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Der Israelit · 1866-05-23 · Heft 21 (23.5.1866) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 21 (23.5.1866)
Date
1866-05-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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358 Nathan, der heilige Rabbi Moses, der heilige Rabbi Ephraim, der heilige Rabbi Jsaac und der heilige Rabbi Jehuda, diese Alle wurden hingeschlachtet. Der Titel der Heilige will so viel sagen als Märtyrer, Glaubenszeuge. Er wird gewöhnlich jedem Juden beigelegt, der standhaft in seinem Glauben, den Tod muthig empfängt. Der heilige RabbiJechiel ha-Cohen und der heilige Rabbi Jacob ha-Cohen; Beide starben unter großen Qualen. Niedergemetzelt wurden ferner: Rabbi Mordechai; der gelehrte Rabbi Samuel, Sohn Rabbi Jehudas; Rabbi Kalonymos, Sohn R. Jechiels ha Cohen; Rabbi Jechiel, Sohn R Kalonymos ha-Cohen; Rabbi Samuel ha-Cohen, Rabbi Moses, Sohn Hoschajas, RabbiJoseph, Rabbi Jekutiel und Rabbi Moses Ha-Levi. Rabbi Eliah. Sohn Josephs, der den Glanben an die Einheit Gottes treu verkündigte, wurde lebendig verbrannt u. s. w. Bei solch' schrecklichem Blutbade, gleich unter wilden Thieren, ist es kein Wunder, daß die neue Ansiedlung der Juden in Mainz langsam voranginq. Auch war der neue Erzbischof von Mainz, Heinrich II., nicht geeign t, den Israeliten viel Zutrauen zu schenken, denn statt wie sein Vorgänger, der ErzbischofWerner, die Nachkommen Jakobs zu schützen und zu vertheidigen, führte er Klagen gegen sie vor dem Kaiser Rudolph. Erst nachher, unter seinem Nachfolger, Erzbischof Gerhard, einem Vetter des römischen Königs Adolph, vergrößerte sich die Gemeinde. Dieser Erzbischof suchte, um die Juden gehörig schützen zu können, dieselben aus der Gewalt der Stadt Mainz zu ziehen und unter seinen Schutz zu stellen. Adolph bewilligte ihm dieses Gesuch und bekennt durch eine förmliche Urkunde vom 28. Juli 1292, daß Erzbischof Gerhard und seine Kirche die Juden der Stadt Mainz von ihm und dem Reiche zu Lehen trage und derselbe sie wieder an sich ziehen und in seine Gewalt bringen könne, so daß sie ihm und seiner Kirche ohne alle Hindernisse gewöhnliche Dienste in Beten und Schatzungen und „anders in Masten ander Juden die derselben Erzbischofs und der Kirchen zu Menze, Steten und Dörfern wohnyaftig syn, dieselbe wir gleicherweisen bekennen den Erzbischoffe zu Menze und seine Kirchen von uns und dem Riche in Lehenswise zu haben, wer's aber, da Gott vor sy, daß wir solichs wie vor gesagt ist, von den obengenannten Judden zu Menze mit uffgerichten kunten, so wollen wir dem Erzbischoffe und siner Kirchen Widder die Burger zeu Menze mit gutem Trumen rate und hülfe mit kuniglicher Macht leisten." (Schaab, 62 und 63.) Die Juden von Mainz und namentlich ihr Bischof Moses zeigte sich dem Erzbischof Gerhard II. sehr dankbar, und standen ihm mit ihren Mitteln treulich bei, wie aus einer Urkunde zu ersehen isi, die er ihnen am 18. Juni 1295 ertheilte und in welcher er sagt, daß er sie wegen der vielen Dienste, welche ihr Bischof und sie sämmtlich ihm und seiner Kirche treu erwiesen hätten, jetzt und für künftige Zeiten, von allen Abgaben, Collecten und gezwungenen Diensten freigebe, dagegen sollten sie und ihre Erben ihm, seinen Nachfolgern im Erzstift oder dem Kapitel, jährlich auf das Fest des heiligen Martin einhundert und zwölf Mark Aachener Heller in gangbarer Münze zur Anerkennung des Dienstes, welchen sie ihm, seinen Nachfolgern oder der Mainzer Kirche schuldig seien, entrichten. (Schaab 63 ) Diese Anerkennung ihrer Dankbarkeit von Seiten des Erzbischofs von Mainz, ermunterte die Juden. Viele Auswärtige, mitunter auch Franzosen, die von den guten Gesinnungen Gerhards hörten, ließen sich in seiner Stadt nieder. Unter diesen befand sich ein neuer Samuel ben Salomon, der auf eigene Kosten eine neue Synagoge in Mainz bauen ließ, wie wir im folgenden Paragraphen ausführlich berichten werden. Bald wurde auch ein neuer Gottesgelehrter, Rabbi Jedidia ben Israel, IiTsi Vi.i angestellt. Ihm zur Seite standen die zwei Assessoren, Rabbi Msir ha Cohen, der berühmte Schüler des R. Möir aus Rothenburg, nnd Rabbi Abraham ben Jsaac, der Punktator, PlIL- OdNIT! p O7N2X VlITI —. R. Msir ha-Cohen, verfaßte in Mainz seine gelehrten Bemerkungen zu Maimonides Mischna Thora, genannt Seine zwei Kinder, Jechiel und Esther, kamen mit ihm nach Mainz. (Fortsetzung folgt.) E. Carmoly. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Bad HomburS, den 7. Mai. In den ersten Tagen des vorigen Monats hörte ein edles Fürstenherz zu schlagen auf: Der souveräne Landgraf Ferdinand von Hessen - Homburg — der letzte seines Stammes — starb im drei und achtzigsten Lebensjahre! Das Land verlor in ihm einen wohlwollenden Fürsten, und die allgemein empfundene Trauer um denselben lieferte den schönsten Beweis, welcher hohen Anerkennung und Verehrung der Verewigte sich zu erfreuen hatte. Wir Israeliten haben übrigens noch ganz besonders Ursache, dem Verewigten Worte oer

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