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Der Israelit · 1866-05-16 · Heft 20 (16.5.1866) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 20 (16.5.1866)
Date
1866-05-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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L4L 344 und die gÄadeneU Gäste nach Hause kamen und sich zur Lasel begebeit wallten, tzNchieü ein MaMratsdiener und überreichte Herrn M., der vom Militär NM ^bemlcmbt ist, die ELnberufungs-Mdpe.<EMan kannsich die schmerzliche Überraschung der Ueuvernrahlten denken, die nach einstündiger Ehe wieder von emander scheidm mußten. u Wie«. Das Städtchen Wyzniee ist von einer! smÄhtzerlichen Feuersbrunft heimgesucht worden; 245 Realitäten und ein Raub der Flammen, an 800 isr. Fsmüien find obdachlos geworden. Bedeutende Getreidevorräthe, die katholische und die unlrte griechische Kirche, Kostbarkeiten, Kleider u. s. w. find verbrannt. Aus der Nyir, den 5. Jjar. Zwei Tage vor iivs besuchte Herr Rabbiner FriedmaM in Nyiregyhäza jeden jüdischen Kaufmann der Stadt, und bat jeglichen insbesondere, am Peßach kein CHarn ez zu verkaufen *) Welch' herrliches, musterhaftes Beispiel inniglicher Berufstreue! — In der Gemeinde zu Nagy-Käll6 wird laut Beschluß der am nvv n"n abgchaltenen Gemeinde-Plenarsitzung die durch den im vorigen Jahre erfolgten , auch in weitern Kreisen beklagten Tod des dortigen weiland Rabbiners, VZ-Z2 MN PML.-b, Sohn des weithin berühmten gottsel. — vacanl gewordene Rabbinatsstelle noch in diesem Sommer besetzt werden. — Die von mir in diesem gesch. Blatte vor Kurzem erwähnten Wirren in jener Gemeinde, die ein Ankänipfen gegen das Bestehen der jüdischen Volksschule von Seiten der Chassidim verursacht hatte, wurden durch das eifrige Bemühen des Cultusvorstandes ohne Intervention der hohen Statthalterei zu Gunsten der Schule gedämpft. — Im Orte Teth kam es zwischen j den Israeliten bei Gelegenheit der Acceptation eines! Schochet zu einer harten Schlägerei. Der 50 Jahre § alte, redliche '82), der schon seit 15 Jahren sein Amt hekleidet, ward von der Hand eines pöbelhaften 2'p2 unschuldiger Weise am Kopfe verwundet. A. Knopfler. s Aus der Schütt, im Mai. Die Nothwendigkeit eines jüdisch-ungarischen Lehrervsreins ift bereits mehrfach ventilirt worden. In letzterer Zeit haben die Pe sth-Ofen er Lehrer zur Konstituirung eines solchen die Initiative ergriffen, und unter wahrhaft großer Mühewaltung gelang es denselben, für die vorläufigen Statuten die behördliche Sanction zu erwirken. Und, doch scheint es, als wäre dieser „Verein" bei den Lehrern der Provinz im Vorhinein — unpopulär. Es ist wahrhaft charakteristisch, wie man hier¬ *) Awar erfüllten die Kausleute hiese Bitte ihres rvackern, ehrwürdigen Nabbiyers nur in sehr geringem Maße — da sie nur am ersten' Peßachtage, an welchem ihre Läden auch geschlossen waren, sich des Chamez - Verlaufens enthielten. K—r. lands Mer Centralisation entschieden abgeneigt Ist. Die Beitrittserklärungen zu HM beregten Veteine tbfölgeü benN äuch in dem MaÄße spärlich, daß die Csnsolidirung destelben ernstlich in Frage gestellt zu Ml scheint. — WaruiN man Ms her der hohlen Phrase stehest bleibt, ohne der Angelegenheit praktische Geltung M verschaffen, — ist ein schwer zu lösendes Problem. — Der Grund dürfte indeß in dsnr Umstande liegen, , daß unsere Lehrer mindestens prinzipiell in zwei' Läger gelheilt sind, in ein ungarisches Und in ein deutsches, und daß beide Hager einander ziemlich schroff gegenüberstehen. — Es wäre indeß WÄnschenswerth, wenn die jüdischen Lehrer sich von den in Oesterreich herrschenden Nationälitäts - Gehässigkeiten ferne hielten und blos das Jntereste ihres Standes klar ists Aoge fasteten. ' Die Besitzung der Stelle eines ungarischen Predigers für die neue Synagoge in Pesth bildet noch immet eine offene Frage. Man hat wohl ist dieser Beziehung bereits mit einigen vermeintlichen „gutm Ungarn" vertrauliche Unterhandlungen eingeltitet; doch dürften dieselben kaum zum gewünschten Ziele führen. Die „guten Magyaren" danken in der höflichsten Weise für die „gute Meinung", die man von ibnen hegt; allem sie sind praktisch genug, diese „gute Meinung" durch ihr Erscheinen nicht zu alteriren und bleiben denn auch hübsch daheim. — In der That begreifen wir nicht, wozu all dieser unnütze Lärm; sprechen wir es offen aus: unsere Nabbinen sind keine ungarischen Prediger. Allmählich scheint man sich dieser Ueberzeugung auch in jenen Kreisen nicht mehr verschließen zu können, in denen man sonst mit „ungarischem Patriotismus" den Mund voll zu nehmen pflegt. --- Unlängst sprach ein achtbares Mitglied der P. Gemeinde den frommen Wunsch aus, daß man, — im Falle hierkands kein Rabbiner - Seminar zu Stande kommen sollte, — in Breslau einen Lehrstuhl für ungarische Literatur errichten möge. Die Idee wäre m der That erhaben, wenn sie nicht lächerlich wäre. Es ist entmuthigend, daß der im „Israelit" erschienene Aufruf zu Gunsten einer würdigen, hilflosen Lehrersamilie in Ungarn, im fernen Deutschland wohl, hier aber nicht die mindeste Teilnahme zu erwecken im Stande war. Die jüdischen Gemeinden in Ungarn fordern von ihren Lehrern, daß diese sich ihnsn allein anpertrauen und auf die Protektion der Regierung verzichten sollen. Ist die rücksichtlich dieser Angelegenheit bekundete Apathie wohl geeignet, der ungarischen Lehrerwelt Vertrauen einznfloßen?— — Hoffen wir, daß Israel, das die Träger und Verkünder deH Gotteswortes stets hochgeachtet, auch die Idee der Schule gründlicher ersoffen, und deren Träger, die Lehrer, stützen und schützen werde, heißt es doch; 'Sv niO' v'pn'i; hoffen wir, daß es bester wird.

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