Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 20 (16.5.1866)
- Date
- 1866-05-16
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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VII. Jahrgang. Beilage zn Nr. 20 des Israelit. Leitender Artikel. Noch einmal über die Jeschida - Angelegenheit. Von Vr. I. LLläesützimer. (Fortsetzung.) Auch in Lübeck mit seinen 500 jüdischen Familien, geleitet von ihrem trefflichen Rabbiner, Herrn A. Adler, welcher ihrer Gesinuungstüchligkeit in den von den jüdischen Organen veröffentlichten Statuten einen so schönen Ausdruck gegeben, dürste wohl auch mindestens auf 50/0, also 25 Personen zu rechnen sein. — Ergänzen wir diese Angabcn über Norddeutschland noch durch die über die kleineren Herzogthümer rc., so haben wir zunächst Braunschweig mit einer Einwohnerzahl von ea. 1100. Diese wohnen in Br. sellst, in Helmstädt, Schöningln u. a. O-, dürften aber für vorliegende Frage eben so wenig Verfiändniß, wie Leistungsfähigkeit und Willen zeigen; höästcns in Traunschweig selbst, no trotz Herzfeld doch noch einige weitere Männer zu finden stnd. — Wohl noch düsterer sielt es aus in Oldenburg (ca. 1500 j. E.), Sachsen Hildburghauscn (1550 E ), S. Weimox (1400), Reust (300), Echwarzeuburg (400). — Relativ viel besser steht es in den anhaltinischcn Herzogtümern (2(00 E.), wo unsere Glaubtnegenossen in den Städten Bernburg, Ballenstödt, Cüsten, Dessau u. a. wohnen. Jndest das M '2 gilt noch heute, wie eyedem und, immer die Männer vorausgesetzt, welche diese heiligste aller Sachen in die Hand nehmen, dürften von ca. 7700 Personen auch etwa 2°/o, also 150 Personen empfänglich gemacht werden können. Auch im Königreich Sachsen (1400 E) mit den beiden Gemeinden Dresden und Leipzig dürfte ein besseres Terrain zu ermöglichen sein. Setzen wir unsere Hoffnung etwa in 3^, also 52 Personen. — Kurfürstentum Hessen betrefft nd, so ist wohl hier bei aller Theilnahme für npirr und die Indifferenz rückfichtlichmm iir^v ripm.i gegenwärtig eine allgemeine; indeß gibt doch einerseits die recht günstige Leistungsfähigkeit, andererseits rücksichtlich des Willens der durchschnittlich orthodoxe Standpunkt der Bewohner und dasVorhandensein sehr frommer, Lhatkrästiger Rabbinen der Hoffnung Raum, daß, wenn nur diese Organisation ein tnii »vevwxl! geworden sein wird, dieselbe auch hier viele tätige, warme Anhänger findet. Uebrigens gibt es nur wenige und nicht sehr bedeutende mvip daselbst. Kaffe! mit ea. 300 Familien, Hanau mit 80, Rina in der Provinz Fulda 90 Familien, Fulda selbst mit 60 Familien; ferner Gelnhausen in der Provinz Hanau mit 90 Familien; ferner Schlüchtern, Mansbach, Eschwege, und Rothenburg mit je 60 Familien; die übrigen zählen nicht ganz je 40 Familien. Hiervon find (Kassel ausgenommen) überall mindestens orthodox, auf dem Lande und in kleineren Städten (wie auch Rina, Mansbach und Schlüchtern) sogar Via der Pevölkerung. Rechnen wir hier bei einer Bevölkerung von ca. 18,000 Seelen 50/o für unseren Zweck, also 900 Personen. — LaS Großherzogthum Hessen zahlt (wie mir von sehr zuverlässiger Quelle zugeht 2) 40,000 Seelen, die in 7 Rabbinaten verteilt sind. Tarmstadt mit 107 O'2w'. Die Gemeinde ist bekanntlich getheilt nur die orthodoxe Partei dürfte vorerst Empfänglichkeit zeigen, wird es aber auch gewiß. Ganz Pfungstadt und Biblis sind durchweg gesinnungstüchtig; im letzteren Orte eine kostbare Persönlichkeit 1011^20 -21 von größter Energie, die unserem heiligen Zwecke sicherlich sehr crspriefliche Dienste widmen wird. In Pfungstadt ist die herrliche Unterrichtsanstalt des Vv. Joel, welche für das ganze Großherzcgthum von segensreichster unberechenbarer Bedeutung ist und wo so echt und recht auch den Schulbänken den künftigen Gemeinden die Kenntniß von mm und .iiLll und dadurch die Empfänglichkeit, dafür anerzogen wird. Möge dieses herrliche Institut immer mehr erstarken! In Gießen mit der Provinz Ober- Hessen ist — vr. Lcwy Rabbiner, mehr braucht man nicht zu wissen. Hier liegt auch einOrtFriedberg, früher ^iw'2 Lm i'p, jetzt, wie unter solchem Resormheldcn nichts anders zu erwarten, ohne Lebenszeichen. Doch wir sagen hoffnungsvoll ,1.1 i.i «di ,iv O21 i.ii IQ. In Offinbach fungirt ein gewisser vr. Forv stkcher! Doch hat sich auch dort schon seit einigen Jahren eine aus 18 Mitgliedern bestehende orthodoxe Partei coustituirt, und wo nur das Bedürfniß erwacht und sich opferfähig und freudig ermannt, dort 1) Doch sind auch in den kleinern sehr würdige, zur Hoffnung berechtigende Rabbinen und Private, so z. B. Herr Rabb. vr. Fränkel in Witzenhausen, Herr Rabb. 21112 1l",11Q id^LM in Gudensberg, ein wahrer wdps 211 m lv'«. der auch heute noch mit O'11N2 lernt, von dessen Schülern mir einige ganz ausgezeichnete L'ZdLIV L'p'181 mm '12 bekannt sind. 2) Kämmerers Erdkunde, der auch die obigen Angaben über die Herzogthümer und Fürstenthümer, sowie das Könichreich Sachsen und auch die weiter folgenden Angaben, entnommen, nimmt nur 26,<XA) an.