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Der Israelit · 1866-05-30 · Heft 22 (30.5.1866) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 22 (30.5.1866)
Date
1866-05-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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377 der größten Verehrung anhangen; denke Dir diesen Mann, der 70 Schüler um sich sammelt und sie Tag und Nacht Thora lehrt, dem Tausende und aber Tausende die größten Wohlthaten verdanken, der viele Hungrige speist und vielen Kranken ^Verpflegung und Heilung zukommen läßt, dessen immerwährende mv'm -wn niemals ermüdet.. gegen diesen Mann wagt eS ein obscurer Mensch ein Pamphlet zu schleudern, in dem offen ausgesprochen wird, Herr Rabbiner H. sei unrettbar der ewigen Verdammniß verfallen, weil er richtig deutsch spricht, weil er seine Talmidim ebenfalls richtiges Deutsch und noch andere Sprachen und Mathematik rc. lernen läßt, weil er einen Doctortitel führt!! Herr Rabbiner vr. H. hat gleich nach Erscheinen jenes elenden Machwerkes eine Entgegnung geschrieben, die jedoch auf den Rath seiner Freunde nicht veröffentlicht wurde; es erschien uns dieser „hebräische Knabe" gar zu lächerlich, als daß wir ihn der Beachtung werth halten sollten. Dem thörichten Knaben wuchs jedoch in Folge dessen der Uebermuth; er wählte sich ein anderes Object der Verfolgung. In der Broschüre O'-np.i an die Heerden, zog er gegen den ehrwürdigen Herrn Rabbiner Feist Fisch mann '"2, Maggid (Prediger) der altehrwürdigen Gemeinde zu Preßburg, zu Felde. Herr Rabbiner F. ist der Sohn des ehrwürdigen Rabbinen zu Miskolcz; er ist gleich ausgezeichnet durch Gelehrsamkeit wie durch Frömmigkeit. Früher Rabbiner zu Szikßo und zu Klausenburg, wurde er in Uebereinstimmung mit dem berühmten Oberrabbiner '"2 von Preßburg nach dieser altehrwürdigen Gemeinde als Prediger berufen. Gegen diesen Mann, der in seinen Ansichten wie in seinem Leben der strengsten Orthodoxie huldigt, proclamiren die obengenannten Vorkämpfer der Dummheit den Meuchelmord als ein verdienstliches Werk, weil Herr F. deutsch predigt!!! Noch immer erhob sich keine Stimme gegen diesen Wahnsinn; nur in den reformjüdischen Blättern wurde auf diese in jüdischdeutscher Mundart geschriebene Schmähschrift als auf einCuriosum hingewiesen. Da machte eine neue Broschüre '^2p 2^, das hebräische Herz, die Serie vollständig und steigerte den Unsinn noch höher. Da wurde eine neue Dämonologie in die Welt gesetzt; der fromme jüdische Rabbiner, der richtig deutsch spreche, sei der lebendige Teufel; nur um die Welt zu verführen halte er Gottes Gebote, studire er fleißig den Talmud, suche er die Menschen von Sünden abzuhalten — das geschehe Alles uur, um die „emeßdigen Jidden" dem alleinseligmachenden Jargon zu entfremden. Jetzt endlich erhoben sich Diejenigen, denen die Pflicht zunächst oblag, die Preßburger Talmudgelehrten, und wiesen in einem gutgeschriebenen Aufsatz den thörichten Verfasser der erwähnten Pamphlete in seine Schranken zurück, rollten der Welt seine jämmerliche Vergangenheit auf und zeigten die Thorheit seines gegenwärtigen Gebahrens. Allein dieses einmalige Auftreten blieb ziemlich wirkungslos; in Preßburg selbst scheint es an der nöthigen Einigkeit, an dem offenen Muthe zu fehlen, denn wir vermißten unter jenem Aufsatze schmerzlichst die Namen, so daß Herr Akiba Joseph Schlesinger ungescheut behaupten kann, die eigentlichen und bedeutenden Talmudgelehrten Preßburgs seien nicht dabei betheiligt, seien vielmehr mit ihm im Bunde. Nur offenes, muthvolles Heraustreten kann hier von Erfolg sein, und es ist jetzt an der Zeit, denn das Maaß der Sünden des Herrn Akiba Joseph Schlesinger und seines Schwiegervaters ist voll. Gestern nämlich erhielten wir das erste Heft einer Zeitung, die Herr N. I. S. im jüdischdeutschen Jargon herausgibt und die er „Amud Hajirah", die Säule der Gottesfurcht zu nennen die Keckheit hat; es ist dies dieselbe Zeitschrift, die unlängst unter dem Namen „Schoimer Jisroel", der Hüter Israels, angekündigt ward. In der Vorrede sagt der Herausgeber Folgendes: „Was die Schpraech betrift rein deutsch wil ich nicht schreiben wen auch in jidusche Buchschtaben der Jßer geringer ist, ibrigens der verschtehen wird wellen wird verschtehen kennen sagut der Außlender wie der Jnlender." Wir bewundern hier gleich die große Consequenz des gelehrten Akiba Joseph! Also in jüdischen Buchstaben ist das reine Deutsch weniger sündhaft; es müssen also wohl die verketzerten Männer, die ob ihres reinen Deutsch der ewigen Verdammniß anheimfallen, in deutschen Buchstaben sprechen!! Nichts über die Consequenz! Um den Leser gleich in den Kladderadatsch-artigen Geist dieser neuen Zeitung einzuführen, wollen wir eine Zeitungsnachricht derselben buchstäblich wiedergeben : „In Abajer Kumitat ist ein jidisches Kind mit Zehn auf die Welt gekumen daß Kind ist jetzt vier Wochen alt und schreiet „Mame" ich selber wahr Moihel bei dem Kind. Akiba Joseph." Den Hauptinhalt dieses Heftes bildet eine Predigt, die Rabbi Hillel Lesch in Szikßo gehalten hat; die darin proclamirten Grundsätze sind wahrhaft grauenerregend. „Jeder Jude, der ein „ordentlicher Mensch" sein will, kömmt in die Hölle." — „Das Bestreben eines jeden emeßdigen (wahrhaften) Juden muß dahin gehen, daß jeder Nichtjude vor chm, seiner Frau und seinen Söhnen und Töchtern auSfpuckt! (So erklärt der gelehrte Prediger '^2 mip'i „daß die Mizrijim habengehat ein Abscheie vor die Bne JißroB

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