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Der Israelit · 1866-05-30 · Heft 22 (30.5.1866) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 22 (30.5.1866)
Date
1866-05-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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379 Nein und tausendmal Nein! Das Judenthum das R. Hillel Wetsch und seines Schwiegersohns ist nicht das echte, wahre; es ist nicht das Judenthum der Bibel, die dem treuen Bekenner der heiligen Religion Israels die Achtung aller Völker verheißt, es ist nicht die Religion des Talmuds, der nirgendwo die Erlernung von Sprachen rc. verbietet — diese befremdende Erscheinung findet höchstens in dem Sprachenstreit, der seit einigen Jahrzehnten in den österreichischen Kronländern herrscht seine Erklärung. Wie der Böhme das Czechische vergöttert und das Deutsche verpönt, wie der Ungar das Magyarische verhimmelt und das Deutsche verwirft, so will R. Hillel Lesch den jüdisch-deutschen Jargon als jüdische Nationalsprache heilig gesprochen und das reine Deutsch verketzert wissen!!! Es ist dieser eigentümliche Wahn ein im höchsten Grade lächerlicher, es ist wahr — allein, wir haben oben gezeigt, daß er auch gefährlich ist und daher ist es geboten, mit scharfem Messer dieses eiternde Geschwür aus dem jüdischen Volkskörper herauszuschneiden. Und nun noch an Euch, Rabbi Hillel und Akiba Joseph, ein ernstes Wort; Ihr, die Ihr alle Welt ermahnt, die Ihr mit Hölle und Verdammniß und dem leibhaftigen Teufel um Euch werfet, wie wenn Euch das Alles so einfach zur Disposition stände und Ihr freie Verfügung darüber hättet — lasset auch an Euch einmal einige Worte tiefernster Mahnung richten. Wo ist jemals noch in Israel ein solches Benehmen vorgekommen wie das eurige? Wo findet Ihr; es verzeichnet in Israels Geschichte, daß man die edelsten Männer, die in heiligem Ernst und edlem! Eifer für Gott und Seine Lehre wirken, geschmäht,! beschimpft, verflucht hat? In welchem jüdischen Ge-! setzbuche, in welchem Tractate des Talmuds, in wel- I chem Theile des Schulchan Aruch stehen Eure neuen Dogmen, Eure verwerflichen Meinungen? Seid Ihr unfehlbar, könnt Ihr nicht irren? Wir wollen die Reinheit Eurer Absichten nicht bestreiten, aber Euer Verfahren ist sicher ein zu verabscheuendes. Deßhalb betet zu Gott, daß er Euch erleuchte, daß Er Eurem kranken Geiste Heilung sende — und, wir bitten Euch ernstlich, kehret um und büßet die vielen Sünden, die Ihr bis jetzt schon durch Eure Schriften voll des grauenhaftesten Chillul Haschem begangen habt. Groß ist die Kraft der 7>2ilor>, der Rückkehr, sie führt bis zum Throne von Gottes Herrlichkeit. ^->- .i'inv möge Gott dem Rabbi Hillel verzeihen (Sanhedrin 99 a.) ^1V'2 12-,' 8^ ^51122 kjOI' ttI'pp 15181, und Du, Akiba Joseph, wie Du möge es nicht Viele geben in Israel, (Nach Jebamoth 16 a.) Die Juden zu Mainz im Mittelalter. (Fortsetzung.) xxvm. Die neue Synagoge, erbaut imJahre 1296. Mar Simson den Naphtali Hirsch, der die neue Synagoge auf eigene Kosten erbauen ließ, war ein sehr frommer und eifriger Mann. Kaum hatte er die Erlaubniß erhalten, so ruhte und rastete er nicht, bis das Gotteshaus angefangen und vollendet war. Ein Jahr genügte ihm, um die ganze Arbeit der schönen Synagoge zu vollziehen. Aber die große Anstrengung Tag und Nacht, sein heiliges Werk sobald wie möglich zu beendigen, kostete ihn das Leben. Er sah das heilige Haus dem Ewigen gebaut, aber hinein gehen, zu beten, sollte er nicht; sowie auch MoseS das gelobte Land sah, aber hinüber zu gehen war ihm nicht vergönnt. Denn er starb vor deren Einweihung, Donnerstag den 18. Kislew, 5057 nach der Erschaffung der Welt, d. i., den 15. November 1296 der allgemeinen Zeitrechnung. Die ganze Gemeinde, tief betrübt über den Verlust dieses edlen und großmüthigen Wohlthäters, beschloß sein Andenken durch ein öffentliches Monument zu verewigen. Neben der heiligen Lade, in der neuen Synagoge, ließ man ihm eine Marmorplatte mit folgender Inschrift einsetzen: :i2'OQ2 ^21 . 12O ^1N 12 : 1211p Op- : 7Ü2 MQO IQ :'l28^Q2 :i-ii.-> -OL ip :i2inp^> i-i : O'21O N2-U21 : O'21O2 121 8-1 : O'221lv 1218 'L'V' 12 . 12 1M'2W si' i-'ll? 812' '2 1p 1L.1 1P1 512- PLL.121 111O' li"1tl2 12"O 118-1 O'2'1L 11IP21 O'2L1L O2"L21 2'21.18 122 -p Die zwei ersten Worte dieser Inschrift enthalten die Jahreszahl 57, d. i. 5057, d. i. 1296 der allgemeinen Zeitrechnung, die Epoche der Erbauung der Synagoge. Das Wort 112, das in der vierten Zeile nach Mar Simson steht und durch drei Punkte wie der Name Mar Simson merkbar gemacht, scheint nicht nur dem Zeitwort bauen zu entsprechen, sondern auch auf Anfangsbuchstaben von BenNapthali Hirsch, Sohn Naplali Hirschs zu deuten, was gewiß sehr geistreich, sowie die ganze Inschrift bemerkenswertst ist. Diese Synagoge, nachdem sie 177 Jahre dem israelitischen Cultus gedient hatte, wurde 1473 vom Kurfürsten Adolph von Nassau, in eine Kapelle Omnium Sanctorum verwandelt, wie wir weiter sehen werden. Das Oberhaupt der Synagoge, der im vorigen Paragraph erwähnte R. Jedidja ben Israel,

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