Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 21 (23.5.1866)
- Date
- 1866-05-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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S56 zu nähern, was ja zugleich des Menschen höchste Bestimmung zum Zwecke seiner ewigen Glückseligkeit ist — 22X.2 NN 2l7p 2'.2^x 2^>22 '2 —: so ergibt sich als des Sabbats nächsten und vornehmsten Zweck für uns, von dem materiellen Schaffen der sechstägigen Wochenarbeit den Geist abzuziehvn und diesen seinem eigentlichen Elemente, dem Göttlichen, zuzuwenden. Gott also als dem Weltenschöpfer, als unserm höchstenWeltregenten zu huldigen dadurch, daß wir uns ganz dem Göttlichen weihen, wozu uns unsere Seele immer und immer wieder antreibt, —da Gott den Menschen in Seinem Ebenbilde geschaffen — auf daß das Bessere, Edlere in uns nicht untergehe im Strudel des geschäftlichen Treibens, auf daß das Gottesebenbildliche in uns recht zum Bewußtsein gelange und durch Thaten der Gottähnlichkeit seine Früchte trage zur Beseligung unser selbst und unserer Nebenmenschen — dazu ward uns Israeliten vom Allgütigen der Sabbat gegeben, uns Israeliten, die wir ja die Träger und Verbreiter der höchsten geistigen Principien — der positiv-religiösen — zu sein von Gott berufen sind. Der Sabbat ist demnach zugleich Ausdruck, Zeichen und Zeugniß des Bundes, den der Ewige mit uns geschlossen, seitdem Er uns dem körperlichen und geistigen Sclavenjoche Aegyptens entzogen und „zu Srch emporgehoben mit den Adlerschwingen Seiner Allliebe, um Ihm zu sein ein Priesterreich — ein heiliges Volk" — 2ii7-b 2217.2 2X bX2^' '^2 122171 MX -X217' 22 PI 2'2 2blp 2'22 2222b 2217.-1 rix 2bpb X'.-I — und will und soll uns auch der Sabbat zugleich die Dankbarkeit gegen unseren alleinigen, allmächtigen und ewigen Erlöser und Wohlthäter recht zum Bewußtsein bringen, so daß wir uns an Ihn, unseren allgütigen Vater und Schützer, immer fester und fester anschließen und uns nicht beirren lassen von dem jetzt allgemein mehr oder weniger herrschenden Atheismus und Materialismus, dieser ägyptischen Geistesfinsterniß, von der Gott Israel ein für allemal befreit hat. 2".2 -12p '2 22211 .2222 P12121 .2PH2 2'2 2172 l'.lbx ^.2 2'222?2X2 2217,2 2V 2X 21Npb l'.lbx ',2 *?2 bp Und welches echtjüdische Herz könnte wohl der Wohlthaten seines allliebenden himmlischen Vaters vergessen? — Welches echtjüdische Herz wollte Gott nicht den innigsten Dank darbringen für die höchste Wohlthat, die Geistesfreiheit, mit der Er uns durch Sein hehrstes Geschenk — den Sabbat — begnadigt hat? — Der gläubige Israelit hält darum den Sabbat nicht nur freudigen Gemüths, sondern ersehnt ihn nach den mühevollen Arbeitstagen als körperliche und geistige Erquickung. Am Sabbat hat der gläubige Israelit eine Quelle des Trostes, wenn er von Sorgen gedrückt, von Leidm niedergebeugt ist; am Sabbat findet der gesetzesUeüe Israelit in allen Lebenslagen seine Ruhe, seineü Seelenfrieden wieder, da er, von irdischen Angelegenheiten frei, für das Heil seiner unsterblichen Seele sorgen und sich des Gottesreiches fessellos freuen kann — 2217 '2212/ 1212^22 1122L" 2NP 'X21P1 - - Kann aber der erhabene göttliche Zweck der Weltschöpfung, die der Weltenschöpfer durch Einsetzung des Sabbats erfüllt wissen will, durch Nichtachtung oder gar Verachtung des Sabbats und der Sabbatgesetze erzielt werden? — Kann der Mensch, der, wie das Vieh, ißt, trinkt, mechanisch seine Arbeit einen Tag wie den andern verrichtet ohne Körper- und Geisteserholung, kann der sich über das Niveau des Physischen, Materiellen erheben? — Kann der auf seine Bestimmung zurückgeführt werden, der sich Gottes, seines Schöpfers, seines höchsten ewigen Wohlthäters, nicht einen Tag am Ende der Woche schrankenlos erinnern will, während Er, der ewige Wohlthäter, keinen Augenblick ihm Seine väterliche Fürsorge entzieht? — Muß da nicht das Bessere, Edlere, das Ebenbildliche Gottes im Menschen, das bei solcher Lebensführung niemals recht zum Bewußtsein gelangen kann, nothwendig untergehen?- Wer will es leugnen? Das Geistige im Menschen verlangt so gut wie das Physische sein Recht; der Geist hat so gut seine Bedürfnisse wie der Körper; wo aber dieser auf Kosten jenes bevorzugt wird, da ist es aus mit dem Vorzüge des Menschen vor dem Thiere; denn der Vorzug des Menschen besteht doch nur in dem ihm eingehauchten Gottesgeiste und erhält nur durch die Geltendmachung dieses Geistes seinen Werth. Wenn die Geltendmachung des göttlichen Geistes aber unterbleibt, dann steht der Mensch auf gleicher Stufe mit den übrigen Geschöpfen, ja noch unter denselben; denn diese folgen nur ihrem Instinkte, sie können nicht anders; der Mensch aber kann und soll seiner Bestimmung dem göttlichen Willen gemäß leben und insbesondere der Israelit soll nur seinem Jsraelitenberufe, der da ist Heiligung und Verherrlichung Gottes, beobachten und dadurch weiter verbreiten. Wer also den Sabbat nicht achtet, d. h. ihn gar entweiht, der will von dem göttlichen Zwecke, den der Schöpfer des Weltalls zur Bedingung von dessen Existenz vorgezeichnet, nichts wissen; er (der Sabbatverächter) erkennt die Entstehung der Welt als eine von Gott ausgehende thatsächlich nicht an, weil er die göttliche Einsetzung des Sabbats als vollendenden Act der Weltschöpfung ignorirt, indem er sie nicht respectirt. Er leugnet dadurch die Göttlichkeit der Thora, und wer die Göttlichkeit der Thora leugnet, stellt sich außerhalb des Judenthums, stellt sich