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Der Israelit · 1866-05-16 · Heft 20 (16.5.1866) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 20 (16.5.1866)
Date
1866-05-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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gangerren guten Rufes gefaßten ErwartungenLn jeder Hinsicht entsprechen wird. Ich rufe aus wärmstem Herzen diesem V'x ein 221 zu seinem neuen Amte freudig entgegen und entbiete ihm dm aufrichtigsten Glückwunsch! Wir kommen nun nach Leipnik. Wer von den talmudischen Capacitäten Rabbi Baruch Frankel und R. Sal. Quetsch .->^d 221121 gehört hat, wird sich einen Begriff machen von der großen Jeschibah, die dort war. Auch der jetzige ehrw. Herr Rabbiner M. L. Bloch erhält. seit er dort ist, durch 8 Jahre eine Jeschiba von 10—20 Bechurim und darüber, nur in letzter Zeit scheint die Zahl im Abnehmen begriffen zu sein, theilS weil die jungen Leute nicht leicht ihren Unterhalt finden, theilS anderer Ursachen halber. Zieht schon der NameLeipnik viele lernbegierige Jünglinge von allen Seiten an, so sollte es noch mehr der gründliche Vortrag des Herrn Rabbiners; er erklärt imSchiur fast alle einschlägigen ^aiVvri, nimmt mit einer Abtheilung Nebenschiur in einen Talmudtraktat, mit der anderen pvis und hält auch Vorträge über jüdische Philosophie. In der Nähe liegt Weißkirchen, wo der würdige Rabbiner Herr M. Pollak, ein ausgezeichneter Munn. bei 10 Bechurim im Talmud und den nöthigen Wissenschaften vortrefflichen Unterricht ertheilt, der in religiöser Hinficht auch gute Früchte trägt und den geistigen Aufschwung der Jünger befördert. Der Rabbiner von Schafa, Herr Aron Grieger war früher in Dambouitz, einer zwar kleinen Gemeinde, die aber viele Opfer der Liebe zur riini bringt, so daß sich bei 10 2'iiM erhalten und die mit Genauigkeit und Scharfsinn gehaltenen Vorträge d?s Herrn Rabbiners hören konnten. — Wenden wir uns nach dem südlichen Mähren, und geleite mich, lieber Leser, auf meiner Wanderung nach Nrkolsburg. Wem der weltberühmte, gewaltige Matador auf jüdischem Gebiete, Rabbi Markus Benedikt s>p"i2i 25222 '2112 bekannt ist, wird auch von dieser zahlreichen Judengemeinde gehört haben. Durch die Freizügigkeit nahm die Anzahl der Gemeindeglieder und zugleich die Menge der hinziehenden Schaaren talmudbeflissener Jünglinge ab. Unter dem jetzigen Rabbiner Herr vr. M. Feuchtwanger stand die Jeschiba in letzter Zeit zwischen 10 —20, zu deren Erhaltung Herr Rabbiner selbst aus eigenen Mitteln viel beisteuerte. — Er trug iip'p mit zugleich vor, was sehr praktisch ist, auch ''d.iri und deutsche Gegenstände. Es bestand nämlich ein Verein, unterhalten von der Gemeinde, daß die Bedürftigen den größten Theil der Kost in einem Hause bezahlt bekommen, und nicht jeden Tag bei einem anderen 2"2 essen mußten. Auch gründete der Herr Rabbiner eine Talmudthora-Anstalt, wo die einheimischen Kinder in Gemara und deutschen Gegenständen unterrichtet wurden, und nicht schon in der frühesten Jugend das Gymnasium besuchen mußten. 50 Jetzt scheinen diese nützlichen Einrichtungen aufgelöst zu sein, was aufs Tiefste zn bedauern ist, da diese Stadt, — wie viele andere, wo Gymnasien sind, und Gelegenheit geboten ist, sich in jeder Beziehung a«Szubilden, — sehr geeignet ist zu einer Jeschiba, von der auch die Gemeinde Nutzen ziehen könnte, da stets Kinder reicher Eltern hinzuzukommen pflegten; auch die Minderbemittelten nützten durch den Unterricht, den sie oft dortigen Kindern ertheilen; also mit dem Auskommen hätte es keine solche Schwierigkeit. UeberdieS existirt dort ein großartiges, gut fundirtes i25"i'2, wo fast in jeder Jahreszeit vom frühesten Morgen bis in die Nacht Lernende angetroffen werden. Es wäre eine sehr verdienstliche Handlung von dem dortigen ehrenwerthen Herrn Rabbiner , wie von den ,'11212 ,'2'i -,2X2dssp2p r)vi' ^ii 'ri 7.12 2'v 7102 Ü122 wroom dafür gesorgt würde, daß Nikolsbnrg sich wenigstens in dieser Beziehung seinen alten, guten Ruf erhalte und eine ordentliche Jeschiba gründe. Dasselbe gilt von '"2 dxior, 1222 prra.i Rabbiner zu Straßnitz, wo gewöhnlich einige Studirende im dortigen Untergymnasium auch dem Talmud oblagen. Warum soll man nicht wenigstens ebenso 2'1M2 unterstützen, wie andere Studenten? So finden wir noch viele Orte, wo'früher kleinere oder größere Jeschiboth waren, von denen fast keine Spur mehr da ist, so Eibenschütz, Tcebitsch, Mesritsch, Kojetein, Ostra, 2c. in Krem sier noch unter dem vorigen Rabbiner Herrn Pollak, jetzt in Jnowraclow Bntschowitz hat ebenfalls eine kleine Jeschiba aufzuweisen. Ja Boskowltz sammelt der Laadrabbiner Herr Abr. Placzek einige schon erwachsene Rabbinatscandivatsn um sich, bildet sie aus und befähigt sie in halachischer Hinsicht zum Rabbinate. Außerdem gibt es viele kleinere Gemeinden, in denm zwar keine große Jeschiba bestehen könnte, doch könnten die Leute ihre Kinder in andere und zu deren Aufrechthaltung, oder zur Gründung eines israelitischen Seminars beisteuern!- It a l i e n. Mait rttd. Ein junger jüdischer Adoocat, Herr Elias Lattes, der schon Beweise seines Wissens abgelegt hat, ist mit einer Professur an der hiesigen Akademie betraut worden, an derselben bekleidet ebenfalls seit einigen Jahren unser Glaubensgenosse Herr G. I. As coli ein gleiches Amt. (Ed. Jsraelita.) Schweden und Norwegen. Stockholm. Die skandinavische Halbinsel war bis noch vor sehr kurzer Zeit der Sitz der engherzigsten Intoleranz gegen die Israeliten. In unsere« Tagen endlich ist mit 11 Stimmen gegen 3 beschlos-

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