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Der Israelit · 1866-05-16 · Heft 20 (16.5.1866) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 20 (16.5.1866)
Date
1866-05-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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sen worden: „Die Angehörigen eines jeden christlichen Cultus und die Israeliten können zu den Verrval- Lungsgeschäften zugelaffen werden und alle Stellen bekleiden, außer denjenigen in der Magistratur, der Kirche, den Lehrämtern der Religion, der Philosophie und der Geschichte." So unvollständig diese Concessionen auch sind, so beträchtlich sind sie immerhin in diesem Lande der religiösen Intoleranz, und werden diese sicher nicht verfehlen zu dem Fortschritte Schwedens beizutragen. (Nniv. Jsraelite.) Frankreich. Paris. In der Nähe unserer Stadt wurden bei Sainl-Germain-en-Lar-e hebräische Grabsteine gesunden. Sie stammen aus dem 11. Jahrhundert und werden nächstens in dem Museum unserer Stadt aufgestellt werden. Paris Gegen das Ende dieses Monats wird Herr vr. Albert Cohn seine Reise nach Palästina antreten. Diesen Entschluß hat Her» vr. Cohn bereits vorigen Winter in einer Zuschrift an den „Israelit" kund gethan. Paris Am Todestage des sel. ^ranck raddin Ullmann veranstaltete der Aranä rabdin Isidor in dem Consistorialtempel eine Gedächtnißfeier für den Verstorbenen. Dieselbe fand Montag den 23. April Abends 7 Uhr und Tags darauf auf dem Grabe des Verewigten statt, wo auch gleichzeitig der Grabstein errichtet wurde. (Univers Jsraelite.) Amerika. Cirreiuriati. Ein jüdischer Gatte erschien dieser Tage vor Gericht, um sich die Erlaubniß zur Ehescheidung von seiner Frau zu verschaffen, weil sie sich nach seiner Angabe Untreue habe zu Schulden kommen lasten. Der Richter weigerte sich jedoch, diesem Gesuche zu willfahren, „denn es sei dem Gerichtshöfe unbekannt, daß dieses bei den Juden als ein Verbrechen zu betrachten sei." Ein herrliches Zeugniß jüdischer Sittlichkeit auf der westlichen Halbkugel, wo also, wie es scheint, von Seiten jüdischer Eheleute Klagen wegen Ehebruch noch niemals vorgekommen sind. Afrika. Algier. Die neueste offizielle Statistik in Algier gibt die europäische Bevölkerung folgendermaßen an: Europäische Colonisten 235,000; eingeborene Israeliten 30,000. Von diesen Israeliten sind wenigstens 25,000 vollständig civilisi t. Die Bevölkerung, bei der die französische Regierung eine Stütze gegen die krasse 51 Ignoranz findet, beläuft sich also auf 260,000 Seelen. — Der „Moniteur Algerien" veröffentlicht ein Dekret, nach welchem die eingeborenen Israeliten und Muselmänner unter französische Gerichtsbarkeit gestellt werden können, wenn sie dies wünschen. Es ist dieses eine große Wohlthat für diesen Beoölkerungstheil, die allgemein anerkannt wird. Feuilleton. Der Köniz aus -rer Jahre *). Es gab einmal ein Land, welches eigenthümlich verfuhr, wenn es sich einen König wählte. Da sah man sich nicht um unter den tüchtigen und geachteten Männern des Landes, um den tüchtigsten und geachtetsten an die Spitze des Landes zu stellen, sondern wenn man einen König nöthig hatte und einen wählen wollte, so wurden die angesehensten Männer ausgeschickt, die mußten so lange reisen, bis sie einen Menschen auf ihrem Wege trafen, der ganz zerrissen und zerlumpt einherging, und auch nicht einen Pfennig werth sein Eigenthum nennen konnte. Trafen sie nun 'einen solchen Bettelmann, so suchten sie ihm einen Schlaftrunk beizubringen. Dann nahmen sie ihn auf und ritten mit ihm in ihr Land und in ihre Hauptstadt zurück. Dort ward nun der noch von tiefem Schlaf ergriffene Bettler entkleidet, gewaschen, mit feinen Oelen und wohlriechenden Salben bestrichen und eingerieben, dann in das königliche Gemach gebracht und in ein Bett gelegt, wie es einem Könige zukommt. — Noch schlief der so plötzlich zum König gewordene Bettler; denn die Wirkung des Schlaftrunkes war auf Drei Tage berechnet. — Wachte nun der Bettler auf, so standen die Diener umher, um ihn königlich anzukleiden und ihm ein herrliches Frühmahl zu reichen, und dann traten die Grafen und Barone des Reiches herein, beugten das Knie, um den König zu begrüßen und nach seinen Befehlen zu befragen. — Verwundert sprach da der Bettler zu sich: „Träume ich? — Ist das Alles nur ein Gaukelspiel? — Bin ich denn ein König? — War ich doch ein Bettler, und trieb ich mich doch bisher bettelnd durch die Welt! — Aber wie komme ich in dieses fürstliche Gemach! in dieses fürstliche Bett! in diese königlichen Gewänder! Und dis Diener und Herren alle umher! — Wahrlich, mein Bettlerleben ist nur ein Traum gewesen, ich bin ein König, war *) Aus Tendlau's „Fellmeiers Abende." Lsn dnunusleeir wsdsuliLiur cLp 16. Liwedst uepdesod 4t L.

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