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Der Israelit · 1866-05-16 · Heft 20 (16.5.1866) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 20 (16.5.1866)
Date
1866-05-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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VII. Jahrgang. DeL Israelit. Ein Akentral'Organ für das orthodoxe Zudenthnm. Herausgegeben von V» Lehma»» in Mainz. Mainz, den 16. Mai 5626 (1866). Liefe Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichiiche Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Österreich, an die Expedition franco einzusenden. A»h«lt: Leitende Artikel: Ein Mahnwort in ernster Zeit. — Die Juden zu Mainz im Mittelalter. — Zeitungsnachrichten nnd Aorrespoodenzeu: Deutschland. Esenheim. München. — Oesterr. Kais erst.: Wien. Wien. Wien. Neutra.— Italien: Livorno.— Frankreich: Paris. Anhalt der Beilage: Leitender Artikel: Roch einmal die Jeschiba-Angelegenheit. — ZrttnngSnachrichtea nnd Eorrespondenzen: Preußen: Ber lrri. — Oesterr. Kaiser st.: Pälota. Abany Szanto. Aus Mähren. — Italien: Mailand. — Schweden u. Norwegen: Stockholm. — Frankreich: Paris. Paris. Paris. — Amerika: Cincinnati. — Afrika: Algier. — Feuilleton: Der König aus drei Jahre. Leitende Artikel. Ein Mahnworl in ernster Leit. Mainz, den 8. Mai. Wührevd wir uns zum schönsten, holdesten Frieden-feste vorbereiien und die Feier der Gesetzgebung hkrbeisehnen, indem wir die Tage nnd die Wochen zahlen , durchdringt wildes Kriegegeschrei die Wett. „Krieg!^ ertönt cs vom Norden, das mächtige Preußen hat die Hunderttausende seiner ibnupfgeÄten Löhne »llter die Waffen gerufen —^ ^Kriegs" ertönt es'vom Süden; die langgestreckte apenninische Halbinsel sammelt ihre begeisterten Jünglinge zum ernsten Waffentanze — „Krieg!" ertönt es an- Oesterreichs weitgedehnten Ländern, Magyar und Czeche, Pole und Deutscher beenden ihren häuslichen Hader oder vertagen ihn, um gemeinsam das bedrohte Vaterland zu schützen; und in nnserm westlichen Nachbarlande waltet ruhig der schweigsame Herrscher, um die günstige Zeit abznwarten, den Ruhm nnd die Macht seines großen Landes zu mehren, und im fernen Nordosten richtet seinen Blick der mächtige Czar nach der alten Hauptstadt des ehemaligen oströmischen Reiches, ja, selbst jenseits des Oceans hält man den Zeitpunkt für günstig, dem jungen mexikanischen Kaiserreiche ein baldiges Ende zu bereiten — so ruft i Alles nach Krieg, so bereitet Alles den Krieg, und Zündstoff ist genug vorhanden, einen Weltenbrand anzufachen. Unterdeß hört man nichts als Jammer und Klage; schon die bloße Aussicht auf Krieg. dat . grenzenloses Elend im Gefolge.Geschäfte stocksnf d«s. Vertrauen ist gewichen, den Werth des Besitzes.ist: verringert, der Banquier, der Kaufmann, dtzr Fabrikant, der Handwerker, der Lehrer,: der Arbeiter — ste- Alle haben zu leiden; die /-modernen.'Tauschrmttel:> Papiergeld. Wechsel, Staatspaptere haben ihren Werth und ihre Tauschkraft verloren, die Fabriken muffen stille stehen, die Arbeiter werde« brodlos. und die Rückwirkung aus alle Schichte« der Bevölkerung bleibt nicht aus. Noch ist der eiserne Würfel nicht geworfen, noch hat keine mörderische Kugel getroffen, und schon erscheint die ganze Wett trostlos. — Und doch, was sind die gegenwärtigen Leiden gegen diejenigen, die der wirkliche Ausbruch eines Krieges der Wett bringen würde?

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