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Der Israelit · 1866-05-16 · Heft 20 (16.5.1866) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 20 (16.5.1866)
Date
1866-05-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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348 bra cht mau. gewiß die Hoffnung, daß der guts Geist bei größerer. allerortiger Verbindung Propaganda machen werde, nicht aufzugeben. Worms hat durch die Besetzung seines Rnbbtnates kund gethan, daß seine Gesinnung noch nicht ganz verkommen ist; und dürfte, obgleich auch dort .->mm -nv'v in den Schulen derzeit schrecklich darniederliegt, es dennoch auch dort noch Männer geben, die den Namen der Stadt des und ->'X' rmn zu Ehren bringen.*) Alzey wo ein gewisser vr. Rothschild snrigirt, zeigt, wohl allerdings leider nicht vereinzelt, wo hinaus es geht, wenn eben nicht mit größter Energie für Aufrichtung der.i^ri gesorgt wirb. ES ist dort n cht ein Kind, welches überhaupt über die r>'2'«->2 hinauskäme! 1! 3) und soll und muß man nickt fragen '5iv -ip? Soll man da die Antwort abwarten pttv v'?>2i 2L7i' s'-ry 2'->p ^rr ip .-122^ oir«! Traurig, aber wenigstens relativ tröstlich ist es, daß auch dort wenigstens eine rinp Tinms ri->p sich separirt und den Gottesdienst in der uns von den Vätern überkommenen Weise abhält. Diese Wenigen werden n"'x, wenn ich überhaupt das Glück habe, hier nicht bloß Theoretiker zu bleiben, auch in dortigem Orte für 7i-on .1x2-1 Propaganda machen. In Bingen, früher i-p O'ISIVI O'221 ,1X>2 ist jetzt hievon kaum eine Spur vo handcn. Eine Familie ist jedoch dort, auf welche das Judenthnm große Hoffnung zu setzen berechtigt ist; sie ist dazu auserlesen, dort in dieser trübsten aller Zeiten die Brücke zum Bessern .i"-x zu schlagen; *) Anw. d. Red.: Herr Rabbiner Di. Jastrow hat sich geweigert, den sogenannten Religionsunterricht zu ertheilen, wenn nicht auch Sorge dafür getragen wird, daß die Kinder Hebräisch lernen. Nach vielen Anstrengungen hat Herr vr. I. es endlich dahin gebracht, daß der Vorstand eine Umfrage bei den Kindern und deren Eltern gestattete, ob auch die Kleinen unsere heilige Sprache lernen wollen und sollen. Trotzdem nun fast alle Eltern und Kinder bejahend antworteten, hat sich dieser löbliche Vorstand bis jetzt noch nicht entschließen können, seine Einwilligung zum Unterrichte in der hebräischen Sprache zu ertheilen. -Man muß gestehen, die religiösen Interessen der israel. Gemeinde zu Worms sind durch den Vorstand derselben würdig vertreten! 4 3) Das Thema der jüd. Elementarschulen bildet selbstverständlich ein Complement zu den hier behandelten höheren. Dieselben bieten in Deutschland ein vielleicht noch traurigeres Bild, als das,Hier aufgerollte; und bedarf dieses einer gesonderten, ausführlichen Behandlung. Mehrere meiner Freunde sprachen brieflich gegen mich die Verwunderung darüber aus, daß ich in diesen Aufsätzen den „Oberbau" behandle, ohne erst an die Unterlage zu denken. Wohl ist dies logisch richtig Allein ich halte es nach allen Erfahrungen für eine an Unmöglichkeit grenzende Unwahrscheinlichkeit, eine Organisation in's Leben zu rufen, welche für Hunderte, vielleicht für Tausende so vernachlässigter Schulen Hilfe schaffen köuirte und ist auch die Solidarität der Gesammtheit dafür, obgleich für jeden Denkenden ganz zweifellos, doch bis jetzt noch viel weniger zum Durchbruche gekommen; wo hingegen das Verständnis; für das allgemeine Interesse der „Hochschulen" und die solidarische Haftung dafür noch eher auch dem weniger Eingeweihten und Engherzigeren dennoch nahe zu bringen rst. und sie weiß ihre MfflWr in aller Stille «nd Anspruchslosigkeit schon seiH viele» Jahren z« erfüllen. Endlich Mainz; einerseits die compakteste Vertretung der Reform (4317 Familien); andereres aber auch die erhebendste Repräsentanz'der opferfreudigsten Gesilinungstächtigkeit. Mas Mainz einst war-, davon weiß der „Israelit" schon reit Monaten sehr Interessantes und Erhebendes zu erzählen. In neuerer Zeit hatte sich dasselbe, den verpestenden Eingebungen der sogenannten Reform huldigend, ganz aufgegsben und bot, wie der größte Theil des G'roßherzoglhums, ein jämmerliches Bild der Verkommenheit dar. Aber seit ca. 12 Jahren ist es .i"2 in der 150 Familien zählenden orthodoxen Gemeinde ganz anders geworden; wodurch aber? weil man die Restauration gründlich angegriffen, weil man jüdisch vernünftig zu Werke ging. Nicht etwa nur zum Gottesdienste in einem separaten Raume Hai man sich separirt; jce nicht nur zur Anstellung eines eigenen vimw wozu im Grunde noch nicht so viel Entschlossenheit und Opferwilligkeit gehört. Ja, die Gemeinde hat sich auch damit nicht begnügt, nur einen Rabbiner anzustellen, der ihren Mitgliedern von Zeit zu Zeit in altem Geiste Herzensnahrung bietet, sondern sie hat, nach dem schönen Vorbilds der für die Regeneration aller ähnlichen in Deutschland so maßgebenden, muftergiltigen orthodoxen Gemeinde in Frankfurt a. M., (obgleich nicht im Entferntesten an Leistungsfähigkeit mit jener zu vergleichen) sehr richtig den Schwerpunkt der ganzen Gemeinde in deren Interesse für die Unterrichtsanstalt verlegt, für welche, es ist für die mit den Verhältnissen Vertrauten kaum glaublich, alljährlich viele Tausende ausgebracht werden. Und in der That leistet diese weit berühmte Anstalt sowohl objectiv an sich, sowohl subjeciv von Seiten ihrer Erhalter fast vas Unmögliche. Hier steht man so recht, daß man das, was man ernstlich will, auch kann. Aber nicht umsonst sind diese Anstrengungen; es wird hier einerseits den strengsten Anforderungen der Gegenwart rücksichtlich der Realwlffenschasten vollständig Rechnung getragen; nicht weniger aber auch der unverjährbaren Pflicht des i'Z2h und während die in der früheren Zeit des Jammers Herangewachsenen im buchstäblichen Sinne des Wortes nicht hebräschlesen gelernt haben, nehmen jetzt etwa 20 Kinder bereits an dem xi 2)-Unterrichte Theil. Und soll ich es erst niederschrekben, mit welcher Freude ich die Berichtigung des Herrn Redakteurs an betreffender Stelle las, daß eben auch der höhere xi2Z Unterricht, die TQ'ir?', dort vertreten, indem, wie mich spatere Instruktionen belehrten, täglich zweimal bei dem Herausgeber d. Bl und einmal bei dessen Schwiegervater '"2 '1282 Hni2'§ 1l"rN2 1^2121 211 'K11I22 NM llp'N Theil nehmen, 'lih 12 121x1. — Jüngst ist Hessen- Homburg, bekanntlich mit diesem Großherzogthum ver-

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