Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 20 (16.5.1866)
- Date
- 1866-05-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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345 Neutra, im Mai. Den Lesern Ihres geschätzten Blattes wird es von Interesse dsem, wenn ihnen von Neutr« dem Orte^ ÜSr .nur zu gewissen Zei- . ten von sich reden macht, die ertverürche Mittheilung. gemacht.rpird, daß ein junger Mann, weyn er im wahren KtlAe.herLüdenthüfus moralischen Hebung seiner Oemedche.^sehr viel, ßsitragen Mnn. - , . >. > Herr Dr. Emil Hoff, ein Mgez Mann aus einer der achtbarsten Familien hier, i^?nach^Z.«rücklegung seiner, gründlichen Studien att dch Universitäten zuWÜrzburg und VcrfiN, in den Meis der Seinigen zürückgekchrt und her stille Wunsch, Vieler, daß, er sem eifriges Strebest uüd Wirken dem Ungarlande,, nicht entfremde, ist sockst beinahe schön ' in Erfüllung gegangen. Dieser junge Gelehrte? der nun die AUfckerksamkeit Aller auf sich zi^ht, hat vör 4 Jahre«, nach Zurücklegung seiner wissenschaftlichen und raobiNisch-talmudischen Studien, den festen Entschluß gesüßt,- Deutschlands Universitäten zu besuchen, wo er auch mit ausdauerndem Miße der Wissenschaft sich hingab und auf rühmlichem Wege sein schönes Ziel erreichte. Die ganze hiesige Intelligenz, alle jene Männer, die Sinn und Herz für das Wahre und Edle haben, an deren Spitze der löbliche Vorstand, ein gebildeter, humaner Man«, steht, haben dieses Greigmß mit Freuden begrüßt , und sind diesem Manne auf eine'höchst ehrenhafte Weise entgegen gekommen. Man verstand es, den Mann, der die edle Saat in die noch empfänglichen Herzen streuen soll, gebührend zu würdigen; es beehrte daher der löbliche Vorstand Herrn I)r. Hoff schon das vierte Mal mit einer Predigt in der großen Synagoge. Herr vr. H. versteht es aber auch, sein gründliches Wissen paffend zu verwenden, und in glühmder Begeisterung sür's Judenthum durch hinreißende Sprache und angemessene Vortragsweise die Herzen seiner Zuhörer zu entflammen und die in ihnen schlummernden Kräfte zu erwecken und zu beleben. Wir glauben uns daher zu der Hoffnung berechtigt, daß Herr vr. H. durch sein eifriges Streben und Wirken neues Leben in unsere Gemeinde bringe, und so dem Edlen, dasim Keime zu ersticken droht, durch seine gediegenen, lehrreichen Reden zu seiner schönste« Blüthe verhelfe« wird. Mögen es nun Alle in unserer Gemeinde endlich einsehen, wie wirksam ein Mann heutige« Tages sein kan«, der gründliches talmudisch.es Wissen, echte Bildung und ungcheuchelte Religiosität in sich vereinigt, und ihm »auch nach allen Seiten Gelegenheit hiezu bieten. .. .F'k ä'r .i e' n. ' " - Livoruo. Uttfere Stadt hat durch einen Conträct' mit demMMer Vankhause des Barous MrWy' Frauchetli ein Haus erworben, in dem einige Gemejndebeamten wohnen sollen. Als Zcchlungchat dis Gemeinde, jährlich 10,000 Lire zu entrichte« Dieses, ständige:;Mrckommen hat Herr Franchetti zwei guten Zwecke«: gewidmet. Die eine Hälfte kommt - dem städtischen Hospital zu Livorno zu Gute, währeM die aydere Mlfte dem israelitischen Hvspttale dersckbe» Stadt zufiillt. - - Frankreich. Pani-. (Jüdische Briefe vöü Albert Cohn. Fortsetzung.) ^Nachdem ich mehrere Institute die Wn europAschen Lehrern geleitet werden, besucht harte, begab ich Mich in das> Quartier, das die Kataite« bewohnen. Auch den Chacham sprach ich, der Nebenbei gesagt, damals ei« großer Ignorant war. Seit dieser Zeit wurde der traurigen Lage dieser Sette dürch energischere Unterstützung und durch den Einfluß des Gelehrten Firkowiz aus Rußland ein wenig Vorschub geleistet. Nichtsdestoweniger wäre es zu wünschen, daß diese Familien, die übrigens sehr zahlreich sind, in den Schooß der Synagoge eintreten Mürben,*) welche ihrerseits weder zu Cairo noch zu Jerusalem feindselig gegen diese Familien ist. - . - Ein gegenseitiges Wohlwollen, der Einfluß-der Chefs und etwas mehr Wissen dürften diese Rückkehr beschleunigen, ohne welche die Trümmer der Karäilen bald das Schicksal der Samaritaner theiten . d h ebenso verschwinden würde«; denn von'Jahr zu Jahr vermindert sich ihre Zahl beträchtlich, und viele Gemeinden, die früher eine ansehnliche Bedeutung hatten, existiren nicht mehr, oder zählen nur eine sehr kleine Anzahl Familien. **) Auch hier hielt ich an verschiedenen Orte« Borträge über die Aufbesserung des Schulwesens. Diese Worte sielen ebenfalls nicht auf unfruchtbaren Boden. Ich verließ Cairo, begleitet von meinem ausgezeichneten Wirthe, Herrn Nachmann, dex in Albanien geboren, um die Pyramiden zu sehen und hen Tribut einer frommen Erinnerung Fostat (hem; alte« Kairo) zu zollen, ebeyso der Synagoge die dem Marmynjdes zum Gehetplgtze. diente, reiste Anr Nüfttage zum Neumond, geht heute noch regelmäßig eine. gewisse Anzahl Israeliten aus Kairo, um diesem alte» Hause dtzn Eharacter der Ehrwürdigkeit zu erhalte« Der Vice-Mnig, Sütd-Pascha der gerade ein großes Fest zur, Feier seines RegieptlngsantrWs veranstaltete, Lefl neben allesi^ änderen Würdcuträgern, auch de« ' Chächary.- Vaschi von Kairo einladen. Ein besonderer Zug geleitete diese Herren, und ich hatte das Vergnüge« zu schm, wiS'dtt unserer Ankunft zu Alexandrien ein Ordyttnanz Offizier sich mit aller möglichen Höflichkeit AnnL ä-. Dedc: Dem skeheunjeLoch rituelle Bestimmungen entgegen. Siehe Eben HaLser Cap. 4, tz. 37. _ **) Red.: Dieses allmähliche .Verschwinden «» -vMnüu OMev ist um würrschensmerth. .- .