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Der Israelit · 1866-05-16 · Heft 20 (16.5.1866) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 20 (16.5.1866)
Date
1866-05-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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340 ift?- die sie als Der Krieg ist die verkörperte Barbarei; zahlreiche Menschenmaffen rvtzdew zM^rivilegirten Mördern. Hunderttausende fi»enPch«nH^ " --- die sich nie beleidigt, die Ich Hie Deseh" ihr höchster Wunsch, HrHdiM'te^Ve' ' den Tod zu senden in die Reihen derer, Brüder lieben sollten. Ee.LLtzAchAen Etz« entfe wird zM»MB?rk zur sich nur zu leicht die Naubsucht. Da wird Alles unsicher: Leben, Gesundheit, Eigenthum. Jetzt sind erst die imaginären Werthzeichen entwerthet r am Kriege würde der reale Besitz: Häuser, Felder, Waare» ebenso entwerthet werden. Ach, wir kennen sie nur aüK) 8et^ Erzählungen unserer Eltern und G-oßeltern, jene Schreckensscenen )sx Musch geseM d§§ E PMMrMM , Me Schrecken.ustdAenstste der Belagerungen, jene Unsicherheit der Merstrüheh jene pestartigen Krankheiten im Gefolge der Anhäufung großer Menschenmasien, die, fürchterlichen SMen der Schlachtfelder Mit ihren Miriaden von Leichen, Sterbenden, SHwer- und' Leichtvsrrvstndstm i'l^ebs Gott, daß wir sie nicht aus eigener Anschauung kennen lernen. — Wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft die plötzliche Kriegswirrsal hie ganze civilisirte Welt; sie trifft um so schrecklicher,, je künstlicher gegenwärtig der Aufbau der gesellschaftlichen Verhältmffe ist, — um so zerstörender, js mehr zu . zerstören vorhanden ist. Unsere Mt, die mit dem Blitze schreibt, mit dem Dampfe fährt und mit der Sonne malt, hat die fernsten Fernen so eng aneinander gekettet, die Interessen entlegener Länder so fest miteinander verbunden, daß die geringste Störung! dieses künstlichen Organismus überall empfunden wird. Man hat sich bereits daran gewöhnt, mit Hilfe des Telegraphen. Ln Petersburg zu kaufen, rrw sofort in Paris zu verkaufen, heute in Berlin Verbindungen anzuknüpfen, um sie morgen in London persönlich verwerthsn zu können, — Zeit und Raum sind überwunden, der Verkehr ist so< großartig, so rapid geworden, wie man ihn sich noch vor wenigen Jahrzehnten nicht träunwn ließ; in gleichem Maaße ist der Wohlstand gewachsen; die schwerste Arbeit ist von den Schultern des Menschen genommen, um den vielgestaltigen Maschinen übertra-' gen zu werden. Dabei hat sich das Culturlebett außerordentlich verfeinert; je größer und bedeutender Wohlstand gewordenin noch weit höherem Maaße find die Anfprüchek an das Leben gewachsen; riecht viel zu gewistnrM, «m recht viel zu genießen, idas ich das Losungswort Gegenwart. Mt der Verschwendung paart sich der ungeheuerste Leichtsinn; WM mehr werde«. dir Mittel des Erwerbs gspam abgewogen schnell Und mühe?: lüS reich zu werden, ist der allgemeine Wunsch. Dg! Da werfen plötzlich die schweren in Aussicht stehende« rEreigniffe ihre schwAWW Schatten in die sonigtz Gögenwart^OviO^T)McW»Aat des Leichtsinns brin« bHeits Eaae Früchte, von de- MM dWschrecklichM de^'S ord ist. Alle Tage sinmNe Spalten der in den großen Städten erscheinenden Blätter angefüllt mit Berichten über geschehe» grund, in den wir da schauen! Ach, unserer Heit ist die religiöse Innigkeit, das echte, rechte Gottvertrauen 'MhstNdeN gekommen! Man hat sich jzu sehr auf die eiaenen Füße gestellt und hat dadurch jeden Halt verloren. Wenn der Mensch nichts ist als ein vervollkommneter Aste, der. nur lebt, um zu genießen, dann freilich ist es gam in der Ordnung, das Leben weg MMrssrr^deffeir Gnmß^tn trgmv-iMer-Wsrfe'gestörtist. Wenn der Mensch nicht gläkbt an einen höheren Richter. nicht an ein jensertig-s Lehen, nicht an deremstige Belohnung und Bestrafung/ wenn also Alles sich corrcentrikt cnrf die wenigen Ja^?e seines gegenwärtigen Daseins, bann mag er abwägen Lust gegen Leid, und das überwiegende Leid gewaltsam verkürzen. Selbstsucht, Vergnügest, Genuß sind da die einzigen Beweggründe des Handelns, und wie erbärmlich ist solch ein Mensch! Im Glück, da. mag er prangen und prunken, das nächste Leid, bas ihn trifft, findet ihn klein und schwach! O , welche ungeheure Leiden hgben unsere Väter nicht nur erduldet, nein, Überstunden, überwunden, überdauert. Daß wir sind, was -wir siüd und wie wir sind — kräftig und lebensfrisch — dgs verdanken wir ihrem innigen Gottvertrauen, ihrem unendlichen, in der Religion wurzelnden Muthe, ihrer ÜUaussp rechlichen Widerstandskraft. — Wann werden die Söhne und Tochter der Gegenwart den Weg znrückfinden zu ihrem Gotte? Wanst werdest die Mischen Läden und Geschäfte wieder geschloffen fein am heiligen Tage des Herrn? Fühlt ihr nicht, daß ein Augenblick euch rauben kann, was ihr Jahre lang zusammenrafftet, was ihr an Sabbat-und Feiertagen, wie an Wochentagen erw-rben habt? Spürä-, ihr nicht in Zeiten wie me'jetzigen die große Hanls des allmächtigen Gottes, während ihr Stolzen so klein und unbedeutend Achter-UeltHler^ststHMMMr erffch^nl? Wahrlich, es ist Zeit zur Umkehr!' Die religrös en Zustände, in vielen Gegenden Deutschlands sind zu b etrübend. Die Speifchesetzs sind vergessen, Sabbat und Feiertage sind vergsffeu, die Reinheitsgrsetze, die Ehvgefößt, dir heilige Sprache dar Väter, ist vergeffen» ein bereits' hsmngewüchsrnLS Geschlecht ist fast! schon nicht mehr m der ReligLmJKtaels erzogst und man würde schon vergaffen, daß: man überhaupt Mach Jude ist, wenn nicht intolerante.Mchtjudest ein büfferesK»:^ dächtttiß hätttu und von Zeit zu T-it! daran Min-

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