Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1866-05-30 · Heft 22 (30.5.1866) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 22 (30.5.1866)
Date
1866-05-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447245-2447261--04238-2459681
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

SSO war der bekannte R. Jedidia den Israel aus Nürnberg , Correspondent des R. Meir von Rothenburg, R. Salomon ben Aderet und R. Ascher ben Jechiel. Siehe Rga. R. Meirs, eä. Prag, Nr. 699, eä. Cremona, Nr. 13, Rga. R. Salomons II., Nr. 31; Rga. R. Aschers XXII Nr. Unser N. Jedidja wird auch im Mordechai, Kidduschin § 811 citirt, aber nicht in den Tosafot, und R. Jechiel Heilprm irrte sich sehr, wenn er in seinem Seder Ha-Dorot, Artikel, R. Jedidia aus Nürnberg, schreibt, er sei Tosafot zu Ketubot 47 und Erubin 41 erwähnt. Jeder kann sich von der Unwahrheit dieser Angabe überzeugen, wenn er den Talmud nachschlägt. Dem sei wie ihm wolle, so stand R. Jedidia ben Israel nur wenige Jahre seinem Amte vor, denn er starb schon am Anfänge des vierzehnten Jahrhunderts «ms Jahr 1305. Ob R. Meir Cohen ihm im Amte folgte, ist unbekannt. Man weiß nur, daß er und seine zwei Kinder Jechiel und Esther Cohen in Mainz lebten und dort starben. Die dunkle Nacht welche die inneren Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde in Mainz während der ersten Hälfte des XLV. Jahrhunderts umhüllt, läßt uns ungewiß über die Reihenfolge der Rabbiner von Mainz und über ihre Tätigkeit im Rabbinate. So wird erst nach 1326 wiederum von einem Rabbiner im Amte, R. Elieser Chajim ben R. Elieser, '2 2-.2 p o"n 2sp'^x 22.2 gesprochen, von dem aber nur gesagt wird, daß er für den Gottesacker, für die Synagogen-Beleuchtung und für die ärmeren Kranken spendete. Die Rede von Spenden erinnert uns an den Synagogenbau, mit dem wir diesen Paragraph begonnen haben. Das Memorbuch bezeichnet die Spenden, welche für die innere Einrichtung der Synagoge in Empfang genommen wurde. Namentlich für den Bau des sogenannten Almemmors 1^22, für die Armleuchter vor der heiligen Lade 51121^.2 lvnipTi und für die Thüre der Synagoge nnsn rivr2.2 ri'2s>. Auch wurden mehrere Gesetzrollen für die Synagoge gespenoet, so wie einzelne Bücher für den Jugendunterricht. Aber Mainz hatte keine Jeschiba, die Gemeinde keine Bibliothek mehr. Der Druck und und die Verfolgung des XIV. Jahrhunderts lasteten schwer auf den Mainzer Jsraliten, sowie auch auf allen anderen Juden in Deutschland und ließen ihnen kaum so viel Ruhe, ein trauriges Leben ohne Kultur und ohne Wissenschaft zu fristen. (Fortsetzung folgt.) E. Carmoly. Zeitungsnachrichten uud Correspondenzen. Oesterreichischer Kaiserstaal. Wien. Einen sehr erfreulichen Fortgang nehmen die patriotischen Sammlungen. Freiherr v. Rothschild hat für die jüdischen Familien, deren Ernährer zur Armee einrücken mußten, der israelitischen Kultusgemeinde 2000 fl. übergeben lasten. Diesem Beispiele folgten mehrere Andere, und so wurden im Ganzen bis heute 8500 fl. zu denselben Zwecken gezeichnet. Sereth. Ein Rauch- und Pelzwaarenhändler reiste gestern mit feinem beladenen Wagen aus Sutschowah hierher. In der Nähe unserer Stadt wollte er von seinem Wagen herabspringen, weil der Weg sehr sttil war und er bei den Pferden sein wollte. Unglücklicherweise wurden die Pferde scheu und er kam unter die Näder des schwer beladenen Wagens. Die Last der Fracht brach ihm das Genick. Trotz den Anstrengungen der schnell herbeigeeilten Aerzte gab der Unglückliche alsbald seinen Geist auf. .->"285r>. (Hamewaffer.) Rimarrob. In einem naheliegenden Dorfe wohnt ein sehr reicher jüdischer Kaufmann, der unlängst in Folge der allgemeinen Truppenbewegungen im Kaiserstaate Einquartierung erhielt. Unter den Soldaten befand sich auch ein Jude. Derselbe hatte einen schönen Ring an seiner Hand, der der noch unerwachsenen Tochter des Hausherrn sehr zu gefallen schien. Der Krieger fragte bei dieser Wahrnehmung das Mädchen, ob ihr der Ring gefalle und sie ihn gern haben möchte. Als hierauf das unbefangene Mädchen beide Fragen bejahte, steckte ihr der SÄdat den Ring an die Hand, indem er in Gegenwart mehrerer Personen sprach ^121 nw-npQ nn '22. DaS Mädchen sagte nichts von dem Vorfall und auch der hinterlistige Soldat schwieg. Tags darauf erzählte er in öffentlichen Kreisen seine Großthat. Als dieses der Vater des Mädchens erfuhr, erschrak er sehr und lief sofort zu dem hiesigen Rabbinen, um ihn um Rath zu fragen. Der Rabbiner ließ den Soldatm vor sich kommen und stellte ihm sein frevlerisches Benehme« vor und ermahnte ihn, sein Vergehen wieder gut zu machen. Dieser jedoch kümmerte sich anscheinend wenig darum, sondern beharrte darauf, das Mädchen müsse seine Frau werdm, oder es müsse ihm der Vater 3000 fl. Entschädigung geben, wo nicht, so würde er durchaus keinen v: geben. Mittlerweile wurde der Soldat i« eine andere Garnison versetzt. Der Rabbiner zu Rimanob hat an sehr viele Rabbinen Schreiben ergehen lasten, damit sie ihr Gutachten in dieser verwickelten Angelegenheit abgeben. Alle Verwandte und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.