen, wann Du diese guten Jabre haben willst, ob jetzt, wo Du noch ziemlich kräftig bist und Lust am Leben hast, oder in Deinem Alter, wo Du nicht mehr arbeiten kannst." — Der arme Taglöhner, der den alten, seltsamen Mann für einen Zauberer hielt, antwortete ihm: „Gehe, ich habe nichts, um Dir Deinen Lohn zu geben," und arbeitete weiter. Den anderen Tag erschien ihm der seltsame Greis wieder auf dem Felde und richtete dieselbe Frage an ihn. Der Taglöhner gab ihm dieselbe Antwort. Aber auch den dritten Tag kam der Alte wieder zu ihm und legte ihm die Frage vor. Da sagte der Taglöhner: „Ich habe Dir schon zweimal gesagt, daß ich nichts habe, um Dich zu belohnen, warum störst Du. mich in meiner Arbeit? Ich habe Frau und Kinder zu Hause, die mit Schmerzen auf den Taglohn warten, den ich ihnen nach Haus bringe. Thue mir den Gefallen und laß mich in Ruhe, Du versündigst Dich gegen mich und gegen die Meinen." — 1) Aus Tendlau's Fellmeiers Abende. Jalkut Ruth 607. — Schebet Muser p. 5. — Mehajxsch. 83 — Zeenah Urönah Ruth S. 165. d. Maaseh-Buch «-.148.

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