Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 19 (9.5.1866)
- Date
- 1866-05-09
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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332 Muhammed Hai für die JSmaeliten eine lügenhafte Religion gestiftet, deren Lügenhaftigkeit auch ihr anerkennt; und gleichwohl dauert diese ihre lügenhafte Religion bis jetzt schon nahe an tausend Jahr, und ist heutigen Tages noch nicht vernichtet. Kannst du wohl sagen, diese beiden Religionen, die des Götzendienstes nämlich und des JrrlehrerS Muhammed, seien entstanden nach dem Willen Gottes und auf seinen Befehl, weil sie bis jetzt noch nicht vernichtet worden, sondern sich diese ganze lange Zeit erhalten haben? Ich weiß sicher, daß dies kein vernünftiger Mensch behaupten wird. Nein, die Ursache ist keine andere, als daß Gott denkt, laßt die Thoren, sie werden dereinst schon zur Rechenschaft gezogen werdm, welche Ursache auch im Tractat Abodah Sarah, bei Gelegenheit der an Rabbi Gamliel gerichteten Frage, angegeben wird. Uebsrdies geht bekanntlich aus den Propheten hervor, daß der Götzendienst bis zur Zeit des Messias, dessen Ankunft wir erhoff », fortdauern wird; denn erst von jener Zeit heißt es Jesch. 2, 18: „Die Götzen werden ganz verschwinden." Zephanjah 2, 11: „Furchtbar waltet der Herr über ihnen, denn Er vernichtet alle Götter der Erde, und es werden vor Ihm anbeten, ein Jedes an seinem Orte, alle Inseln der Völker." Secharjah 13, 2: „Und ks w.rd sein an selbigen Tage, spricht derHerr Zebaoth, werde Ich ausrotten den Namen der Götzen von der Erde, und es wird kein Andenken mehr an sie sein f. f." Dann erst wird jener Vers dort 14, 9. in Erfüllung gehen: „Und Gott wird sein König über der ganzen Erde, an jenem Tage wird Gort sein Einer und sein Name Einer." Capitel 5. Derselbe vornehme Herr sprach sich ferner gegen mich aus: Es ist euch wohl bekannt, daß ihr zur Zeit, da ihr Gottes Willen und Seine Gebote geübt, zeitliches Glück genoffen, indem die Könige Israels, große, mächtige Könige gewesen, denen unsere Vorfahren, wie überhaupt diele Nationen dienstbar waren und ihnen Tribut und Zins entrichten mußten. Nunmehr aber, nachdein ihr euch gegen Gott versündigt, hat sich das Blatt gewandt; das Königthum ist von euch gewichen und zu uns übergegangen, so wie die Dienstbarkeit von uns gewichen und zu euch übergegängen ist; denn ihr habet jetzt weder König Noch Fürst, sondern müßt dienstbar sein allen Völkern des Erdbodens. Nunmehr liefert unser jetziges Glück einen schlagenden Beweis für die Richtigkeit unseres Glaubens, wie euer früheres Glück den Beweis für die Wahrheit eures Glaubens in der Vvrzeit geliefert hatte; ingleichen ist eure jetzrge Erniedrigung ein wahrhafter Beweis für euren sündhaften Wandel und die Unwahrheit eures Glaubens. Ich antwortete ihm hierauf : Deine Beweisführung ist durch und durch unwahr, da es hienieden viele ruchlose Menschen gibt, denen ein Loos zu Theil wird, wie es nur Frommen gebührt, und wieder umgekehrt. Nicht wahr, der tyrannische Nebukadnezar und Alexander der Mazedonier besaßen die Weltherrschaft, insbesondere die Herrschaft über die israelitische Nation; und gab es wohl in der ganzen Welt nicht bald Könige, denen während ihrer Regierung das Glück so günstig gewesen wäre, wie jenen. Gleichwohl aber kann' öieses Glück Jener nicht den Beweis tiefem, daß deren Glaube richtiger gewesen als der, des von ihnen beherrschten Israels, da sie doch bekanntlich Götzendiener und Anbeter des Himmelsheeres gewesen. Ja, noch heutigen Tages, gestehet ihr Christen selbst ein, daß die Religion der Muhammedaner keine wahrhaft göttliche, sondern eine menschliche, von dem Lügenpropheten, dem Jrrlehrer Muhammed erdichtete sei; und gleichwohl sind die Muhammedaner hienieden vom Glücke begünstigt, und beherrschen einen großen Theil der Welt, denn ihr Reich umfaßt ganz Asien und Afrika, was, da die Philosophen die Welt in drei Theile theilen, in Europa, Afrika und Asien mehr als Dreiviertel der Welt ausmacht. Kannst du deßhalb wirklich behaupten, daß ihr Glück den Beweis für die Richtigkeit ihrer Religion abgebe? — Sieh, auch die h. S. bezeugt das Gegentheil. So heißt es Jer. 12, 1: „Warum gelingt den Sündern ihr Weg f. f.?" Ferner Spr. Sal. 3, 12: „Wen Gott liebt, den straft er f. f." Demnach ist der Beweis, den du von eurem Glücke für euren Glauben angeführt, kein wahrhafter Beweis, wie jeder Vernünftige einsieht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Wiesbaden, 28. April. Die Ständeversammlung hat in ihrer letzten Sitzung die im Regierungsbudget weiter angeforderten 1000 fl. als Zuschuß zur Unterhaltung des chemischen Laboratoriums gestrichen und die Beschlußfassung über die Anforderung für das Landesgestüt ausgesetzt. Der von dem Grafen v. Walderdorff eingebrachte Antrag, die Regierung möge die im vorigen Jahre gestrichenen 600 fl. für Prämirung von Mastvieh wiederholt in Anforderung bringen, wurde abgelehnt. Graf v. Walderdorff führte zur Begründung seines Antrages an, es sei im allgemeinen Wohl gelegen, wenn man den Landwirthen und Gutsbesitzern, die sich auf daS Mästen ihres Viehes verlegen, durch Prämirung mehr Eifer dazu beibrächte, damit der Handel mit Mastvieh